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Unterhaltsverpflichtung im Ausland nach Volljährigkeit

18.03.2016 11:31 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


12:34

Freitag, 18. März 2016
11:48

Sehr geehrte Damen und Herren,

mein von mir im Ausland getrennt und bei seiner Mutter lebender Sohn wird im kommenden Monat volljährig.
Da meine von mir geschiedene Ex-Frau Mitglied einer Sekte ist und ich als deren Kritiker bereits mehrere Bücher zu diesem Thema geschrieben habe, gelte ich in ihren Augen als Abtrünniger, zu dem jeder Kontakt streng vermieden werden muss.
Dementsprechend habe ich keine Kenntnis darüber, ob mein Sohn nach dem Schulabschluss eine weitere Ausbildung anstrebt, er meine Hilfe benötigt und weitere Unterhaltszahlungen daher erforderlich werden.
Seit mehr als zehn Jahren wird ein Unterhaltstitel eines deutschen Amtsgerichts gegen mich vollstreckt, die laufenden Zahlungen von meinen Versorgungsbezügen einbehalten und auf ein Bankkonto meiner Ex in Deutschland gezahlt.
Ich bin derzeit in dem gleichen Land in Afrika wohnhaft, konnte jedoch, da es hier keine polizeiliche Meldepflicht gibt, trotz meiner Bemühungen nichts mehr über ihren derzeitigen Aufenthaltsort in Erfahrung bringen.
Schon zuvor hatte sie mehrfach ihren Wohnort gewechselt, ohne mir die neue Adresse mitzuteilen. Mit der Hilfe von Freunden war es mir aber gelungen, ihre jeweilige Anschrift in Erfahrung zu bringen. Meine Versuche, über das hiesige zuständige Familiengericht zu einem geregelten Umgang mit meinem Sohn zu kommen, haben sich jedoch als nicht erfolgreich erwiesen; der Straftatbestand einer Umgangsverweigerung ist hier nicht bekannt und jede avisierte einvernehmliche Regelung wurde von meiner Ex sabotiert.
Da kürzlich ein neuer Umzug, vermutlich über eine weite Entfernung erfolgt ist, sind meine jetzigen Nachforschungen erfolglos geblieben. Gegenwärtig kann ich daher nicht einmal mit Sicherheit sagen, ob mein Sohn noch lebt oder wie es ihm geht.
Meine Frage: Was kann ich tun, um auf dieser Grundlage den Titel gegen mich zu annullieren oder auf dem Weg der Forderung von Nachweisen meines Sohnes wenigstens wieder zu einem Kontakt zu ihm zu kommen?

Mit freundlichen Grüßen
HHK

18.03.2016 | 11:56

Antwort

von


(1121)
Hallestr. 101
53125 Bonn
Tel: 0228 629 46 462
Tel: 0179 4822457
E-Mail:

Sehr geehrter Fragensteller,

als Ausgangspunkt kommt es auf den Inhalt des Urteils an. Grds. ist zu erwarten, dass sich keine zeitliche Limitierung bis zur Volljährigkeit finden wird. Trotzdem ist stets der Titel / das Urteil maßgebend.

Sollte sich keine zeitlichen Limitierungen finden, wäre im Wege der Abänderungsklage nach den §§ 238 FamFG vorzugehen. Hierfür sollten Sie dann einen Kollegen in Deutschland bemühen.

Dazu ist anzumerken, dass der Unterhalt allerdings bis zum Abschluss der ersten Ausbildung geschuldet ist, solange diese ernsthaft betrieben wird. Ein Verschulden des Kindes wegen fehlendem Umgangs etc. kann sich hier schwerlich auf den Unterhalt auswirken. Denn das Kind ist ja Opfer und nicht Täter.

Das Umgangsrecht könnte uU im Wege der Amtshilfe umgesetzt werden. Ehrlicherweise scheint dies auf Basis des geschilderten Sachverhaltes aber zumindest nicht überaus Erfolg versprechend. Zumal Sie ja selber schon keinen Erfolg mit der örtlichen Behörden hatten. Möglicherweise suchen Sie den Kontakt zum Konsulat / Botschaft, falls Sie dies noch nicht getan haben sollten.

Auch eine Anzeige wegen Vereitelung des Umgangsrechts bei Deutschen Behörden ist bedenkenswert.

Viel Erfolg!

Mit freundlichen Grüßen
Daniel Saeger
- Rechtsanwalt -


Rückfrage vom Fragesteller 18.03.2016 | 12:28

Vielen Dank für die schnelle und ausführliche Antwort. Ich dachte jedoch, dass rechtlich auch auf den Sachverhalt der "Unerreichbarkeit" abgehoben werden könnte. Ich kann meinen Sohn nicht erreichen und wäre ja bereit, weiteren Unterhalt zuzahlen, was doch aber seinerseits an gesetzliche Nachweispflichten gebunden ist - oder?

Viel Grüße aus dem warmen Afrika,
HHK

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 18.03.2016 | 12:34

Sehr geehrter Fragensteller,

man kann sich ab dem Erreichen der Volljährigkeit der natürlich auch taktisch erst einmal auf abwartend stellen, die Zahlungen einstellen und die Kontaktaufnahme durch die andere Seite abwarten.

Dies birgt aber Restgefahren bezüglich der Vollstreckung des Titels. Sie sollten dann lieber direkt die Abänderungsklage anstrengen.

Grüße zurück und ein schönes WE
RA Saeger

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