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Unterhaltsverpflichtung bei Berufsfachschule

01.08.2020 11:13 |
Preis: 51,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


14:53
Einen schönen guten Morgen,

zu meiner Frage:

Ich habe einen Sohn, welcher nicht bei mir, sondern bei seiner Mutter lebt. Seit diesem Jahr ist er Volljährig. Unterhalt wurde von mir bis dato immer gezahlt.

Mein Sohn hat nach der 9.Klasse ein Abgangszeugnis einer Förderschule mit dem Schwerpunkt "Lernen" erhalten. Im Anschluß daran hat er die 10.Klasse einer Hauptschule besucht, die Schule jedoch ohne Abschluss verlassen.

In dem Abgangszeugnis der Hauptschule ist noch folgendes vermerkt:
In Verbindung mit dem Versetzungszeugnis vom 9. in den 10. Schuljahrgang ist dieses Zeugnis dem Abschluss nach dem 9. Schuljahrgang in der Förderschule Lernen gleichgestellt. Es vermittelt die gleiche Berechtigung wie das Zeugnis über den Abschluss nach dem 9. Schuljahrgang in der Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen.

Im gleichen Jahr hat er an einem Berufsvorbereitungsjahr an einer Berufsbildenden Schule In den Fachrichtungen Holz- und Farbtechnik teilgenommen und mit dem erfolgreichem Besuch des Berufsvorbereitungsjahres seinen Hauptschulabschuss gemacht.

Jetzt hat mein Sohn sich für ein weiteres Schuljahr an der gleichen Schule angemeldet und möchte im kommenden Schuljahr ab August 2020 eine einjährige Berufsfachschule im Bereich Holztechnik besuchen. Nach Aussage seiner Mutter beabsichtigt mein Sohn jedoch, sich bei der Bundeswehr zu bewerben, bzw. hat er dies bereits getan. Aufgrund der aktuellen Pandemielage soll das Bewerbungsverfahren allerdings vorerst nicht stattfinden.

Die Berufsfachschule soll, so mein Verständnis, auf das bevorstehende Arbeitsleben im angestrebten Beruf vorbereiten. allerdings passen hier Schulinhalte (Holztechnik) und der angestrebte Beruf als Soldat, nicht überein, zumal die Bundeswehr eigene Ausbildungen durchführen kann.

Nach Rücksprache mit der Berufsschule wurde mir mitgeteilt, dass mit dem Besuch der Berufsfachschule kein höhenwertiger Berufsabschluss erworben werden kann und die Wahrscheinlichkeit der Anrechnung des Schuljahres bei Aufnahme einer Lehre, als erstes Lehrjahr, sehr gering ist.

Mir ist bewußt, dass ich die Ausbildung meines Sohnes weiterhin unterstützen muss und auch werde, allerdings möchte ich gerne wissen, wieviele freiwillige Schuljahre ich finanzieren muss und ob er bereits mit Abschluss des Berufsvorbereitungsjahres nach einem Lehrbetrieb hätte schauen können.

Vielen Dank für Ihre Hilfe

01.08.2020 | 12:10

Antwort

von


(115)
Königsweg 30-32
13507 Berlin
Tel: 03080571275
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich müssen die freiwilligen Schuljahre nur insoweit bezahlt werden, wie sie auf eine Ausbildung vorbereiten, oder die Wartezeit überbrücken, bis ein geeigneter Ausbildungsplatz . gefunden wird.

In Ihrem Fall gibt es jedoch einige Besonderheiten zu beachten. Da Ihr Sohn nicht einmal den Hauptschulabschluss sondern nur einen Förderschulabschluss hat, wird die Zahl der Unternehmen nicht besonders groß sein, die bereit sind, ihm einen Ausbildungsplatz zur Verfügung zu stellen.
Ausbildungen dauern abhängig vom Ausbildungsberuf 2 oder 3 Jahre.

Die meisten Fachleute gehen davon aus, dass in ca. einem Jahr ein Impfstoff zur Verfügung stehen wird. Eine Ausbildung, die jetzt begonnen werden würde, würde also mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit abgebrochen werden, bevor die Ausbildung abgeschlossen ist. Daher ist es aus meiner Sicht extrem unwahrscheinlich, dass Ihr Sohn einen Lehrbetrieb gefunden hätte, in dem er die Zeit überbrücken kann, bis er bei der Bundeswehr anfängt.

Daher bin ich der Auffassung, dass ihm nur dann zugemutet werden kann, nach einem Lehrbetrieb zu suchen, wenn er für die Bundeswehr ersichtlich ungeeignet ist und somit eine gewisse Wahrscheinlichkeit dafür besteht, dass er die Ausbildung auch abschließt, nachdem er die Aussichtslosigkeit seiner Bewerbung bei der Bundeswehr eingesehen hat.

Bei der Bundeswehr ist nicht unbedingt ein hoher IQ sondern eher die Fähigkeit zu blindem Kadavergehorsam erforderlich. Daher sind die besonderen geistigen Begabungen von Förderschülern hier eventuell sogar ein Vorteil bei der Bewerbung.

Kurz zusammengefasst sehe ich auf Grundlage der bisherigen Sachverhaltsschilderung keine Verpflichtung Ihres Sohnes sich nach einem Lehrbetrieb umzusehen. Eine solche Verpflichtung würde jedoch entstehen, wenn er von der Bundeswehr eine endgültige Absage bekommen würde.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Bernhard Müller

Nachfrage vom Fragesteller 01.08.2020 | 13:55

Vielen Dank für Ihre Antwort,

mit dem Berufsvorbereitungsjahr in Fachrichtung Holztechnik hat mein Sohn den Hauptschulabschluss erworben, macht jetzt ein weiteres Jahr Berufsfachschule, ebenfalls in Fachrichtung Holztechnik.

Zur Zeit mag es sicherlich schwer sein, einen Ausbildungsplatz zu finden, allerdings rechtfertigt die Situation zur Zeit, dass grundsätzlich keine Suche stattfindet?

Mein Sohn selbst hat sich zu seinen zukünftigen Arbeitsplatzplänen nicht geäußert. Nur seine Mutter bezgl. der Bundeswehr.

Ich bin selbstverständlich bereit, alles was mit einer Ausbildung in Zusammenhang steht, weiterhin mitzufinanzieren, allerdings empfinde ich es so, dass sich auch darum gekümmert werden muss, eine Ausbildung anzustreben und einen Lehrbetrieb zu finden, bzw. dem Berufswunsch Soldat zu werden weiter zu verfolgen.

Gibt es denn eine Zeitspanne, die man grundsätzlich einräumen kann, um einen Ausbildungsbetrieb zu finden oder läßt man den jungen Erwachsenen so viel Zeit wie sie brauchen?

Vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.08.2020 | 14:53

Sehr geehrter Fragesteller,

eine feste Zeitspanne um einen Ausbildungsplatz zu finden, gibt es nicht. Die jungen Erwachsenen haben auch nicht so viel Zeit, wie sie brauchen. Es muss im Einzelfall entschieden werden, welche Zeit für die Suche angemessen ist. Eine Ausbildung zu beginnen, bei der von Anfang an mit hoher Wahrscheinlichkeit feststeht, dass sie nicht zu Ende geführt werden kann, ist aber nicht sinnvoll.

Den Berufswunsch weiter zu verfolgen, kann grundsätzlich verlangt werden, wenn es eine solche Möglichkeit gibt. So darf sich ein junger Erwachsener grundsätzlich nicht darauf verlassen, dass bereits die 1. Bewerbung erfolgreich ist, sondern muss sich grundsätzlich bei verschiedenen konkurrierenden Unternehmen im Inland bewerben.

Die Einschätzung, dass keine Suche stattfindet, wird von mir nicht geteilt.
Denn bei dem Berufswunsch, sich im nächsten Krieg als Kanonenfutter für die BRD verheizen zu lassen, gibt es keine konkurrierenden Unternehmen, bei denen er sich noch bewerben könnte, um seinen Berufswunsch weiter zu verfolgen. Er hat sich also schon bei 100% aller Unternehmen beworben, die einen Job im gewünschten Beruf anbieten. Daher gibt es hier nur die Möglichkeit abzuwarten, bis die Bundeswehr über seine Bewerbung entschieden hat und danach entweder bei der Bundeswehr anzufangen oder Bewerbungen für andere Berufe zu schreiben, in denen es mehrere mögliche Ausbildungsbetriebe oder Arbeitgeber gibt.

Mit freundlichen Grüßen

ANTWORT VON

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