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Unterhaltspflicht gegenüber erwachsener Kinder


| 12.12.2005 16:02 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo,

in Kürze meine Situation. ich habe aus erster Ehe 3 Erwachsene Söhne und aus zweiter Ehe einen minderjährigen Sohn. Die Kinder aus erster Ehe haben alle eine abgeschlossene Ausbildung. Dennoch fordert mein mittlerer Sohn von mir weiterhin Unterhalt. Er ist mittlerer Weile 22 Jahre alt.
Sein Ausbildungsweg: Er ist lernbehindert und besuchte deshalb eine Förderschule. Erreichte den Hauptschulabschluss und hat nach 3jähriger Lehre den Beruf des Beikoches erlernt und abgeschlossen. Nach Abschluss dieser Ausbildung wollte er sich zum Koch weiterbilden und begann eine Kochlehre mit dem 3. Ausbildungsjahr. Damit war er völlig überfordert und wurde noch während der Probezeit krank. Er entwickelte eine Psychose. Mein Sohn wurde auch noch während der Probezeit aus diesem Lehrvertrag entlassen.
Nach der Genesung war er arbeitslos, das Arbeitsamt gewährte ihm Arbeitslosengeld und versuchte ihm eine Stelle als Beikoch zu vermitteln. Das war im März 2004. Ab diesem Zeitpunkt habe ich dann meine Unterhaltszahlungen eingestellt.

Mein Sohn wollte nun eine Lehre zum Metzger antreten. Das Arbeitsamt hatte erhebliche Bedenken, doch nach dem er nicht leicht zu vermitteln war, förderte es eine weitere Ausbildung. Im Sept. 2004 hat er sie dann angetreten. Im September 2005 erkrankte er erneut. Offensichtlich hat er sich wieder überfordert. Nun will er, nach anraten der Ärzte, die Lehre aufgeben und letztendlich doch in seinem Beruf als Beikoch eine Stelle annehmen.

Dennoch beraten ihn seine Mutter und sein Stiefvater dahingehend die Unterhaltsklage gegen mich aufrecht zu erhalten.
Nach meiner Erkenntnis war, nach dem mein Sohn seine Berufsausbildung zum Beikoch abgeschlossen hatte, meine Unterhaltspflicht beendet. Das heißt ich habe freiwillig länger als vom Gesetz vorgegeben bezahlt.

Wie lange bin ich nun Unterhaltspflichtig?

Mit Freundlichen Gruß

B.M.
12.12.2005 | 17:08

Antwort

von


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63450 Hanau
Tel: 06181-6683 799
Web: www.glatzel-partner.com
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Sehr geehrter Ratsuchender,

grundsätzlich erstreckt sich der Unterhaltsanspruch eines volljährigen Kindes auf alle Lebensbedürfnisse, einschließlich der Kosten für die Erziehung und für die Zeit der Berufsausbildung. Nach erfolgreichem Abschluß der Ausbildung hat sich dann das Kind um einen Arbeistplatz zu bemühen. In der Regel hört die Unterhaltspflicht mit Abschluss der Ausbildung auf.

Allerdings bleiben Eltern in der Regel für den Weiterbildungsunterhalt unterhaltspflichtig. Denn die Weiterbildung setzt eine abgeschlossene Berufsausbildung und einen engen sachlichen Zusammenhang zwischen den verschiedenen Ausbildungen voraus.

Nach Ihren Schilderungen ist davon auszugehen, dass ein solcher enger Zusammenhang zwischen dem Beruf des Beikochs und Kochs besteht. Daher ist davon auszugehen, dass die Voraussetzungen für einen solchen Weiterbildungsunterhalt bestanden.

Im Übrigen endete Ihre Unterhaltspflicht auch nicht, als Ihr Sohn die Weiterausbildung abbrach. Grundsätzlich haben unterhaltspflichtige Eltern einen ständigen Ausbildungswechsel nicht hinzunehmen. In Ihrem Fall kommt aber erschwerend hinzu, dass Ihr Sohn an einer Psychose leidet und behindert ist. Eine Krankheit des Kindes geht in der Regel zu Lasten des Unterhaltspflichtigen, so dass Verzögerungen in Ihren Risikobereich fallen.

Ob aber auch noch eine Unterhaltspflicht für die Metzger-Ausbildung bestand, kann ich so nicht einschätzen, da es auf die genaue Kenntnis des Krankheitszustands ankommt. Die Rechtsprechung ist hier sehr einzelfallorientiert. Da Ihr Sohn aber nun wieder in seinem unrsprünglichen Ausbildungsberuf als Beikoch arbeiten möchte, trifft ihn jetzt die Erwerbsobliegenheit. Damit sind Sie nicht mehr unterhaltspflichtig. Er muss also intensiv nach einer Stelle suchen. Erst wenn er nach längerer Zeit keine (auch berufsfremde) Stelle findet, dann kann der Unterhaltsanspruch wiederaufleben.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Marcus Alexander Glatzel
Rechtsanwalt

www.kanzlei-glatzel.de


Rechtsanwalt Marcus Alexander Glatzel, Dipl.-Jur.

Nachfrage vom Fragesteller 13.12.2005 | 13:24

Nachfragen: Mein Sohn war ab Anfang Jan. 2004 nicht mehr im Krankenstand, es wurde ihm Arbeitsfähigkeit bescheinigt. Er bekam auch von da an Arbeitslosengeld. Allerdings erhielt er eine anschließende psychologische Therapie (1x wöchentlich eine Stunde), die er selbst im März 2005 abbrach und war ab diesem Zeitpunkt ganz ohne Behandlung.

Frage: Bestand ab der attestierten Arbeitsfähigkeit dennoch die elterliche Unterhaltspflicht weiter? Haben Eltern das Arbeitsplatzrisiko zu tragen?
Mit freundlichen Gruß
B.M.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.12.2005 | 11:06

Sehr geehrter Ratsuchender,

wie ich Ihren Schilderungen entnehme, stand Ihr Sohn Anfang 2004 dem Arbeitsamt zur Vermittlung wieder zur Verfügung. Da er bereits eine Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen hatte, traf Sie ab diesem Zeitpunkt grundsätzlich nicht mehr die Unterhaltspflicht. Das Arbeitsplatzrisiko trifft im übrigen Ihren Sohn. Dies müssen die unterhaltspflichtigen Eltern nicht tragen. Allerdings ist hier erschwerend zu berücksichtigen, dass Ihr Sohn therapiebedürftig ist. Wie bereits erläutert, ist die Rechtsprechung in einem solchen Fall sehr einzellfallorientiert.

Mit freundlichen Grüßen
Marcus Alexander Glatzel
Rechtsanwalt

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