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Unterhaltspflicht für erwachsene Kinder

11.10.2016 19:20 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


14:21
Sehr geehrte Damen und Herren,

es geht um die Unterhaltspflicht bei erwachsenen Kindern.

Ich lebe mit meinen erwachsenen Kindern (22 Jahre alt), alleine in einer Dreizimmerwohnung. Mein Sohn hat im Juli diesen Jahres seine Ausbildung beendet und steht in festem Arbeitsverhältnis. Er verdient 1300 € netto (laut seiner Aussage manchmal auch etwas mehr), gibt jedoch trotz Aufforderung nichts zu Hause ab. Ich hatte 300 € verlangt, da sich die Miete, Strom, GEZ sowie Telefon und Internet auf 900 € monatlich belaufen.
Ich gehe davon aus, dass ich ihm gegenüber auf jeden Fall nicht unterhaltsverpflichtet bin, sehe ich das richtig?

Meine Tochter hat nach ihrem Fachabitur anderthalb Jahre ein freiwilliges soziales Jahr abgeleistet. Danach war sie beim Arbeitsamt Ausbildungs suchend gemeldet, wir bekommen jedoch keine Leistungen vom Arbeitsamt. Durch die Bestätigung vom Arbeitsamt erhalte ich jedoch weiterhin das Kindergeld.
Seit Mitte Juni arbeitet sie auf 20-30 Stunden Basis in einem Geschäft, erhält etwa 950 € netto monatlich. Mittlerweile sind es meistens mehr als 30 Stunden. Auch sie gibt trotz Aufforderung nichts zu Hause ab.
Mitte Juli diesen Jahres bin ich dann vorübergehend zu meinem Freund gezogen, da ich die seit Jahren angespannte Familiensituation zu Hause nicht mehr ertragen habe. Ich bezahle weiterhin die Miete , den Strom und alle sonstigen Kosten, die monatlich für die Wohnung anfallen. Lediglich Lebensmittel müssen die beiden selbst kaufen. Und das ist laut den beiden ungerecht genug.

Nun meine konkrete Frage: ich werde die Wohnung zum 31.1.2017 kündigen, da ich mittlerweile weder dort wohne, noch vor habe, unter all den Umständen zu meinen Kindern zurück zu gehen und ich sie mir mittlerweile nach dem Wegfall des Vaterunterhaltes und des Kindergeldes (bald sicherlich auch für meine Tochter, da sie keine Ausbildung macht) nicht mehr leisten kann.
Die beiden sind auch nicht gewillt, auszuziehen, so dass ich mit meinem Freund meine Wohnung zusammen ziehen könnte.
Wäre die Kündigung der Wohnung meinerseits rechtens, weil sich meine Kinder ja dann auch um eine Wohnung bemühen müssen?

Müssen der Vater, mit dem wir nie zusammen gelebt haben, und ich für unsere Tochter Unterhalt zahlen, wenn sie sich eine eigene Wohnung nimmt? Sie hat circa 950 € netto im Monat, noch bekomme ich Kindergeld für Sie, das würde ich ihr dann selbstverständlich auszahlen. Ist es damit genug? Oder bin ich unterhaltsverpflichtet, weil sie bisher noch nie eine Ausbildung gemacht hat?
Mein monatliches Nettoeinkommen liegt derzeit bei 2400 € inklusive Kindergeld. Davon ist jedoch noch eine private Krankenkasse in Höhe von 200€ Euro abzuziehen.

Ich bedanke mich ganz herzlich im Voraus für Ihre Antwort, viele Grüße aus Berlin!
A.R.
11.10.2016 | 20:30

Antwort

von


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Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Fragen beantworte ich wie folgt:

1. Ich gehe davon aus, dass ich ihm [dem Sohn] gegenüber auf jeden Fall nicht unterhaltsverpflichtet bin, sehe ich das richtig?

Ja, da er seine Ausbildung beendet hat und genug verdient, um seinen Lebensunterhalt (einschl. Miete etc.) selbst zu finanzieren

2. Wäre die Kündigung der Wohnung meinerseits rechtens, weil sich meine Kinder ja dann auch um eine Wohnung bemühen müssen?

Ja, Sie dürfen die Wohnung selbstverständlich kündigen. Ihre Kündigungsabsicht sollten Sie allerdings Ihren Kindern so bald wie möglich mitteilen, damit diese sich rechtzeitig entweder um einen eigenen Mietvertrag für die Wohnung bemühen oder eine neue Wohnung suchen können.

3. Müssen der Vater, mit dem wir nie zusammen gelebt haben, und ich für unsere Tochter Unterhalt zahlen, wenn sie sich eine eigene Wohnung nimmt?

Der Regelbedarf des volljährigen Kindes, das nicht bei seinen Eltern wohnt, beträgt nach den aktuellen Unterhaltsrechtlichen Leitlinien der Familiensenate des Kammergerichts (Nr. 13.1.2) derzeit 735,00 € (inkl. Miete). Bei guten Einkommensverhältnissen der Eltern (gemeinsames Nettoeinkommen > 5.100 €) kann dieser Betrag erhöht werden. Nach Ihren Angaben gehe ich davon aus, daß Ihre Tochter mit einem monatlichen Nettoeinkommen von 950 € keinen Unterhalt von ihren Eltern verlangen kann.

Dies kann sich ändern, wenn Ihre Tochter ihre Erstausbildung macht. Wenn sie z. B. ein Studium aufnimmt, werden Sie und der Kindesvater den oben genannten Regelbedarf Ihrer Tochter (zzgl. Studiengebühren und Kranken- und Pflegeversicherung) sicherstellen müssen.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Auskünften gedient zu haben und weise darauf hin, daß diese auf Ihren Angaben beruhen. Bereits geringfügige Abweichungen des Sachverhalts können zu einer anderen rechtlichen Bewertung führen.

Nutzen Sie im Zweifelsfall gern die kostenlose Nachfragefunktion!

Mit freundlichen Grüßen

Vasel
Rechtsanwalt


Rückfrage vom Fragesteller 13.10.2016 | 09:55

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Vasel,

ganz herzlichen Dank für die schnelle und kompetente Antwort! Sie haben mir sehr geholfen!
Eine Rückfrage hätte ich noch: gilt die Unterhaltspflicht bis 25 Jahre oder 26 Jahre?

Herzliche Grüße
A.R.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 13.10.2016 | 14:21

Sehr geehrte Fragestellerin,

die Unterhaltspflicht ist zeitlich nicht begrenzt. Sie umfaßt jedenfalls die Erstausbildung des Kindes, auch wenn diese z. B. erst mit dem 30. Lebensjahr enden sollte. Auch danach kann grundsätzlich ein Unterhaltsanspruch bestehen (bei erwerbsunfähig erkrankten oder behinderten Kindern).

Mit freundlichen Grüßen

Vasel
Rechtsanwalt

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