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Unterhaltspflicht für Abiturient ohne Einkommen?

15.10.2013 21:46 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Zusammenfassung: Unterhaltspflicht gegenüber einem Volljährigen, der keinen Studienplatz erhalten hat, sein Praktikum abgebrochen hat und nunmehr einen Nebenjob ausübt

Hallo,
der Sohn meines Mannes wird im Oktober 19 Jahre alt,hat sein Abi bestanden (2,9 ) lebt bei der Mutter und hat kein Studiumsplatz bekommen für dieses Jahr.
Er möchte in Richtung Film - Foto -Video - Design studieren.
Im September hatte er deshalb ein Praktikum bei einem großen Fotografen angefangen,was er nach 3 Wochen abbrach.Jetzt hat er sich einen geringfügigen Callcenter Job gesucht,indem er nun die 2.Woche arbeitet.Bewerbungen werden weiterhin für Praktikas geschrieben und er war nun auch schon auf dem Arbeitsamt.
Nun meine Fragen.
Muß er ein Praktikum vorweisen oder reicht sein geringfügiges arbeiten bis zum voraussichtlichen Studiumbeginn 2014 und wird der Unterhalt angerechnet?
In dieser Selbstpfindungs - Orientierungsphase - freiwilliges Jahr, Praktikum, Arbeiten
ist mein Mann dann unterhaltspflichtig und wenn ja ,wielange darf dieses andauern?
Danke und Grüße

Sehr geehrte Ratsuchende,

der Sohn Ihres Mannes ist 18 Jahre alt. Damit steht ihm Volljährigenunterhalt bis zum Abschluss der 1. Ausbildung oder eines Studiums zu. Die durchschnittliche Studiendauer darf hierbei nicht wesentlich überschritten werden. Nach der Beendigung des Studiums haben Studenten eine Bewerbungsfrist von drei Monaten. Nach diesen drei Monaten entfällt der Unterhaltsanspruch.
Eine Altersgrenze ab deren Zeitpunkt kein Unterhalt mehr gezahlt werden muss, gibt es nicht.

Der Unterhaltsanspruch des Sohnes Ihres Mannes richtet sich, da er noch zuhause wohnt, nach der 4. Altersstufe der Düsseldorfer Tabelle. Der monatliche Bedarf eines Volljährigen, welcher nicht mehr zu Hause lebt, beträgt 670,00 Euro. Dieser Bedarf ist von beiden Elternteilen nach Haftungsanteilen zu erbringen. Ab dem 18. Lebensjahr wird darüber hinaus das Kindergeld voll auf den Bedarf angerechnet.

Sollte er nach Beginn des Studiums Bafög erhalten, so wird das Bafög ebenfalls angerechnet.

Die Einnahmen aus dem Job im Callcenter können als Einnahmen auf den Unterhalt angerechnet werden, sofern es sich um regelmäßiges Einkommen handelt. Falls er dort weiter arbeitet, müssten die regelmäßigen Einnahmen hieraus bei dem Sohn Ihres Mannes erfragt werden.

Grundsätzlich würde ich eine Unterhaltspflicht Ihres Mannes bejahen, da der Sohn sich weiterhin um Praktikas bemüht und damit seine Kenntnisse erweitert und Erfahrungen sammelt, die mit dem angestrebten Studium im Zusammenhang stehen.

Ich hoffe Ihnen mit diesen Informationen geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Sandra Funke, Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 15.10.2013 | 23:53

Guten Abend Frau Funke,
Wie lange kann der Sohn Unterhalt beziehen, wenn er auch 2014 keinen Studiumsplatz bekommt und er auch keine Ausbildung anfängt.Muß da mein Mann auch weiterhin bis zum 25. Lebensjahr Unterhalt Zahlen?
Danke für Ihre Auskunft und einen schönen Abend

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.10.2013 | 08:19

Sehr geehrte Ratsuchende,

grundsätzlich hat der Sohn Ihres Mannes Anspruch auf Volljährigenunterhalt bis zum Abschluss einer ersten Ausbildung oder eines Studiums. Das 25. Lebensjahr hat hierbei keine Bedeutung, sondern es kann auch länger dauern, wenn der Sohn ein Studium beginnt und die Studienzeit nicht wesentlich überschritten wird.

Der Bundesgerichtshof hat in seinem Beschluss vom 03.07.2013 zu dem Aktenzeichen XII ZB 220/12 beschlossen, dass ein unterhaltsberechtigtes Kind den Ausbildungsunterhaltsanspruch gegenüber seinen Eltern nicht schon dann verliert, wenn es ihm aufgrund eines notenschwachen Schulabschlusses erst nach 3 Jahren vorgeschalteter Berufsorientierungspraktika und ungelernter Aushilfstätigkeiten gelingt, einen Ausbildungsplatz zu erlangen. Hierbei hatte das Kind die mittlere Reife mit einem Notendurchscnitt von 3,6 erlangt. Der Bundesgerichtshof führte hierbei aus, dass gewisse Ausbildungsverzögerungen nach den Umständen des Einzelfalles hinzunehmen sind. Zwar muss sich ein Schulabgänger in angemessener Zeit darüber klar werden, was er werden möchte, hierbei ist ihm jedoch eine gewisse Orientierungsphase zuzugestehen, deren Dauer von Fall zu Fall unterschiedlich ist und sich am Alter, Entwicklungsstand und den Lebensumständen des Kindes richtet. Je älter er ist und je eigenständiger er seine Lebensverhältnisse gestaltet, desto mehr tritt an die Stelle der Elternverantwortung die Eigenverantwortung. Eine lange Verzögerung der Aufnahme einer Ausbildung kann dazu führen, dass der Ausbildungsanspruch entfällt und er sich daher seinen Lebensunterhalt mit ungelernten Tätigkeiten oder sonstigen Begabungen und Fertigkeiten verdienen muss. (Senatsurteil vom 04.03.1998 XII ZR 173/06)

Mit freundlichen Grüssen

Sandra Funke, Rechtsanwältin

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