Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Unterhaltspflicht bei weiterer Ausbildung

13.05.2008 22:20 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


15:29

Sehr geehrte Damen und Herren,

meine/unsere 20-jährige Tochter hat bereits eine erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung zur Kauffrau für den Einzelhandel.
Derzeit besucht sie bei einem 5-monatigen USA-Aufenthalt eine Sprachenschule (2 Monate)und macht ein Praktikum unbezahlt(3 Monate)- jeweils in Teilzeit.
Ab Herbst wird sie voraussichtlich eine 2-jährige Schule/Studium besuchen, mit dem Ziel, einen Abschluss zum staatlich geprüften Betriebswirt (Link: http://www.sabel.com/DE/muenchen(gbs)/Weiterbildung.asp?showcontentfile=/DE/Muenchen(GBS)/weiterbildung_betriebswirtin.content)zu erreichen.

1. Frage
Hat unsere Tochter grundsätzlich noch Anspruch auf Unterhalt, da sie schon eine abgeschlossene Berufsausbildung hat?
2. Frage
Zählt die o.g. Art der Weiterbildung (Studium zum staatlich geprüften Betriebswirt)zu einer sog. Gesamtausbildung, so dass unsere Tochter weiterhin Anspruch auf Unterhalt hat?

Vielen Dank für Ihre Auskunft.

Freundliche Grüße einer Ratsuchenden

13.05.2008 | 22:29

Antwort

von


(892)
Robert-Perthel-Str. 45
50739 Köln
Tel: 022180137193
Web: http://www.rechtsanwalt-schwartmann.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ihre Fragen möchte ich wie folgt beantworten:

Ein Kind hat in der Regel nur einen Anspruch auf die Ausbildung in einem Beruf. Wenn Eltern ihrem Kind eine angemessene Berufsausbildung finanziert haben, sind sie ihrer Unterhaltspflicht in ausreichendem Maße nachgekommen und dahernicht verpflichtet, die Kosten einer zweiten Ausbildung zu tragen (BGH <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%202006,%202984" target="_blank" class="djo_link" title="BGH, 17.05.2006 - XII ZR 54/04: Umfang des Anspruchs von Kindern auf Ausbildungsunterhalt">NJW 2006, 2984</a> = <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=FamRZ%202006,%201100" target="_blank" class="djo_link" title="BGH, 17.05.2006 - XII ZR 54/04: Umfang des Anspruchs von Kindern auf Ausbildungsunterhalt">FamRZ 2006, 1100</a>).

Der BGH hat eine Ausnahme für Fälle zugelassen, in denen ein Berufswechsel notwendig ist, die erste Ausbildung auf einer deutlichen Fehleinschätzung der Begabung des Kindes beruhte - wobei rechtserheblich nur eine Fehleinschätzung der Begabung des Kindes durch die Eltern, nicht jedoch durch das Kind selbst angesehen werden kann - das Kind von den Eltern in einen unbefriedigenden, seiner Begabung und Neigung nicht hinreichend Rechnung tragenden Beruf gedrängt worden war und sich diese Fehleinschätzung schon bis zum Ende der ersten Ausbildung gezeigt hatte (BGH <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201977,%201774" target="_blank" class="djo_link" title="BGH, 29.06.1977 - IV ZR 48/76: Finanzierung der Berufsausbildung">NJW 1977, 1774</a> = <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=FamRZ%201977,%20629" target="_blank" class="djo_link" title="BGH, 29.06.1977 - IV ZR 48/76: Finanzierung der Berufsausbildung">FamRZ 1977, 629</a>).

Ein Anspruch auf Zweitausbildung wird auch befürwortet, wenn sich ein Kind, dem von den Eltern eine angemessene Ausbildung zu dem erstrebten Beruf vorenthalten worden ist, zunächst für einen Beruf entschieden hatte, der seiner Begabung und seinen Neigungen nicht entsprach (BGH <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW-RR%201991,%20194" target="_blank" class="djo_link" title="NJW-RR 1991, 194 (2 zugeordnete Entscheidungen)">NJW-RR 1991, 194</a> = <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=FamRZ%201991,%20322" target="_blank" class="djo_link" title="BGH, 24.10.1990 - XII ZR 124/89: Finanzierung einer Zweitausbildung">FamRZ 1991, 322</a>).

Nach der Rechtsprechung ist auch eine Ausbildung zu finanzieren, die sich zweifelsfrei als bloße Weiterbildung darstellt und diese Weiterbildung von vornherein angestrebt war oder während der ersten Ausbildung eine besondere, die Weiterbildung erfordernde Begabung des Kindes deutlich wurde (BGH <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201989,%202253" target="_blank" class="djo_link" title="BGH, 07.06.1989 - IVb ZR 51/88: Finanzierung eines Hochschulstudiums">NJW 1989, 2253</a> = <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=FamRZ%201989,%20853" target="_blank" class="djo_link" title="BGH, 07.06.1989 - IVb ZR 51/88: Finanzierung eines Hochschulstudiums">FamRZ 1989, 853</a>, 854).

Zur Beantwortung Ihrer Frage wird es also darauf ankommen, ob

- die erste Ausbildung auf einer Fehleinschätzung Ihrerseits beruhte und Ihre Tochter von Ihnen zu der Ausbildung als Einzelhandelskauffrau gedrängt worden ist, oder

- sich die Ausbildung zum Betriebswirten von vornherein geplant war oder sich während der ersten Ausbildung eine besondere Begabung Ihrer Tochter dafür herausgestellt hat.

Wenn Sie all diese Fragen mit "nein" beantworten können, sehe ich keine Pflicht für Sie, Ihrer Tochter auch noch die zweite Ausbildung zu finanzieren.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben und stehe Ihnen für Rückfragen und die weitere Vertretung selbstverständlich gerne zur Verfügung.



Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt




--
Rechtsanwalt A. Schwartmann
Gleueler Str. 249 D-50935 Köln
Tel: (0221) 355 9205 | Fax: (0221) 355 9206 | Hotline: (0170) 380 3595

www.rechtsanwalt-schwartmann.de
www.net-scheidung24.de
www.netscheidung.com


<a href="http://www.andreas-schwartmann.de" target="_blank"><img src="http://www.andreas-schwartmann.de/logo.gif"></a>


Rechtsanwalt Andreas Schwartmann
Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht

Rückfrage vom Fragesteller 25.05.2008 | 21:29

Sehr geehrter Herr RA Schwartmann,

vielen Dank für Ihre Auskunft, sie war sehr hilfreich.

Ich wäre sehr dankbar, wenn Sie mir zu diesem Thema noch eine weitere Frage beantworten könnten.
In unserem Fall sind wir, die Eltern der volljährigen Tochter geschieden und ein Unterhalt müsste, wenn Anpsruch bestünde, normalerweise quotenmäßig anteilig von beiden Eltern erbracht werden.
Meine Frage nun: Sollte eine Einigung dahingehend erzielt werden, dass ein Elternteil den Unterhaltsanspruch der volljährigen Tochter ganz übernimmt, weil z.B. der der andere Elternteil seinerseits auf einen Unterhaltsanspruch für ein minderjähriges Kind verzichtet. Könnte so eine Vereinbarung bei einem gerichtlich festgelegten Termin schriftlich fixiert werden, ähnlich wie ein Unterhalt vor Gericht geregelt wird und somit vollstreckbar ist?
Mir geht es darum, dass diese Einigung stichfest ist und nicht willkürlich wieder geändert werden kann.

Für eine baldige Antwort wäre ich sehr, da ich diese Auskunft für eine Entscheidungsfindung bis spätestens Montag, den 26.05.08 abends bräuchte.

Vielen Dank.

Freundliche Grüße von einer Ratsuchenden.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 26.05.2008 | 15:29

Sehr geehrte Ratsuchende,

zwar ist es möglich, daß sich im Innenverhältnis der unterhaltspflichtigen Eltern ein Elternteil dazu verpflichtet, den Unterhalt in voller Höhe zu zahlen, in dem er den anderen Elternteil davon freistellt - er darf dazu aber nicht im Gegenzug auf Unterhalt für das minderjährige Kind verzichten. Ein Verzicht auf Kindesunterhalt ist nicht zulässig.

Eine Freistellungserklärung kann auch im Rahmen eines gerichtlichen Vergleichs erfolgen.

Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt

www.rechtsanwalt-schwartmann.de
www.netscheidung.com


ANTWORT VON

(892)

Robert-Perthel-Str. 45
50739 Köln
Tel: 022180137193
Web: http://www.rechtsanwalt-schwartmann.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Familienrecht, Zivilrecht, Strafrecht, Fachanwalt Miet- und Wohnungseigentumsrecht, Verwaltungsrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 81014 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Danke für die schnelle Antwort. Sehr verständlich. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antwort kam sehr schnell und überdies wurde die Rückfrage prägnant und zügig beantwortet. Ich würde mich jederzeit wieder vertrauensvoll an ihn wenden. Jedem, der dringend juristischen Rat sucht, nur zu empfehlen! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr Freundlich und kompetent sehr Ausführlich weitergeholfen nur zu Empfehlen . Herzlichen Dank ...
FRAGESTELLER