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Unterhaltspflicht bei nicht bestandenem Physikum

| 09.11.2018 09:42 |
Preis: 56,00 € |

Schule, Hochschule, Prüfungen


Beantwortet von


18:08
Meine Tochter studiert Medizin. Nach 4 Fachsemestern. hatte sie die Scheine fürs Physikum zusammen, wollte erst nicht, dann doch antreten und ist letztendlich durchgefallen. Jetzt darf sie in einem halben Jahr noch einmal antreten, hat aber bis dahin keine Veranstaltungen.Sind wir weiterhin voll unterhaltspflichtig? Müssen wir die nicht ganz unerheblichen Semester- und Prüfungsgebühren noch einmal zahlen? Oder wäre es ihr zumutbar, ein paar Tage in der Woche zu arbeiten (sie hat ja keine Veranstaltungen) .So ein Medizinstudium hat insgesamt 4 Prüfungen, wenn sie jedes Mal durchfällt, sind die Kosten für uns unabwägbar...
09.11.2018 | 10:15

Antwort

von


(1273)
Marktstraße 17/19
70372 Stuttgart
Tel: 0711-7223-6737
Web: http://www.hsv-rechtsanwaelte.de
E-Mail:
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ein zeitweiliges Versagen des Kindes in der Ausbildung lässt den Anspruch ohne Weiteres nicht entfallen, vgl. BGH, Urteil vom 27-09-1989 - IV b ZR 83/88 .

Nach Lage des Falles schadet auch die Wiederholung einer Prüfung oder auch eines Semesters nicht, vgl. BGH, Urteil vom 11.02.1987 - IVb ZR 23/86 .

Auch bei Abbruch des Studiums kann Ausbildungsunterhalt geschuldet sein, ohne dass das Kind direkt auf eine Arbeitstätigkeit als Arbeitnehmer verwiesen werden kann, allein faktisch.

Die Grenze ist fließend, aber bei einem nicht ordnungsgemäßen - weiteren - Ausbildungsverhalten je nach Einzelfall einmal erreicht, was später einmal zum Entfallen des Unterhaltsanspruches führen könnte, wozu es aber momentan noch deutlich zu früh ist - nach den Grundsätzen der höchstrichterlichen Rechtsprechung.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Daniel Hesterberg

Nachfrage vom Fragesteller 09.11.2018 | 12:31

und in dem Wiederholungssemester (ohne Kurse) besteht auch "Mitwrkungspflicht", den finanzielle Schaden zu begrenzen?

Was ist, wenn sie sämtliche Examina erst im zweiten oder dritten Anlauf besteht, das wären max. 4 Jahr über Regelstudienzeit?

Vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.11.2018 | 18:08

Sehr geehrter Fragesteller,

sicher muss der "finanzielle Schaden" auch begrenzt werden, denn keiner darf für unangemessen lange Unterhaltsbedürftigkeit sorgen. Bei den eigenen Kindern, Jugendliche und auch junge Erwachsene, ist man da aber recht großzügig, anders als bei geschiedenen Ehegatten, die eine Erwerbsobliegenheit haben.

In einem Wiederholungssemester besteht insofern nach meiner nochmaligen Prüfung keine Mitwirkungspflicht des eigenen Kindes, den "finanziellen Schaden" zu begrenzen. Anders ist es in der zweiten Fallkonstellation, die Sie aufgezeigt haben:

Bei mehrmaligen Wiederholungen und beim zweiten oder gar dritten Ablauf ist aber die Unterhaltspflicht begrenzt bzw. entfällt dann sogar völlig - keine Sorge. Das muss man dann eben hier erst einmal abwarten.

Aber es verbieten sich leider sämtliche rein schematischen Lösungen, denn dazu sind die Fallgestaltungen zu vielschichtig. Das mag mann bedauern, liegt aber in der Natur der Sache.

Ich hoffe, Ihnen gedient zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Hesterberg

Bewertung des Fragestellers 11.11.2018 | 20:10

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"Ich habe die Antwort des Anwalts nicht verstanden und kann mit den Urteilen nichts anfangen

Nachtrag: Nach meiner Nachfrage wurde es deutlich nicht-juristischer und damit verständlicher. "
Stellungnahme vom Anwalt:
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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 11.11.2018
2,8/5,0

Ich habe die Antwort des Anwalts nicht verstanden und kann mit den Urteilen nichts anfangen

Nachtrag: Nach meiner Nachfrage wurde es deutlich nicht-juristischer und damit verständlicher.


ANTWORT VON

(1273)

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