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Unterhaltspflicht bei Volljährigkeit?

08.07.2018 10:49 |
Preis: 51,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


18:00

Zusammenfassung: Zum Unterhaltsanspruch eines Volljährigen.

Hallo,

Im Sommer 2016 begann mein Sohn seine Ausbildung zum Schreiner. Nachdem seine Noten und auch seine betrieblichen Leistungen recht schlecht waren, vereinbarte der Lehrbetrieb zusammen mit ihm eine Wiederholung des ersten Lehrjahres. Welches er dann nochmals im Sommer 2017 begann. In diesem Jahr wurde er auch volljährig.
Leider hat mein Sohn seine zweite Chance nicht genutzt und es sogar noch fertig gebracht dass seine Leistungen noch schlechter wurden, aus diesem Grunde hat sich der Lehrbetrieb von ihm getrennt. Auf meine Nachfragen wie es denn nun weitergehen würde, hat er geantwortet er würde wahrscheinlich wieder eine Schule besuchen um sich neu zu orientieren. In diesem Jahr wird er 19 Jahre alt. Besteht von meiner Seite ja noch Unterhaltspflicht solange er sich nicht in einer Ausbildung befindet, da er die Regel Schulzeit schon abgeleistet hat. Ich wäre sehr froh über eine Auskunft.
Mit freundlichen Grüßen.
Herr V.
08.07.2018 | 11:59

Antwort

von


(342)
Raueneggstr. 41
88212 Ravensburg
Tel: 0751/25971
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1.
Ein volljähriges Kind hat Anspruch auf Unterhalt nur im Rahmen einer Schulausbildung oder Berufsausbildung. Die Ausbildung muss aber zielstrebig verfolgt werden.

Ein einmaliges Wiederholen bei einer Schreinerausbildung wird hier einem Jugendlichen noch nicht zum Vorwurf gemacht werden können. Nachdem auch die Wiederholung nicht geklappt hat und der Lehrbetrieb sich von Ihrem Sohn getrennt hat (hierfür muss es wichtige Gründe gegeben haben) dürfte es an einer zielstrebigen Berufsausbildung gefehlt haben.

Es ist auch unklar, was Ihr Sohn jetzt ausbildungsmäßig tun will. Die Schreinerlehre war offenbar ein Fehlgriff.
"Wieder eine Schule" besuchen zu wollen, ist sehr wenig konkret

Ihr volljähriger Sohn sollte sich zunächst klar werden, was er ausbildungsmäßig künftig zu will.

2.
Nach meiner Einschätzung lässt es sich daher vertreten, wenn Sie gegenwärtig keinen Unterhalt mehr zahlen

Sollte Ihr Sohn allerdings einen Rechtsanwalt einschalten, würde ich Ihnen empfehlen, ebenfalls einen Rechtsanwalt zu beauftragen.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Reinhard Moosmann

Nachfrage vom Fragesteller 08.07.2018 | 16:04

Hallo, erst einmal vielen Dank für die konkrete Beantwortung. Jedoch stellt sich mir nur noch die Frage wie es mit meiner Unterhaltspflicht aussieht wenn mein Sohn jetzt noch ein Jahr lang eine Maßnahme besucht die ihm dabei helfen soll sich um eine eventuelle Lehre zu bewerben und nebenbei einen 450 Euro Job ausübt. Vielen Dank auch hier für die Beantwortung.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.07.2018 | 18:00

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Nachfrage nehme ich wie folgt Stellung:

1.
Leider ist das so genau nicht geregelt. § 1610 Abs. 2 BGB lautet nur:

"Der Unterhalt umfasst den gesamten Lebensbedarf einschließlich der Kosten angemessenen Vorbildung zu einem Beruf..".

Es ist eine Frage des Einzelfalls, welche Orientierungsphase einem volljährigen Kind zugebilligt wird.

2.
Wenn Ihr Sohn nach einem Jahr noch ein Jahr eine Maßnahme besuchen will, die ihm dabei helfen soll, um eine Lehre zu bewerben und nebenbei noch einen 450,--€-Job ausübt, erschein mir das nicht von vornherein unvernünftig zu sein.

Das Oberlandesgericht Karlsruhe nimmt keinen Unterhaltsanspruch an, wenn es nur der Überbrückung dient (OLG Karlsruhe NJW 2012,1599).

Mit freundliche Grüßen
Rechtsanwalt Moosmann


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