Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Unterhaltsleistung in Form von Wohneigentum an Mutter

18.05.2010 19:09 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA


Guten Abend,

folgende Frage: Meine Mutter bezog seit Jahren Hartz4. Ich habe im Jahr 2000 eine Eigentumswohnung erworben.
Da es bei meiner Mutter im Haus immer mehr Schwierigkeiten mit dem Vermieter gab, ( der Mann ist 86, Alsheimer, wird privat betreut) habe ich mich dazu entschlossen, auszuziehen und meiner Mutter meine ETW unentgeldlich zu überlassen. Früher übernahm das Amt die Miete in der alten Wohnung, da meine Mutter mit einer Gehbehinderung (60% auf Behindertenausweis) nicht mehr arbeiten konnte. Meine Mutter wurde letztes Jahr im Januar 65 und bezieht seither eine minimale Rente von knapp 360,- Euro/Monat. Da dieser Betrag gerade so zum Leben langt und sie ja schließlich auch meiner Mutetr ist, zahlt sie lediglich die Umlagen, die auf sie abfallen. Alles alleine kann ich leider auch nicht übernehmen. Das Amt zahlt nichts mehr dazu, da es sich um meine Wohnung handelt, obwohl normalerweise (wenn sie in einer Mietwohnung wohnen würde) ein Anspruch auf Hilfe zum Lebensunterhalt bestehen würde.

Nun habe ich folgendes gelesen:

Als außergewöhnliche Belastung absetzbar sind nur "typische" Unterhaltsleistungen. Dazu gehört neben baren Geldleistungen alles, was für den üblichen Lebensbedarf bestimmt ist:

Ernährung,
Kleidung,
Wohnung,
persönliche Bedürfnisse wie Tabakwaren, alkoholische Getränke oder Kosmetikartikel,
Krankenversicherungsbeiträge,
Ausgaben für Aus- und Fortbildungsmaßnahmen,
sonstige Kosten der normalen Lebensführung.
Überlassen Sie der bedürftigen Person unentgeltlich eine Wohnung, können Sie dafür steuerlich geltend machen:
die ortsübliche Miete,
die verbrauchsabhängigen Kosten, z.B. für Heizung, Strom, Wasser, Abwasser, Müllabfuhr usw.,
die verbrauchsunabhängigen Kosten, wie Schuldzinsen, Grundsteuer, Versicherungsbeiträge usw.

Nicht absetzbar sind z.B.

reine Geschenke zu Festtagen wie Weihnachten, zu persönlichen Ereignissen wie Geburtstagen oder anlässlich von Besuchen,
Unterhaltungselektronik und
Haushaltsgeräte von nicht unerheblichem Wert.


Nun meine Frage: Ich bin als Tochter ja Unterhaltsverpflichtet. Kann ich dann tatsächlich diesen Umstand als außergewöhnliche Belastung steuerlich geltend machen?
Ebenso zahle ich für meine Mutter eine private Haftpflichtversicherung, sowie eine Hausrat- und Rechtschutzversicherung, für den Fall, das mal was passiert. Immerhin wohnen wir knapp 70 km auseinander.
Kann ich auch dies absetzen?
Belege bzgl. der Wohnung kann ich natürlich keine erbringen, da ich ja meiner Mutter nur eine Sache zur Nutzung überlasse...?!
Wie belegt man solche Sachen?

Vielen Dank vorab für die Info!

Regina K.

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt beantworte:

Die außergewöhnlichen Belastungen in besonderen Fällen sind in § 33a EStG geregelt. Danach umfassen die außergewöhnlichen Belastungen auch die Kosten für den Unterhalt einer gesetzlich unterhaltsberechtigten Person, hier Ihrer Mutter.
Gem. § 1601 BGB sind Sie Ihrer Mutter zum Unterhakt verpflichtet, soweit Sie diesen nicht alleine leisten kann und auf entsprechende Leistungen angewiesen ist.

Der von Ihnen geleistete Unterhalt an Ihre Mutter kann als außergewöhnliche Belastung bis zu einem betrag von EUR 7.680 in 2009 und EUR 8.004 in 010 8.004 steuerlich geltend gemacht werden.

Der Höchstbetrag wird dabei durch die monatliche Rente als Einnahmen reduziert.

Anhand Ihrer umfangreichen Aufstellung sollten Sie daher entsprechende Unterhaltsleistungen vollumfänglich aufführen und mit entsprechenden Nachweisen belegen.

Hinsichtlich der Übernahme der Versicherungsbeiträge sollten Sie diese angeben. Bei der Bemessung der Unterhaltshöhe für die Wohnung ist die ortsübliche Miete anzusetzen, deren Nachweis Sie mit einer Quelle (Gemeinde, Vergleichsmieten www.immobilienscout24.de) belegen sollten.

Allerdings sehe ich hier nur die Nebenkosten als ansetzbar an, da eine entsprechende Unterhaltsleistung für die Wohnungsmiete wieder zu faktischen Mieteinnahmen von Ihnen führen würden, die wiederum steuerlich ansetzbar wären, wenn auch nur in Höhe von mindestens 75 %.

Die Kosten für die Lebensführung kann hierbei geschätzt werden oder Sie rechnen anhand eines Beispielmonats die Ausgaben auf das gesamte Jahr hoch.

Ich hoffe ich konnte Ihnen einen ersten hilfreichen Überblick verschaffen.

Mit besten Grüßen

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 71437 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Durch die Nachfrage wurde alles geklärt! Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Antwort hat meine Fragen beantwortet. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Kurze, klare eindeutige Antwort auf die Frage. Rechtssicherheit gegeben. ...
FRAGESTELLER