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Unterhaltsberechnung nach Düdo Tabelle

19.08.2009 12:24 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Reinhard Otto


Sehr geehrte Damen und Herren,

zunächst möchte ich Ihnen meine Ausgangssituation aufzeigen.

Ich bin berufstätig, ledig und habe 2 Kinder von unterschiedlichen Frauen.

Mein Sohn A ist im Juli 2001 geboren und lebt bei seiner Mutter B. Seit Feb. 2004 leben wir getrennt. Wir waren nicht verheiratet. Die Mutter von A ist verbeamtete Lehrerin und arbeitet in Vollzeit. Beide leben mietfrei bei den Eltern von B im Haus. Seit Feb. 2004 zahle ich gem. Düsseldorfer Tabelle Unterhalt für meinen Sohn A.
Jedes 2te bzw. 3te Wochenende hole ich ihn, so dass er die Tage bei uns ca. 80 km von seinem Wohnort entfernt verbringen kann. Einmal im Jahr, verbringt er 2-3 Wochen bei uns. In dieser Zeit fahren wir zwei auch in den Urlaub.

Meine Tochter C ist Oktober 2008 geboren und lebt mit Ihrer Mutter D bei mir.
Die Mutter von C bezieht derzeit kein Einkommen sie befindet sich in Elternzeit. Die Wohnung finanzierten wir gemeinsam. Es fällt hierbei eine mtl. Belastung an.

Unterhaltsberechnung bisher:
Bisher wurde der Unterhalt wie folgt errechnet.

Als Basis habe ich mein mtl. Durchschnittseinkommen aus dem letzten abgeschlossenen Veranlagungszeitraum herangezogen, d.h. Der Veranlagungszeitraum, wofür mir bereits ein endgültiger Einkommenssteuerbescheid vorlag. Somit konnte ich veranlagungsgerecht die entsprechende Steuerrückzahlung bzw. –nachzahlung entsprechend berücksichtigen. Dies ist meines Erachtens von Bedeutung, da durch Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung (z.T. positiv, z.T. auch negativ durch Instandhaltungsmassnahmen) keine Kontinuität im Jahreseinkommen und somit im mtl. Durchschnitts-einkommen gegeben ist.

Berechnungsmethodik, anhand der ich bisher den Unterhaltsbetrag ermittelte (hier 2007) :

a) Summe mtl. Nettoeinkommen (Jan 2007 – Dez 2007; 2007 ist letzter Veranlagungszeitraum, wofür bereits
ein ESt-Bescheid vorliegt)

./. Werbungskosten 2007 aus nichtselbständiger Arbeit (tatsächlicher Nachweis gem. Est-Erklärung da
Werbungskosten höher als 5%)

./. Versicherungen 2007 (u.a. Krankenversicherung, HV)

+ Einkünfte aus Kapitalvermögen 2007

+ bzw. ./. Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung 2007

b) = Summe der Einkünfte 2007
c) Summe der Einkünfte 2007 (b) / 12 = mtl. Durchschnittseinkommen für 2007 als Basis für den Unterhaltbetrag gem. Düsseldorfer Tabelle

Die Düsseldorfer Tabelle geht meines Wissens von 3 unterhaltsberechtigten Personen (4-köpfiger Haushalt) aus, so dass ich bisher, also vor der Geburt meiner Tochter C den Betrag für 1 Unterhaltberechtigten, also Sohn A in der Tabelle zu ermittelte. Dies berücksichtigte ich, indem ich 2 Stufen in der Tabelle höher ging.

d) => Unterhaltsbetrag gem. Düsseldorfer Tabelle

Danach erhöhte ich den Betrag d) um den hälftigen Krankenversicherungsbeitrag, den B für A zahlt (sie und somit der Sohn sind Privatversichert).

e) => Unterhaltbetrag incl. KV für A

Der Betrag e) war bisher (vor Geburt von C) der Unterhalt, den ich mtl. an B zahlte.
Dabei wurde das Kindergeld, das B für A bezieht nicht berücksichtigt bzw. in Abzug gebracht.


Neue Ausgangssituation sowie Fragestellungen:

Wie Anfangs geschildert gibt es seit 06.10.08 zwei weitere unterhaltsberechtigte Personen zu berücksichtigen, nämlich meine Tochter C sowie meine Lebensgefährtin D, die derzeit nicht erwerbstätig ist.

1. Wie werden diese additiven zwei Personen bei der Unterhaltsermittlung berücksichtigt?
a) Evtl. indem man von nun 3 unterhaltsberechtigten Personen ausgeht und dies durch „Springen“ in der Tabelle berücksichtigt ?
b) Evtl. durch Berücksichtigung von Selbstbehalten bei der Einkommensermittlung ?

2. Kann der Unterhaltsbetrag, wie oben beschrieben, um den Kindergeldbetrag (evtl. hälftigen?), den die Mutter B bezieht gekürzt werden?

3. Mir entsteht, wie oben beschrieben, eine mtl. Belastung für Wohnungsfinanzierung und Nebenkosten. Kann dieser Betrag bzw. der Finanzierungsanteil daraus bei der Unterhaltsberechnung berücksichtigt werden?

4. Wie kann die Tatsache berücksichtigt werden, dass B mietfrei wohnt und somit deutlich weniger finanzielle Belastung zu tragen hat, als der andere Elternteil?

5. Können Kosten die mir additiv für A entstehen (z.B. Urlaub, Fahrtkosten, Kleidung etc.) bei der Unterhaltsberechnung berücksichtigt werden? Hier soll bitte kein falscher Eindruck entstehen – ich erbringe die Ausgaben sehr gerne für meinen Sohn – es geht mir vielmehr um die korrekte Unterhaltsberechnung, da die Düsseldorfer Tabelle durchaus Fragen bzw. Interpretationsspielräume offenlässt.

6. Wie ist mit dem kürzlich in der Presse diskutierten BGH-Urteil hinsichtlich Betreuungskosten umzugehen.
a) Werden die Betreuungskosten (einkommensabhängig aufgeteilt) auf Betrag e) (s.o.) addiert?
b) Wie errechnet sich die Bezugsgrösse für die einkommensabhängige Aufteilung?
c) Ab wann (ab Datum des Urteils?) sind die Betreuungskosten dem Unterhaltsbetrag zuzurechnen?
d) Gilt dies auch rückwirkend, wenn ja bis wann?


Schönen Gruß & Besten Dank

Guten Tag,

ich möchte Ihre Anfrage auf der Basis der mitgeteilten Informationen wie folgt beantworten, wobei ich darauf hinweisen möchte, dass dies keine endgültige Berechnung des Unterhaltes ersetzen kann, wozu konkrete Informationen und Zahlen fehlen.

zu 1:
Sie sind jetzt gegenüber 3 Personen unterhaltspflichtig und zwar den beiden Kindern und Ihrer Ehefrau.
Die Düsseldorfer Tabelle geht von drei Unterhaltsberechtigten Personen aus, unabhängig von der Frage des Ranges.
Da in Ihrem Fall diese Anzahl weder unter- noch überschritten wird, erfolgt eine Eingruppierung in die maßgebliche Einkommensstufe ohne Zu- bzw. Abschlag.

zu 2:
Ja, der Kindergeldbetrag ist anteilig zu berücksichtigen.


zu 3:
Sie können die Finanzierungsbelastungen nicht direkt absetzen. Hier muss vielmehr auf der Einkommensseite der fiktive Wohnwert der Immobilie angesetzt werden, von dem dann die mit der Finanzierung der Immobilie verbundenen Belastungen auf der Ausgabenseite abgesetzt werden können.


zu 4:
Da Sie für B keinen Unterhalt zahlen, sondern nur für das gemeinsame Kind A, ist das Einkommen der Kindesmutter grundsätzlich ohne Einfluss auf den von Ihnen zu zahlenden Kindesunterhalt.

Ein Unterhaltsanspruch kann nur in ganz engen Ausnahmesituationen entfallen. Das OLG Brandenburg hat einen solchen Ausnahmefall angenommen, wenn die Kindesmutter, bei der das Kind lebt, ein mehr als doppelt so hohes Einkommen hat wie der Kindesvater. (Az: 10 UF 91/05).

zu 5:
Sofern und soweit Sie Sonderbedarf bezahlen, ist die auf die laufende Unterhaltsverpflichtung nicht anzurechnen. Dies ergibt sich zum einen aus der Charakteristik des Sonderbedarfes, der eben ZUSÄTZLICH gezahlt werden muss, zum anderen daraus, dass die Kindesmutter einen Anspruch auf Barunterhalt hat, über den sie, im Interesse des Kindes, selber verfügen darf.


zu 6:
Nach der aktuellen Entscheidung des BGH werden die Betreuungskosten auf den sich nach der Düsseldorfer Tabelle ermittelten Zahlbetrag aufgeschlagen.

Sie sind entsprechend den ermittelten Einkünften der Eltern zu verteilen, wobei maßgebend die nach unterhaltsrechtlichen Leitlinien errechneten Nettoeinkünfte sind. Diese werden verglichen; ihr Verhältnis zueinander bestimmt die Verteilquote.

Die Unterhaltskosten sind grundsätzlich nicht rückwirkend, sondern ab Geltendmachung durch die Kindesmutter zu leisten.


Ich hoffe, Ihre Fragen hinreichend klar beantwortet zu haben.

Falls Sie eine umfassende Unterhaltsberechnung an Hand konkreter Zahlen wünschen, stehe ich gerne zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen


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Danke zusammenfassend ganz ok wohl auch in meinem Sinne allerdings hat bei mir die Antwort der Anwältin auf meine Rückfrage nochmal eine Unsicherheit ausgelöst und ich kann leider nichts mehr weiter klären da nur eine Rückfrage ... ...
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