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Unterhaltsberechnung geschiedener Eltern bei volljährigen Kindern

| 07.10.2013 20:12 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Steffan Schwerin


Ich habe drei Kinder (Tochter A:20, Tochter B:18, Sohn C:16)

Ich bin schon lange geschieden und seit knapp 10 Jahren wieder verheiratet.
Aktuell lebt Tochter A, Studentin, bei meiner Exfrau. Tochter B, im 2.Versuch auf einem Wirtschaftsgymnasium, ist vor ca. 14 Tagen bei der Mutter ausgezogen, da diese sie wiederholt zum Auszug aufgefordert hat, es herrschen im Moment unüberbrückbare Differenzen. Sie wohnt bei einer Freundin.
Unser Sohn lebt bei mir.

Ich bin angestellt und habe ein monatliches Einkommen abzgl KV in Höhe von 3.200€ netto.
Mein Ex ist seit mehr als 10 Jahren selbständig tätig, ich habe keine Ahnung, was sie verdient. Ihr Lebensstil und die Aussagen „ich habe kein Geld" passen sehr offensichtlich nicht zusammen.

Die Mutter zahlt keinen Unterhalt für den Sohn und Tochter A erhält 100€ vom Kindergeld und Tochter B erhält jetzt nach Auszug ihr gesamtes Kindergeld.
Ich unterstütze die Töchter jeweils mit ca. 100-150€/Monat. Beide haben Minijobs.

Dies wurde bisher einvernehmlich mit allen Kindern besprochen.

Durch den Rausschmiss meiner Tochter B hat sich die Situation verändert. Wir haben ihr zugeraten (sie wohnt 150km entfernt) sich vom Jugendamt beraten und bei der Wohnungssuche bzw. WG Zimmer unterstützen zu lassen.

So weit, so gut.

Laut Aussage vom Jugendamt, wird dies die Eltern zur Unterhaltszahlung verpflichten.
Meine Fragen: Wie findet die gemeinsame Berechnung denn statt? Was ist mit dem „Einkommen" aus der Selbständigkeit meiner Ex (Unternehmensform GmbH)? Bleibt die Unterhaltspflicht allein an mir hängen, wenn meine Exfrau glaubhaft nachweisen kann, dass sie nur ein sehr geringes oder gar kein Einkommen hat?
Wird mein Sohn C unterhaltsmindernd angerechnet, auch, dass ich im Moment keinen Unterhalt für ihn bekomme?

Können Sie mir beispielhaft errechnen, wie sich der Unterhalt aufteilen würde, wenn meine Exfrau 1500€/Monat netto verdienen würde?
Herzlichen Dank.

Beste Grüße,
ein frustrierter Vater

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


- Wie findet die gemeinsame Berechnung denn statt?

Für Tochter A, die Studentin haften beide Elternteile anteilig je nach Einkommen für den Unterhalt.

Für Tochter B zahlen, da sie volljährig ist, auch beide Elternteile anteilig je nach Einkommen den Unterhalt.

Für Sohn C muss die Mutter Unterhalt zu Ihren Händen zahlen.

A und B müssen ihren Unterhaltsanspruch selbst geltend machen.

Bedingt kann auch noch das Jugendamt halten – insbesondere bei B.

Zunächst ist die Auskunftsstufe gegeben, sodass beide Elternteile jeweils Auskunft über ihre Einkünfte erteilen müssen.

Bei Ihnen ist der durchschnittliche Verdienst der letzten 12 Monate relevant.

Bei der Mutter sind dann aufgrund der Selbstständigkeit die letzten 3 Jahre relevant.

- Was ist mit dem „Einkommen" aus der Selbständigkeit meiner Ex (Unternehmensform GmbH)? Bleibt die Unterhaltspflicht allein an mir hängen, wenn meine Exfrau glaubhaft nachweisen kann, dass sie nur ein sehr geringes oder gar kein Einkommen hat?

Sie muss ihre Steuererklärungen, BWA und EÜR der letzten 3 Jahre vorlegen.

Daraus ergibt sich dann für sie das einzusetzende Einkommen.

Wenn sie nachweisbar nichts hat, heißt das nicht, dass Sie für sämtliche Unterhaltsforderungen allein haften. Aber die Mutter muss dann keinen Unterhalt zahlen.

Wobei man sie in puncto Kind C durchaus dazu verpflichten könnte, sich einen besser bezahlten Job zu suchen, um ihrer Unterhaltspflicht nachzukommen.

- Wird mein Sohn C unterhaltsmindernd angerechnet, auch, dass ich im Moment keinen Unterhalt für ihn bekomme?

Ja, C wird als minderjähriger Unterhaltsberechtigter auch entsprechend berücksichtigt. Es wird insoweit auch eine Unterhaltspflicht bei Ihnen berücksichtigt.

- Können Sie mir beispielhaft errechnen, wie sich der Unterhalt aufteilen würde, wenn meine Exfrau 1500€/Monat netto verdienen würde?

Für C muss sie dann 334 Euro zu ihren Händen zahlen.

Gegenüber A hat sie einen Selbstbehalt von 1.200 Euro, sodass bei 1.500 Euro netto abzüglich der 334 Euro für den Minderjährigen nichts mehr zahlen muss.

Gegenüber B hat sie einen Selbstbehalt von 1.000 Euro, sodass sie noch 166 Euro übrig hat für den Unterhalt. Der Bedarf für B liegt bei 480 Euro, wovon die Mutter dann 166 Euro und Sie 314 Euro zahlen müssten.

Für A gilt auch der Bedarf von 480 Euro, da sie bei einem Elternteil lebt und nicht allein. Abzüglich der 184 Euro Kindergeld verbleiben dann 296 Euro, die Sie zahlen müssten, da die Frau nichts mehr anrechenbares hat.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Steffan Schwerin, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 07.10.2013 | 21:55

Sehr geehrter Herr Schwerin,

vielen Dank für Ihre prompte Antwort.
Was mir nicht ganz klar ist, wie errechnen Sie denn den Bedarfsbetrag für A+B in Höhe von 480€?

Denn...

Fasse ich die Einkommen meiner Ex und mir zusammen: 3200+1500=4700€ ergibt dies in der Düdorf Tabelle Stufe 9=742€ abzgl Kindergeld =558€?

Und...

In welcher Höhe wirkt sich meine Unterhaltsverpflichtung C mindernd gegenüber A+B aus?

Herzlichen Danke.
Viele Grüße,
ein Vater

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.10.2013 | 22:09

Guten Abend,

ja, Verzeihung, das hätte ich gleich klarstellen sollen.

Der Bedarf ergibt sich aus der Düsseldorfer Tabelle.

Beim Einkommen hatte ich mich verrechnet. Daher sind es in der Tat 558 Euro.

Sie zahlen dann für B 392 Euro.

Bei A sind es dann 558 Euro.

Da Sie damit aber immer noch über dem Selbstbehalt gegenüber dem C liegen, wirkt sich die Unterhaltszahlung nicht mindernd aus.

Nur wenn man letztlich mit dem Selbstbehalt in Berührung kommt, es also zum Mangelfall wird, hat der fiktive Unterhalt an C Vorrang.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 23.10.2013 | 12:42

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

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"Die erste Antwort enthielt leider fehlerhafte Berechnungen, die dann auf Nachfragen korrigiert wurden."
FRAGESTELLER 23.10.2013 4/5,0
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