Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Unterhaltsberechnung für Kind aus erster Ehe


31.10.2005 12:09 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Welche Unterhaltshöhe für Kind aus erster Ehe bei folgender Ausgangssituation:

Meine erste Ehe wurde 19988 nach Recht der DDR geschieden. Die beiden Kinder aus dieser Ehe sind jetzt 23 und 20 Jahre alt. Die 23jährige Tochter ist verheiratet (wirtschaftlich selbstständig), der 20jährige Sohn studiert. Für diesen ist die Unterhaltshöhe gesucht. Meine geschiedene Ehefrau ist nicht wieder verheiratet (Lebensgemeinschaft) und erhält Kindergeld für unseren 20jährigen Sohn. Sie ist erwerbstätig (Beamtin) und hat mir gegenüber keinen Unterhaltsanspruch.

Ich, als Unterhaltsverpflichteter, habe eine Nettoeinkommen von ca. 3500 EUR je Monat, bin in zweiter Ehe verheiratet und habe aus dieser Ehe wiederum zwei Kinder (18 Jahre -Schüler- und 5 Jahre), die über kein eigenes Einkommen verfügen. Meine jetzige (2.) Ehefrau ist berufstätig und besitzt ein eigene Einkommen von ca. 1400 EUR netto monatlich. Für diese beiden Kinder bekommen wir 308 EUR Kindergeld pro Monat.

Wie und in welcher Höhe berechnet sich das von mir für meinen 20jährigen Sohn aus erster Ehe zu zahlende Kindergeld? Die Neuberechnung wurde notwendig, da für die 23jährige Tochter nach der Heirat die Unterhaltsverpflichtung entfallen ist.

Vielen Danke.

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Ratsuchender,

der Unterhaltsanspruch Ihres Sohns richtet sich zunächst nach seinem Bedarf. Lebt dieser in einem eigenen Haushalt, ist der Bedarf mit 640 EUR (kann je nach OLG Bezirk etwas abweichen) anzunehmen. Lebt er noch bei der Mutter, ist der Bedarf nach der Summe der anrechenbaren Einkommen von Ihnen und der Kindesmutter zu bestimmen.

Der von Ihnen zu zahlende Unterhalt kann daher hier nicht berechnet werden, da nicht nur Sie, sondern auch die Kindesmutter anteilig nach den jeweiligen Einkünften zum Unterhalt verpflichtet sind. Ohne das Einkommen der Kindesmutter zu kennen, kann daher eine Höhe des von Ihnen zu zahlenden Unterhaltes nicht genannt werden, da bei der Unterhaltsberechnung die anrechenbaren Einkommen beider Elternteile zu ermitteln.

Sie müssen aber darauf achten, dass von Ihrem Einkommen, wenn Sie nicht selbständig sind, berufbedingte Aufwendungen in Abzug geberacht werden können. Bei einigen Oberlandesgerichten kann pauschal ein Abzug von 5% vom Nettoeinkommen, höchstens 150,00 EUR vorgenommen werden. Höhere Kosten können auf Nachweis abgezogen werden. Andere Gerichte ziehen nur konkret nachgewiesene berufsbedingte Ausfwendungen ab, den pauschalen Abzug gibt es dort nicht.

Da ich noch nicht erkennen kann, wo Sie wohnen, kann ich dazu leider noch keine genaue Eingrenzung machen.

Weiter wird von Ihrem Einkommen der Kindesunterhalt für die Kinder aus zweiter Ehe abgezogen; hier auch der Unterhalt für den volljährigen Sohn, da dieser noch Schüler ist. Die genaue Höhe richtet sich ebenfalls nach Ihrem festzustellenden anrechenbaren Nettoeinkommen.

Das Einkommen Ihrer zweiten Frau wird Ihrem Einkommen nicht hinzugerechnet. Auch nicht das Kindergeld.

Das Einkommen der zweiten Frau kommt nur dadurch zum Tragen, dass eine Anrechnung indirekt erfolgt. Sie sind grundsätzlich Ihrer zweiten Frau zum Unterhalt verpflichtet. Deswegen wird bei der Berechnung von Unterhaltsansprüchen von volljährigen Kindern für Ihre zweite Frau ein Betrag in Höhe von 800,00 EUR (OLG Oldenburg) angenommen. Der Einsatzbetrag wird von OLG zu OLG anders beurteilt und hängt eben davon ab, ob die Ehefrau Eerwerbstätig ist oder nicht. Eigenes Einkommen ist jedoch nach Abzug von Aufwendungen wiederum abzuziehen. Verdient Ihre Frau 1.400 EUR und können keine weiteren Abzüge vorgenommen werden, kann der oben genannte Einsatzbetrag nicht oder nicht in voller Höhe in Anrechnung gebracht werden.

Sie sehen also, dass die Frage des konkreten Unterhaltsbetrages in Ihrem Fall von noch vielen Einzelpunkten abhängt, die geklärt werden müssen.

Diese ganz individuelle Beratung kann dieses Forum ( siehe Button " Hilfe" ) nicht bieten. Suchen Sie daher vor Ort einen Kollegen auf, der an Hand der Unterlagen die Berechnung vornehmen kann und insbesondere auch die Einkommensnachweise der Kindesmutter anfordern kann, die für eine Berechnung unerlässlich sind.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 02.11.2005 | 16:41

Sehr geehrte Frau True-Bohle,

hier die von Ihnen gewünschten Zusatz-Informationen. Der 20jährige Sohn aus erster Ehe (kein eigenes Einkommen) wohnt im Haushalt seiner Mutter (meiner erten Frau) in Magdeburg/Sachen-Anhalt. Das Netto-Einkommen meiner ersten Frau beträgt aktuell ca. 2300 EUR (inkl. 154 EUR Kindergeld). Ich selbst lebe mit meiner zweiten Frau (Netto-Einkommen ca. 1500 EUR) und meinen beiden anderen Kindern (5 und 18 Jahre) in einem Haushalt in Dresden/Sachsen. Mein Netto-Einkommen beträgt ca. 3500 EUR + 308 EUR Kindergeld für diese im Haushalt lebenden Kinder ohne eigenes Einkommen.

Mit diesen Angaben würde ich mich über eine konkretere Antwort zu meiner Unterhaltsverpflichtung (gegenüber dem 20jährigen Sohn aus erster Ehe) freuen.

Mit freundlichen Grüßen
Harald Pfefferkorn

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.11.2005 | 07:57

Bei einem Gesamtnettoeinlommen von über 4.800,00 EUR ist der Unterhalt nach der anzuwendenen Tabelle des OLG Naumburg nach den Umständen des Einzelfalles zu berechnen. Die genaue Höhe wird daher nicht pauschal zu berechnen sein, wobei ich nochnals darauf hinweise, dass dieses Forum die individuelle Beratung, die bei Ihnen offenbar dringend notwendig ist, nicht ersetzen kann (siehe Button "Hilfe").

Grundlegend wird von einem Bedarf von MINDESTENS 670,00 EUR auszugehen sein, wobei - wegen den besonderen Umständen - hier eher an eine Erhöhung zu denken ist. Der von Ihnen anteilig zu zahlende Betrag wird daher bei rund 400,00 EUR liegen.

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER