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Unterhaltsberechnung bei Auslandstätigkeit des Vaters

22.03.2016 11:30 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

seit Mai letzten Jahres arbeite und wohne ich in Dalian (Volksrepublik China). Ich bin deutscher Staatsbürger und für eine deutsche Firma tätig, die mich nach Dalian entsendet hat (Expat). Ich bin bis auf wenige Wochen im Jahr nicht in Deutschland, sondern die meiste Zeit in China.

In Deutschland habe ich ein uneheliches Kind mit einer Deutschen. Sie hat mitbekommen, das ich beruflich in China unterwegs bin und versucht nun mich über das Jugendamt auszunehmen.

Durch Zufall habe ich von der Verbrauchergeldparität bzw. Kaufkraftvergleichen gelesen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, das man für Produkte die dem europäischen Standard nah kommen bzw. für Importware aus dem Westen in China bis zu dreimal soviel wie in Deutschland zahlen muss. Wie wirkt sich der Umstand, das ich in China lebe auf die Höhe des in Deutschland zu zahlenden Unterhalts aus?

Ich sehe es nicht ein, mit dem Unterhalt die Konsumfreude der Kindesmutter zu unterstützen. Zumal sie selbständig ist und mit Sicherheit selbst nicht schlecht verdient.

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich hat das Kind einen Unterhaltsanspruch gegen beide Elternteile. In Ihrem Fall erfüllt die Kindesmutter ihre Unterhaltsverpflichtung durch Betreuung des Kindes. Der Elternteil, der das Kind nicht betreut, hat Kindesunterhalt zu bezahlen. Dies ist ein Anspruch des Kindes, der von der Mutter als gesetzlicher Vertreterin geltend gemacht wird. Die Höhe des Unterhaltsanspruchs richtet sich in Deutschland nach der sog. Düsseldorfer Tabelle (http://www.olg-duesseldorf.nrw.de/infos/Duesseldorfer_tabelle/Tabelle-2016/). Für die Berechnung sind zum einen das Alter des Kindes und zum anderen das Einkommen des Unterhaltsverpflichteten maßgeblich.

Auf Ihre Frage, ob Ihr im Ausland erzieltes Einkommen im Rahmen eines Kaufkraftvergleiches an Deutschland angepasst wird, ist folgendes zu sagen:

Der Bundesgerichtshof (Beschluss vom 09.07.2014, XII ZB 661/12 ) hat den Fall für die Schweiz entschieden, dass eine entsprechender Abschlag am Einkommen eines in der Schweiz beschäftigten Unterhaltsverpflichteten errechnet werden muss. Da dieser in der Regel ein höheres Einkommen erhält, da die Lebenshaltungskosten in der Schweiz höher sind, als in Deutschland .

Für andere, vor allem außereuropäische Länder gibt es eine derart klare Vorgabe zu einem Kaufkraftvergleich nicht. Man diskutiert, ob man in Ländern, für die es eine derartige Statistik zum Kaufkraftvergleich nicht gibt, das Einkommen über den sog. Big-Mac-Index anpasst (http://de.statista.com/statistik/daten/studie/199335/umfrage/big-mac-index--weltweiter-preis-fuer-einen-big-mac/).

In Ihrem Fall leben Sie jedoch in einem Land, in dem die Lebenshaltungskosten durchschnittlich niedriger ausfallen, als in Deutschland, https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2014/05/PD14_157_61621.html. Verglichen wird immer ein sog. repräsentativer Warenkorb eines durchschnittlichen Haushaltes und eben nicht einzelne Konsumartikel.

Nach meiner Einschätzung würde daher eine Anpassung/Reduzierung Ihres Gehaltes eher nicht vorgenommen werden. Dies ist jedoch immer eine Frage des Einzelfalles, wie ein Richter dies entscheidet. Hier wird sicher auch eine Rolle spielen, ob Ihr Gehalt deutschem oder europäischem Niveau entspricht oder eben dem eines in China erzielbaren Gehaltes. Sollten Sie deutlich höhere durchschnittliche Lebenshaltungskosten objektivierbar belegen können, kann die Sache unter Umständen ganz anders bewertet werden.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Rückfrage vom Fragesteller 22.03.2016 | 13:21

Sehr geehrte Frau Peter,

so wie ich das verstehe, handelt es sich nicht um einen repräsentativen Warenkorb sondern um einen Identischen. Es werden in beiden Länder die gleichen bzw. annähernd gleichen Produkte erworben und die Aufwendungen die dazu notwendig waren werden verglichen. Aus eigener Erfahrung kann ich Ihnen versichern, dass ich für ein Produkt desselben Standards in China das dreifache bezahlen muss. Meine Lebenshaltungskosten also deutlich höher sind, als wenn ich in Deutschland einkaufen würde. Natürlich wäre es günstiger auf chinesische Produkte zurückzugreifen, jedoch bin ich mit ihrer Zubereitungsart nicht vertraut und möchte es auch nicht. Das Streben meines Lebensstandards auf annähernd europäischem Niveau zu halten, sollte mir nicht abgesprochen werden können. Sprich die nicht unerheblichen Mehrkosten sollten Berücksichtigung finden.

Verbraucherpreisniveau Deutschland = 100
Verbraucherpreisniveau China = 155

Quelle/Bezugnehmend auf: https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=1&ved=0ahUKEwj8z6TsnNTLAhVC6CwKHfxmBuQQFgglMAA&url=https%3A%2F%2Fwww.destatis.de%2FDE%2FPublikationen%2FWirtschaftStatistik%2FPreise%2FVerbrauchergeldparitaeten.pdf%3F__blob%3DpublicationFile&usg=AFQjCNHqNnVDA5x7D7S0yF1X1ZfMJtOSHA&bvm=bv.117218890,d.bGg

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 22.03.2016 | 13:43

Wie Sie meiner ersten Beantwortung entnehmen können, bin ich genau Ihrer Meinung, dass objektiv nachweisbare Mehrkosten, die aufgrund Ihres Auslandsaufenthaltes entstehen und nicht über ein erhöhtes Gehalt abgefedert werden, in jedem Fall bei einer Unterhaltsberechnung vorgebracht werden müssen. Ob diese dann von einem Richter/Gericht berücksichtigt werden, kann ich Ihnen nicht vorhersagen, da dies immer eine Einzelfallentscheidung ist.

Sie müssen letztlich nicht mich, sondern die Gegenseite bzw. im Streitfall ein Familiengericht überzeugen. Mit meiner Beantwortung habe ich versucht, Ihnen die Vorgehensweise zu erläutern bzw. darzulegen unter welchen Umständen eine Gehaltsanpassung vorgenommen werden kann.

Die in der von Ihnen benannten Quelle erhobenen Daten stammen aus dem Jahr 2001. Der von mir kopierte Link berücksichtigt Daten aus 2014. Inwieweit sich daraus der Unterscheid in den dargestellten Preisniveaus ergibt, kann ich nicht beurteilen. Im Zweifel sicher der aktueller erhobene Wert.

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