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Unterhaltsberechnung Student und Azubi

24.04.2014 12:21 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sascha Steidel


Situation:

Vater hat 2 Kinder aus 1. Ehe (Kind 1 ist 17 und Kind 2 ist 20) und 2 Kinder aus 2. Ehe (4 und 7), Vater ist verheiratet mit Mutter von Kind 3 und 4
Kind 1 studiert (eigene Wohnung, € 466,00 BaföG, € 184,00 Kindergeld, ab Oktober wird BaföG auf ca. € 330,00 sinken), Kind 2 macht eine Ausbildung (Verdienst € 420,00 netto unbereinigt) und zieht jetzt zeitnah noch minderjährig in eine eigene Wohnung (wird im Oktober volljährig)
Kindergeld für Kind 1 und 2 bezieht die Kindsmutter

Mutter von Kind 1 und 2 ist vom Vater geschieden, hat mit 2. Ehemann aber auch 2 Kinder (also Kind 5 = 6 und Kind 6 = 9 Jahre alt) > lebt aber vom 2. Ehemann getrennt (sorry, etwas komplizierte Verhältnisse)

Nettoeinkommen Vater: € 3.000,00 unbereinigt inkl. Firmenwagen (versteuert mit ca. € 600,00 pauschal); letzte Steuererst. ca. € 2.000,00 (mit Ehefrau gemeinsam veranlagt)

Nettoeinkommen Mutter € 1.450,00 unbereinigt (letzte Steuererst. ca. € 200,00) plus derzeit Unterhalt für Kind 2 vom Kindsvater € 200,00 und Unterhalt für Kind 5 und 6 von ihrem 2. Ehemann (Höhe kennen wir nicht, ob sie Trennungsunterhalt bekommt wissen wir nicht)

Vater: priv. Altersvorsorge ca. € 150,00 mtl., Kredit ca. € 80,00 monatlich, Immofinanzkredit ca. € 850,00 mtl., Kitakosten im Monat € 165,00 (Kitakosten und Kredite sind jetzt mit 50% angesetzt, also eigentlich doppelt so hoch, da Ehefrau ebenfalls berufstätig und wir davon ausgehen, dass dann die Hälfte anzusetzen ist??)

Mutter: wohnt zur Miete, Kreditinfos haben wir nicht

Noch wichtig: Für Kind 2 (in Berufsausbildung besteht ein alter Titel, Mutter hat Herabsetzung des Unterhaltes aufgrund der Azubivergütung aber murrend hingenommen und nicht vollstreckt, ansonsten besteht kein Kontakt).

Frage:

Wieviel Unterhalt steht Kind 1 und 2 von wem zu wenn Kind 2 in die eigene Wohung zieht? Die Mutter ist immer der Ansicht, sie hätte mit all dem nichts zu tun und sei nicht leistungsfähig.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Vorab muss ich in diesem Fall darauf hinweisen, dass eine konkrete Unterhaltsberechnung die Kenntnis aller möglichen Bereinigungspositionen voraussetzt und in diesem Rahmen einer "Erstberatung" nicht erfolgen kann.

Unabhängig davon wird aber folgendes zu beachten sein:

1.
K1 ( nach Ihrem 2 Satz: Student Bafög ):
Der Bedarf eines Studierenden mit eigenem Hausstand beträgt nach den aktuellen Leitlinien 670,00 EUR. Das Kindergeld steht dem Volljährigen zur Bedarfsdeckung zu, ist ihm also auszuzahlen.

Damit ist der Bedarf annähernd durch Bafög und Kindergeld mit 650,00 EUR gedeckt. Die offenen 20,- EUR ( ab Oktober 156,- EUR )sind von beiden Elternteilen entsprechend Ihren Einkommen zu tragen.

2.
K2 ( Azubi )
Zieht der noch minderjährige K2 in eine eigene Wohnung, so werden beide Elternteile barunterhaltspflichtig. Die bisherige Aufteilung in Betreuungsunterhalt durch die Mutter und Barunterhalt durch den Vater entfällt.

Der Unterhaltsbedarf bestimmt sich ebenfalls auf etwa 670,- EUR. Die Leitlinien bestimmen dazu, dass bei nicht studierenden Kindern mit eigenem Hausstand der gleiche Betrag ( 670,- EUR ) zugrundegelegt werden kann. Berufsbedingte Abzüge von der Ausbildungsvergütung entfallen dann allerdings.

Die Ausbildungsvergütung wie auch Kindergeld sind bedarfsdeckend von diesem Betrag abzuziehen. Es verbleibt ein offener Bedarf von etwa 66,- EUR monatlich.

Nach den geschilderten Einkommen der unterhaltspflichtigen Eltern wird der Unterhaltsbedarf in Höhe von etwa 80 % vom Vater und 20 % von der Mutter zu zahlen sein.
Dies gilt für beide Kinder. (

Dabei sind die Unterhaltspflichten gegenüber K5 und K6 nicht berücksichtigt. Erhält die Mutter vom Vater (K5,K6) keinen Unterhalt, so ist Sie nicht leistungsfähig ( notwendiger Selbstbehalt von 1.000,- EUR. Dann wäre der offene Unterhalt voll vom Vater zu zahlen! )

3.
Wegen des Unterhaltstitels muss die Mutter aufgefordert werden, zu verzichten. Ansonsten wäre ein familiengerichtliches Abänderungsverfahren einzuleiten.

Wenn keine Einigung möglich ist, wäre unbedingt anwaltiche Vertretung empfehlenswert!

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 24.04.2014 | 20:47

Vielen Dank für die verständliche Antwort. Nun aber doch noch mal kurz zum Verständnis: Unser Kenntnisstand ist, dass bei minderjährigen Azubis nur die Hälfte der Ausbildungsvergütung angerechnet wird - das ist dann mit einer eigenen Wohnung offenbar nicht mehr so? Und muss das Geld auf das Konto der Mutter überwiesen werden? Wir möchten es schon lieber auf das Konto des Kindes überweisen. Und als letztes: Wie kommt es, dass die 90,00 € Selbstbehalt hier nicht angesetzt werden?

Vielen Dank schon im Voraus für eine kurze Klärung der Unklarheiten.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.04.2014 | 09:59

Gern beantworte ich Ihre Nachfragen:
Es wird die volle Ausbildungsvergütung angerechnet. Die Hälte kann dann angerechnet werden, wenn die Aufteilung Betreuungsunterhalt und Barunterhalt besteht, was bei eigenem Hausstand nicht mehr der Fall ist.

Das Geld kann dem Kind überwiesen werden.

Bei der Bemesssung des Bedarf bestehen hier grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Entweder dieser wird der Düss. Tabelle entnommen, dann wird ein ausbildungsbedingter Mehrbedarf von 90 EUR abgezogen oder man nimmt den Bedarf eines Studierenden ( so meine Antwort ). Dann entfällt wegen des höheren Bedarfsbetrages der Abzug.

Dies alles sind Grundsätze des Unterhaltsrechts, die in jedem Einzelfall der Überprüfung bedürfen. Bitte haben Sie Verständnis, dass hier nur kurz auf diese Fragen eingangen werden kann. Es ist nicht möglich, sämtlich Grundsätze des Unterhalts zu erläutern. Ich hoffe aber, Ihre Fragen damit zufriedenstellend beantwortet zu haben.

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