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Unterhaltsberechnung Auszubildenter ab dem 18. Lebensjahr

| 07.04.2009 09:23 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Unterhalt bei Volljährigen

Mein Sohn wird diesen Monat 18 Jahre alt. Er ist Auszubildenter und verdient 486 EUR monatlich.

Er wohnt bei seiner Mutter. Die Mutter geht zwar arbeiten, erhält jedoch Harz IV.
Das Nettoeinkommen der Mutter wird sicher weit unter 1000 EUR sein.

Ich gehe davon aus, dass zwar die Mutter Barunterhaltsfähig ist, jedoch unter dem Selbstbehalt kommt und somit keinen Unterhalt leisten kann.

Der Vater (ich) ist verheiratet und hat ein weiteres Kind, was beim Vater lebt. Das Kind ist 3 Jahre. Der Vater hat die Lohnsteuerklasse 3 und seine Frau die Lohnsteuerklasse 5.

Der Momentane Nettoverdienst liegt bei 3500 EUR / Monat. Durch die Lohnsteuerklasse 3.

Laut eigener Rechnung

Anspruch laut Düsseldorfer Tabelle

553 EUR

Einahmen Kind
Lehrgeld 486,00 EUR
- 5 % Fahrtkosten -24,30 EUR
Selbstbehalt -90,00 EUR

anzurechnende Einnahmen 371,7 EUR


also Anspruch laut Düsseldorfer Tabelle 553 EUR
hälftiger Anspruch anzurechnende EInnahmen -185,85
halbes Kindergeld -82 EUR

verbleiben ca 285 EUR zu zahlen ??



oder ist die Verhältnismäßigkeit der Anteile beider Elternteile zu berücksichtigen?

Angenommen Einkünfte Mutter 800 EUR – Gesamteinkunft Vater + Mutter 4100 EUR
Anspruch laut Düsseldorfer Tabelle 623 EUR
Also Einkommen Vater 3500 -1100

Anteil Vater
(3500-1100)*623/(4100-2200)=786 - Kindergeld

Anteil Mutter = 0 EUR

Frage:
Was ist ab dem 18. Lebensjahr an Barunterhalt vom Vater zu zahlen
Ist bei der Berechnung laut Düsseldorfer Tabelle die Lohnsteuerklasse 3 für den Vater von „Nachteil“?
Wie ist die Richtige Berechnung des Unterhaltes ab 18 Jahre?


Sehr geehrter Ratsuchender,

ich möchte Ihre Fragen auf Grund des dargelegten Sachverhalts und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworten:

Ich weise darauf hin, dass dies einer ersten Orientierung über die bestehende Rechtslage dient und ein ggf. persönliches Beratungsgespräch bei einem Anwalt Ihrer Wahl nicht ersetzt.

Das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen kann die rechtliche Beurteilung beeinflussen.

Dies vorangestellt beantworte ich Ihre Fragen wie folgt:

Die Ermittlung des Unterhalts des volljährigen Kindes nach der Altersstufe 4 der Düsseldorfer Tabelle ist insbesondere dann angezeigt, wenn nur ein Elternteil barunterhaltspflichtig ist, also z.B. die Mutter, wie hier, bei der das Kind lebt, nicht erwerbstätig zu sein braucht oder sie durch ihr Einkommen den angemessenen Selbstbehalt von 1100,– € nicht deckt.

Auf einen solchen Fall ist die Düsseldorfer Tabelle in erster Linie zugeschnitten.

Ein Elternteil hat aber ohnehin nur höchstens den Unterhalt zu leisten, der sich bei Zugrundelegung allein seines Einkommens aus der Tabelle ergeben würde (BGH, FamRZ 2006, 99; FamRZ 1994, 696, 698; FamRZ 1988, 1039).

Da die Kindesmutter an Hand Ihrer Angaben nicht barunterhalstpflichtig ist, ist allein auf Ihr Einkommen abzustellen und nicht auf das zusammengerechnete Einkommen beider Elternteile, so dass sich ein Bedarf Ihres Sohnes aus der Düsseldorfer Tabelle nach Ihrem Einkommen von 3.500,- Euro netto in Höhe von monatlich 553,- Euro ergibt.

Die Eltern haften anteilig für den Restbedarf des volljährigen Kindes (Bedarf abzüglich anzurechnenden Einkommens). Da die Kindesmutter nicht leistungsfähig ist, haften Sie allein für den Restbedarf.

Dabei ist die neue, auf die Rechtsprechung des BGH zurückgehende, ab 1. 1. 2008 geänderte Kindergeldanrechnung zu beachten. Das anzurechnende Kindergeld ist als Einkommen des Kindes zu behandeln. Es ist nach § 1612b I BGB auf den Unterhaltsbedarf des Kindes anzurechnen.

Hierauf ist eigenes Einkommen des Volljährigen bedarfsmindernd anzurechnen, nachdem es um Werbungskosten bereinigt worden ist.

Kindergeld ist nach § 1612b I 1 Nr. 2 BGB in vollem Umfang bedarfsmindernd anzurechnen.

Der Differenzbetrag ist der Restbedarf, für den beide Eltern anteilig haften, vorliegend wie oben dargelegt, Sie allein.

Danach ergibt sich folgende Berechnung:

Unterhaltsbedarf des volljährigen Kindes mtl. 553,- Euro

abzüglich Kindergeld € 164,- mtl.
abzüglich Erwerbseinkommen mtl. 371,- Euro

Die Ausbildungsvergütung eines in der Berufsausbildung stehenden Kindes, das im Haushalt der Eltern oder eines Elternteils wohnt, ist vor ihrer Anrechnung in der Regel um einen ausbildungsbedingten Mehrbedarf von monatlich 90 EUR zu kürzen.

(486,- Euro abzüglich 5 % berufsbedingte Aufwendungen in Höhe von € 24,30, abzüglich ausbildungsbedingter Mehrbedarf 90,- Euro).

Demnach verbleibt ein monatlich zu zahlender Unterhalt in Höhe von 18,- Euro, der durch Sie zu zahlen ist.

Es ist jedoch zu beachten, dass Sie ihrem minderjährigen Kind und Ihrer Ehefrau nach § 1609 BGB vorrangig zum Unterhalt verpflichtet sind.

Dies ist jedoch nur dann maßgebend, wenn Ihr Einkommen nicht zur Deckung sämtlicher Unterhaltsansprüche ausreicht, was an Hand Ihres Sachverhaltes jedoch kein Rückschlüsse darauf erkennen lässt.

Ob die Lohnsteuerklasse III von Nachteil ist, kann nicht beurteilt werden, da dies von weiteren Faktoren abhängig ist. Sofern sich aus einer anderen Steuerklasse ein niedrigeres Einkommen ergibt, führt dies ggf. zum Wegfall des Unterhaltsanspruches Ihres Sohnes. Ein Wechsel der Steuerklassen dürfte jedoch im Vergleich zur Höhe des Unterhalts zum übrigen dann erzielten Nettoeinkommen kaum Sinn machen.

Ich hoffe ich konnte Ihnen einen ersten Überblick über die bestehende Rechtslage geben und Ihre Fragen zu Ihrer Zufriedenheit beantworten.

Bestehende Unklarheiten beantworte ich Ihnen gern innerhalb der kostenlosen Nachfragefunktion, wobei ich darum bitte, die Vorgaben dieses Forums zu beachten.

Darüber hinausgehende Fragen beantworte ich Ihnen gern im Rahmen einer Mandatserteilung.
Durch eine Mandatserteilung besteht auch die Möglichkeit einer weiterführenden Vertretung.
Die Kommunikation bei größerer Entfernung kann via Email, Post, Fax und Telefon erfolgen und steht einer Mandatsausführung nicht entgegen.


Mit freundlichen Grüßen

Marco Liebmann
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 07.04.2009 | 11:16

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Stellungnahme vom Anwalt:
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