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Unterhaltsberechnung, muss sich der Kindesvater an Kosten beteiligen?

28.05.2009 13:47 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Lars Liedtke


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bekomme von meinem geschiedenen Mann 360 Euro mtl.
an Kindesunterhalt für unseren 16-jährigen Sohn. Er kommt jetzt auf eine weiterführende Schule u. hat ab September 2009 Fahrtkosten in Höhe von 65 Euro monatlich für eine Busfahrkarte. Muss sich der Kindesvater an diesen Kosten beteiligen oder ist es mit dem Unter-
halt abgegolten?Vielen Dank.

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Zunächst möchte ich darauf hinweisen, dass dieses Forum lediglich die Funktion hat, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage zu geben. Eine persönliche Beratung/Vertretung kann und soll hierdurch nicht ersetzt werden. Hinzufügen oder Weglassen wesentlicher Tatsachen kann zu einer anderen Beurteilung des Falles führen. Unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsangaben und des von Ihnen gebotenen Einsatzes beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Bei minderjährigen Kindern gilt, dass der Elternteil, bei dem das Kind nicht lebt, barunterhaltspflichtig ist, also einen bestimmten Geldbetrag zu leisten hat (hier 360 € mtl.), während der andere Elternteil dem Kind Naturallunterhalt schuldet, also das Geld zweckentsprechend in Sachleistungen zu verwenden hat.

Eine weitergehende Zahlungsverpflichtung des Barunterhaltspflichtigen kommt in Fällen des Sonderbedarfs in Betracht. Bei diesem Sonderbedarf handelt es sich um einen unregelmäßigen, außerordentlich hohen Bedarf, der überraschend und der Höhe nach nicht einschätzbar war. Schulbuskosten stellen daher keinen Sonderbedarf dar, weshalb Sie vom Kindesvater keine anteilige Kostenübernahme verlangen können.

Es tut mir Leid, Ihnen keine positivere Auskunft geben zu können, hoffe jedoch, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage gegeben zu haben.

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