Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Unterhaltsanspruch volljähriger Kinder in der allg.Schulausbildung


20.06.2005 12:12 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Mein Sohn, der bei meinem Exmann wohnt, besucht derzeit ein Gymnasium. Da er demnächst 18 wird habe ich meinen Exmann informiert, dass der Kindesunterhalt zukünftig auf das Konto meines Sohnes gezahlt wird und nunmehr beide Elternteile entsprechend der Einkommen barunterhaltspflichtig werden. Er wiederum verweist auf die Besonderheit, dass sich unser Sohn noch in der allgemeinen Schulausbildung befindet und das 21.Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Er wär ein sogenannter privelegierter Volljähriger und als solcher genau so zu behandeln wie ein minderjähriges Kind, d.h. er erbrigt seine Unterhaltsleistungen nach wie vor durch Gewähren der Unterkunft, Verpflegung, Wäsche waschen..und erwartet eine Kostenbeteiligung unseres Sohnes von dem durch mich direkt an ihn gezahlten Unterhalt.

Bisher wurden die von mir geleisteten Unterhaltszahlungen zum großen Teil dafür eingesetzt, Kreditschulden für das bewohnte Einfamilienhaus zu bedienen.

1. Sind die Unterhaltszahlungen von mir zwingend auf das Konto meines Sohnes zu zahlen?
2. Ist mein Exmann berechtigt, von diesem Unterhaltsanteil, den ich leiste, Leistungen für Wohnen und Verpflegung zu fordern oder kann er nur mit dem von ihm zu schuldenen Anteil aufrechnen?
3.Muss mein Sohn die Kosten für Zins und Tilgung des Hauskredites, Wasser, Strom, Heizkosten, Verpflegung, Mitgliedsbeiträge, Schulbücher u.s.w. hälftig tragen bzw. können die zu leistenden Kreditraten bei der Berechnung des einzusetzenden Erwerbseinkommens meines Exmannes berücksichtigt werden?
4.Wie können berufsbedingte Fahrtkosten vom Erwerbseinkommen abgesetzt werden, pauschal oder in Höhe der tatsächlich anfallenden Kosten?
5. Wie ist das Kindergeld auf die jeweilige Unterhaltshöhe anzurechnen. Zur Zeit wird es an meinen Exmann gezahlt. Muß das Kindergeld an unseren Sohn weitergeleitet werden?
6.Ist mein Sohn verpflichtet, Nebeneinkommen, das er durch Aushilfsjobs erzielt, einzusetzten bzw. wird es bei der Bestimmung der Unterhaltshöhe berücksichtigt?

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Ihre Fragen möchte ich im Einzelnen wie folgt beantworten:

1. Wenn Ihr Sohn einverstanden ist, dann dürfen Sie den Unterhalt auch auf das Konto Ihres Ex-Mannes zahlen. Grundsätzlich haben Sie den Kindesunterhalt aber ab dem achtzehnten Geburtstag unmittelbar an Ihren Sohn zu leisten, der Kindesunterhalt ist dann nicht mehr zu Händen des betreuenden Elternteils zu zahlen.

2. Sowohl Sie als auch Ihr Ex-Mann sind Ihrem Sohn ab seinem achtzehnten Geburtstag barunterhaltspflichtig. Zwar handelt es sich bei Ihrem Sohn in der Tat um einen so genannten "privilegierten Volljährigen", solange er noch bei seinem Vater lebt und eine allgemeinbildende Schule besucht. Da bei Volljährigen aber die "Betreuung" durch die Eltern wegfällt, auch wenn sie als "privilegierte Volljährige" anzusehen sind, sind beide Elternteile ausschließlich zur Leistung von Barunterhalt verpflichtet.
Wenn Ihr Ex-Mann Ihrem Sohn Unterkunft und Verpflegung gewährt, dann kann er hierfür ein angemessenes Entgelt von Ihrem Sohn verlangen. Sofern dieses angemessene Entgelt die Höhe seiner Unterhaltsverpflichtung übersteigt und somit eine Aufrechnung mit der Unterhaltsverpflichtung nicht ausreicht, dann darf er von Ihrem Sohn verlangen, dass dieser ihm noch einen Teil des von Ihnen erhaltenen Unterhalts abgibt.

3. Ihr Sohn muss die Kosten für seinen Lebensunterhalt selbstständig bestreiten, und zwar aus dem von ihm zu beanspruchenden Unterhalt. Hierzu gehört nicht die Abzahlung des Ihrem Ex-Mann gehörenden Hauses. Ihr Ex-Mann kann von Ihrem Sohn nur verlangen, dass er ihm ein angemessenes Entgelt für den ihm zur Verfügung gestellten Wohnraum (also eine Miete) zahlt. Gleichzeitig darf Ihr Ex-Mann grundsätzlich nicht die Beträge, die er für die Tilgung des Hauskredits aufwenden muss, bei der Berechnung seines unterhaltsrelevanten Einkommens absetzen, denn er darf kein eigenes Vermögen auf Kosten derjenigen, die ihm gegenüber unterhaltsberechtigt sind, bilden.

4. Berufsbedingte Aufwendungen, wie Fahrtkosten, werden grundsätzlich durch den Abzug einer Pauschale von fünf Prozent berücksichtigt. Wenn die Fahrtkosten bzw. die berufsbedingten Aufwendungen aber insgesamt höher liegen als fünf Prozent des Nettoeinkommens, können sie stattdessen auch in Höhe der tatsächlich anfallenden Kosten abgesetzt werden. Zu bedenken ist dabei, dass die Kosten aber wirklich unumgänglich sein müssen, damit sie abgesetzt werden können. Wenn der Unterhaltsschuldner z.B. mit dem Auto zur Arbeit fährt, obwohl öffentliche Verkehrsmittel auch nutzbar und billiger wären, dann dürfen auch nur die Kosten, die durch die Inanspruchnahme öffentlicher Verkehrsmittel entstehen würden, abgesetzt werden.

5. Das Kindergeld muss auch nach dem achtzehnten Geburtstag nicht an Ihren Sohn weitergeleitet werden. Allerdings steht es Ihnen und Ihrem Ex-Mann jeweils zur Hälfte zu und muss entsprechend bei der Ermittlung Ihres unterhaltsrelevanten Einkommens berücksichtigt werden. Genaueres lässt sich nicht pauschal sagen.

6. Solange Ihr Sohn seine allgemeine Schulausbildung noch nicht abgeschlossen hat, ist ihm die Aufnahme von Nebenjobs nicht zumutbar. Dies hat zur Folge, dass Nebeneinkünfte, die er trotzdem erzielt, grundsätzlich nicht bei der Bestimmung der Unterhaltshöhe einfließen dürfen, gleich in welcher Form.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen. Für Rückfragen stehe ich selbstverständlich zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Jana Laurentius
(Rechtsanwältin)

Nachfrage vom Fragesteller 20.06.2005 | 17:10

Gibt es Richtwerte, die die Höhe des angemessenen Entgeltes bestimmen, den mein Exmann von meinem Sohn für Miete, Verpflegung oder sonstige Leistungen verlangen kann?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.06.2005 | 13:52

Es gibt keinen in Zahlen auszudrückenden "Richtwert". Ihr Ex-Mann kann einfach den Betrag verlangen, den Ihr Sohn, wenn er nicht zuhause wohnen würde und nicht von seinem Vater verpflegt würde, für Wohnung und Verpflegung aufwenden müsste. Dieser kann natürlich immer nur schätzungsweise angegeben werden.

Mit freundlichen Grüßen
Jana Laurentius
(Rechtsanwältin)

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER