Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.170
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Unterhaltsanspruch bei vorehelichem Vermögen


08.07.2007 17:47 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von



Sehr geehrte Damen und Herren,

da ich beabsichtige, mich von meinem Mann zu trennen, bitte ich um folgende Auskünfte:

1.Wird mein voreheliches Barvermögen in Höhe von 76.000,-- € bei der Unterhaltsberechnung bei einer Trennung bzw. Scheidung angerechnet?
Hinzufügen möchte ich, dass ich selbst davon nur noch 40.000,-- habe, weil ich meinen beiden erwachsenen Kindern, aus erster Ehe, jeweils 18.000,-- €
(2 X 18.000 = 36.000, - € ) geschenkt habe.

2.Welchen monatlichen Unterhaltsanspruch hätte ich bei einer Trennung und einem derzeitig gemeinsamen Renten-Nettoeinkommen von 2.438,--
(Ehemann: € 1955,-- / Ehefrau: € 483,--).


Mit freundlichen Grüßen
08.07.2007 | 19:32

Antwort

von


11 Bewertungen
Isenbütteler Weg 12
38518 Gifhorn
Tel: 05371 819 200
Web: www.rechtsanwalt-sommer-gf.de
E-Mail:
Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben und unter Würdigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworte. Ich habe jedoch darauf hinzuweisen, dass durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits die rechtliche Beurteilung anders ausfallen kann, sodass die Bearbeitung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann.

Dies vorausgeschickt wird folgendes ausgeführt:

1.
Die Frage, ob Ihr voreheliches Barvermögen in Höhe von 76.000,00 € bei der Unterhaltsberechnung im Falle einer Scheidung bzw. Trennung angerechnet wird, ist differenzierter zu stellen.

a)
Bei der Unterhaltsberechnung wird nur das Einkommen berücksichtigt, das aktuell erzielt wird oder werden könnte. Von daher spielt es keine Rolle, wie viel Vermögen Sie vor der Scheidung hatten.

Entscheidend ist, wie viel Vermögen vorhanden ist und wie viel Ertrag darauf erzielt wird bzw. erzielt werden kann. Dieser Ertrag spielt eine Rolle bei der Unterhaltsberechnung.

b)
Vermögenswerte an sich spielen eine Rolle bei dem so genannten Zugewinnausgleich. Fall Sie mit Ihrem Ehemann keinen Ehevertrag über den eheliche Güterrecht geschlossen haben, in dem Sie Gütertrennung vereinbart haben oder zumindest den gesetzlichen Güterstand modifiziert haben, so findet ein Zugewinnausgleich statt.

Hierbei ist zu ermitteln, wie viel Vermögen jeder Ehegatte zu Beginn der Ehe hatte und wie viel er am Ende der Ehe hat. Hat ein Ehegatte während der Ehe mehr Vermögen angesammelt als der andere, so ist die Hälfte dieses Mehrgewinnes an den anderen Ehegatten auszugleichen. Da Anfangsvermögen ist jedoch nicht mit dem Betrag zu Beginn der Ehe in die Berechnung einzustellen, sondern es muß indexiert werden, d.h. an Hand des Lebenhaltungskostenindexes zum Zeitpunkt der Heirat und zum Zeitpunkt der Scheidung wird ermittelt, wie viel denn das damalige Vermögen zum Zeitpunkt der Scheidung "wert" ist.

Manche Vermögenszugewinne während der Ehezeit spielen keine Rolle, z. B. Erbschaften.

Durch Ihre Schenkungen ist Ihr Endvermögen vermutlich geringer als Ihr Anfangsvermögen, es sei denn Sie hätten anderweitig erhebliches Vermögen dazu gewonnen.

Hierbei ist jedoch § 1375 des Bürgerlichen Gesetzbuches zu beachten, der bestimmt:

(2) Dem Endvermögen eines Ehegatten wird der Betrag hinzugerechnet, um den dieses Vermögen dadurch vermindert ist, dass ein Ehegatte nach Eintritt des Güterstands
1. unentgeltliche Zuwendungen gemacht hat, durch die er nicht einer sittlichen Pflicht oder einer auf den Anstand zu nehmenden Rücksicht entsprochen hat,
2. Vermögen verschwendet hat oder
3. Handlungen in der Absicht vorgenommen hat, den anderen Ehegatten zu benachteiligen.
(3) Der Betrag der Vermögensminderung wird dem Endvermögen nicht hinzugerechnet, wenn sie mindestens zehn Jahre vor Beendigung des Güterstands eingetreten ist oder wenn der andere Ehegatte mit der unentgeltlichen Zuwendung oder der Verschwendung einverstanden gewesen ist.


Weiterhin ist zu berücksichtigen, dass Ihr Zugewinn niemals negativ sein kann. Falls die Schenkungen also im Rahmen des Zugewinnausgleichs beachtet werden müssen, dürfte Ihr Zugewinn vermutlich null sein.

Näheres kann jedoch erst bei einer vollständigen Zugewinnausgleichsberechnung ermittelt werden, zu der weitere Informationen erforderlich sind.

2.
Hinsichtlich Ihrer Frage nach dem Unterhaltsanspruch kann ich mitteilen, dass neben den Renteneinkünften auch sonstige Einkünfte eine Rolle spiele. Ebenso können eheprägende Abzüge bei den Einkünften zu machen sein. Eine genaue Berechnung ist daher in diesem Forum nicht möglich.

Eines der Prinzipien des Unterhaltes ist der sog. Halbteilungsgrundsatz. Danach sind die Einkünfte hälftig zu teilen. Lediglich wenn es sich bei den Einkünften um Erwerbseinkünfte handelt, wird die Erwerbstätigkeit mit einem Bonus von 1/7 belohnt.

In Ihrem Falle dürfte sich aufgrund Ihrer Angaben ein Anspruch von 736 € ergeben, wobei nochmals darauf hinzuweisen ist, dass bei der Ermittlung des Unterhaltsanspruches viele Faktoren eine Rolle spielen können und eine genau Ermittlung des Unterhaltsbetrages in diesem Forum nicht möglich ist.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick habe geben zu können.


Mit freundlichen Grüßen

Torsten Sommer
Rechtsanwalt
www.Rechtsanwalt-Sommer-Gf.de
05371 819200

Gifhorn, den 08. Juli 2007.


Nachfrage vom Fragesteller 18.07.2007 | 12:32

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Sommer,

vielen Dank für Ihre Ausführungen. Leider habe ich als juristischer Laie nicht alles verstanden, daher meine Nachfrage:

Kommt in diesem Fall § 1577 BGB in Betracht, so dass das vorhandene eigene Barvermögens in Höhe von 76.000 bzw. 40.000 nach Trennung zur Bedarfsdeckung verwendet werden muss, auch wenn dieses Vermögen vor der Ehe mühsam als Rücklage für evtl. Krankheiten und Notfälle angespart wurde. Und sind die Ausgaben, die zur Minderung des Endvermögens führten, im Falle einer Trennung bzw. Scheidung anhand von Originalbelegen substantiiert nachzuweisen.

Mit freundlichen Grüßen

ANTWORT VON

11 Bewertungen

Isenbütteler Weg 12
38518 Gifhorn
Tel: 05371 819 200
Web: www.rechtsanwalt-sommer-gf.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Erbrecht, Familienrecht, Gesellschaftsrecht, Vertragsrecht, Schadensersatzrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60124 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Meine Frage wurde verständlich und ausführlich beantwortet. Vielen herzlichen Dank! ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Klar und unumwunden im Ganzen zu empfehlen ! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antworten auf meine Fragen waren ausführlich und verständlich. ...
FRAGESTELLER