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Unterhaltsanfrage volljaehriges Kind

29.12.2016 15:03 |
Preis: ***,00 € |

Sozialrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle


Hallo,

ich haette eine Unterhaltsfrage:
Meine Tochter wird bald 21 Jahre alt und hat nach der Schule ein sozailes Jahr gemacht und keine fertige Ausbildung.
Sie studiert noch ca. 3 Jahre zum "Batchelor Sozialwesen" und bekommt kein Bafoeg.
Sie wohnt mit Ihrem Freund zusammen, wohl in einer Eheaehnlichen Gemeinschaft seit etwa einem Jahr.
Ich habe ihr bisher 300€ Unterhalt freiwillig gegeben, ich denke mal, dass Sie von Ihrer, von mir seit laengerem geschiedenen Mutter, auch Unterhalt bekommt und das Kindergeld.
Wie lange muss ich noch Unterhalt bezahlen ?

Vielen Dank fuer Ihre Antwort
Ralf Thill

Sehr geehrter Ratsuchender,

Sie liegen zunächst mit Ihrer Annahme richtig, dass auch die Mutter dem Grunde nach zu Unterhaltszahlungen verpflichtet ist.

Mit dem Eintritt der Volljährigkeit sind beide Elternteile anteilig nach ihren Einkommen barunterhaltspflichtig.

Es müssen demnach für eine Berechnung auch die Einkommensverhältnisse der Mutter bekannt sein.

Eine Zahlungsverpflichtung setzt aber auch die Leistungsfähigkeit voraus. Derzeit beträgt der Selbstbehalt gegenüber der Tochter 1.300,00 €.

Eltern sind verpflichteten den Lebensbedarf des Kindes sicherzustellen.

Kinder haben somit einen Anspruch auf die Finanzierung einer seinen Fähigkeiten entsprechenden beruflichen Ausbildung.

Für Sie bedeutes dieses, dass Ihre Unterhaltspflicht bis zum Ende der Ausbildung besteht; in diesem Fall, bis zum Abschluss des Studiums.

Dabei ist aber die Tochter gehalten, das Studium zügig durchzuführen.

Die Regelstudienzeit beträgt 6 Semester, innerhalb derer das Studium angeschlossen sein sollte. Geringe Überschreitungen sind in der Regel hinnehmbar, wenn erkennbar ist, dass trotz aller Anstrengungen doch eine längere Zeit benötigt wird. "Bummeln" müssen Sie hingegen nicht bezahlen.

Es sollte hier eine Berechnung auch unter Berücksichtigung des Einkommens der Mutter vorgenommen werden.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin

Sylvia True-Bohle

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