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Unterhalt wenn die Bedürftigkeit erst später eintritt


09.09.2007 20:57 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Sehr geehrter Herr/Frau Anwalt(in),

ich habe zwei Fragen:

1) Bei der Unterhaltsberechnung für meine Ex Frau im Jahr nach der Scheidung hat es sich herausstellt, dass von mir keine Unterhaltspflicht ( Aufstockungsunterhalt) vorliegt.Meiner Ex wurde das mietfreie Wohnen in dem gemeinsamen Haus als fiktives Gehalt hinzugerechnet.
Wenn Sie nun nach zwei Jahren aus dem gemeinsamen Haus auszieht , würde Ihr Aufstockungsunterhalt rein rechnerisch zustehen.( Da die fiktive Anrechnung auf das Gehalt entfällt.)

Ist dies richtig? Oder ist es nicht so , wenn keine Bedürftigkeit nach der Scheidung vorhanden ist , dann steht Ihr auch in Zukunft kein Unterhalt zu? Also wenn die Bedürftigkeit erst später entsteht?

2) Meine Ex hat in der Ehe halbtags gearbeitet. Nun arbeitet Sie ganztags , nach der Scheidung.
Bei der Berechnung des eheprägenden Gehaltes , wird dort Ihr Gehalt aus der Halbtags - oder Ganztagsbeschäftigung zu Grunde gelegt?
Mit anderen Worten: Reduziert sich die Höhe Ihrer Unterhaltsansprüche dadurch , dass Sie nun ganztags arbeitet?

Ich bedanke mich für Ihre Antwort ,

der Ratsuchende

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Sehr geehrte Rechtssuchende,
sehr geehrter Rechtssuchender,

ich bedanke mich für Ihr Interesse an der online-Rechtsberatung in
dieser Form.
Auf der Grundlage des von Ihnen mitgeteilten Sachverhalts und unter
Berücksichtigung Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Rechtsanfrage wie folgt:

1. Zunächst muss geklärt werden, was mit dem Haus passiert, wenn Ihre geschiedene Ehefrau auszieht. Sollten Sie dann einziehen, haben Sie einen Wohnvorteil bzw. Ihre Ehefrau kann von IHnen eine Nutzungsentschädigung verlangen. Ich habe Sie so verstanden, dass das Haus im Miteigentum von Ihnen beiden steht ("gemeinsames Haus"). Oder wird das Haus dann verkauft, dann ist der Verkaufserlös ein Surrogat für den Wohnvorteil und sie hat u.U. Zinseinkünfte.

Der Anspruch auf Aufstockungsunterhalt muss bei der Scheidung oder im Zusammenhang mit der Scheidung vorliegen, seine Voraussetzungen müssen also zu den genannten "Einsatzzeitpunkten" vorliegen.
Wenn Ihre Ehefrau deutlich gemacht hat, dass Sie zur Zeit nur dann keinen Aufstockungsunterhalt von Ihnen verlangt, obwohl die Voraussetzungen hierfür vorliegen, weil Sie noch im gemeinsamen Haus lebt, kann bei Auszug eine Unterhaltspflicht Ihrerseits bestehen.

2. Wenn Ihre geschiedene Ehefrau Ganztags arbeitet, wird das Gehalt aus dieser Tätigkeit in der Unterhaltsberechnung berücksichtigt, es sei denn diese Tätigkeit ist überobligatorisch, z.B. bei der Betreuung von kleinen Kindern.


Die von mir erteile Auskunft bezieht sich natürlich lediglich auf die
Information, die mir von Ihnen zur Verfügung gestellt wurde. Eine
allumfassende Ermittlung des Sachverhalts ist für eine verbindliche
Einschätzung zwingend notwendig aber im Rahmen einer Beratung über
Frag-einen-Anwalt unmöglich.
Mit freundlichen Grüßen

Martina Hülsemann
Fachanwältin für Familienrecht
Rechtsanwältin
Wirtschaftsmediatorin (IHK)
Bankkauffrau (Bankhaus Metzler)

Nachfrage vom Fragesteller 09.09.2007 | 23:04

Sehr geehrte Frau Anwältin ,
mit dieser Beantwortung meiner Fragen kann ich nun garnichts anfangen!

Zur Frage 2: Das das Gehalt meiner Ex bei der Unterhaltsberechnung berücksichtigt wird , dürfte wohl klar sein! Aber wie??
Nochmals: Reduziert sich der Unterhaltsanspruch von meiner Ex dadurch , dass sie nun ganze Tage arbeiten geht? Oder wird gesagt , es war schon während der Ehe abzusehen , dass nach der Scheidung eine Ganztagsbeschäftigung wieder aufgenommen wird , und deshalb wird bei der Berechnung des Eheprägenden Gehaltes gleich Ihr Gehalt aus der Vollbeschäftigung eingestellt? Dies wäre natürlich für mich ungünstiger!

Zur Frage 1: Ich erkläre nochmal deutlicher: Es ist doch so: Wenn die Unterhaltskette durchbrochen ist , weil keine Bedürftigkeit vorlag , so kann auch später kein Unterhalt gefordert werden.
Zu Ihrer Frage: Ich kaufe das Haus meiner Ex ab. Das dann Sie sich die Zinsen anrechnen lassen muss , aus der Höhe des Verkaufserlöses ist auch völlig klar!
Nochmals , die Unterhaltskette ist unterbrochen , weil zwei Jahre keine Bedürftigkeit vorlag , aufgrund des mietfreien Wohnens.
Alles verstanden????

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.09.2007 | 23:35

1. Das Gehalt aus Ganztagstätigkeit wird als eheprägendes Gehalt berücksichtigt. Dadurch dass sie jetzt mehr verdient als bei einer Halbtagstätigkeit redzuziert sich natürlich aber auch ihr Unterhaltsanspruch.

2. Es freut mich, dass Sie bereits wissen, dass die Zinsen als Surrogat für den Wohnvorteil, übrigens auch als eheprägendes Einkommen, zu berücksichtigen sind, dann dürfte sich für Sie doch wahrscheinlich gar nicht so viel ändern, wenn Ihre Ehefrau auszieht.
Aber nochmals: Ihre geschiedene Ehefrau kann auch nach Auszug, einen Anspruch auf Aufstockungsunterhalt gegen Sie haben. Es müssen nur die Tatbestandsvoraussetzungen bei rechtskraft der Ehescheidung vorliegen, die Unterhaltskette entfällt nicht, wenn der Berechtigte erst nachträglich bedürftig wird.

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