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Unterhalt wenn Kind zu Vater zieht

| 31.07.2009 10:32 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Mathias Drewelow


Hallo,

am einfachsten ich schildere erstmal die jetzige Situation:

Ich lebe mit meinen drei Kindern zusammen und erhalte vom Vater für alle drei Kinder zusammen 915 EUR Unterhalt. Mein Nettoeinkommen beträgt ca. 1150 EUR.

Im nächsten Monat beginnt mein Jüngster (16 J.) eine Ausbildung und zieht deshalb zum Vater.

Meiner Meinung nach muss mir mein Ex-Mann dann weiterhin Unterhalt für die zwei bei mir verbleibenden Kinder also 610 EUR zahlen.

Mein Ex-Mann ist jedoch der Meinung, er erhalte nun von mir Unterhalt für den bei ihm lebenden Sohn in Höhe von 305 EUR, während er mir für die weiterhin bei mir lebenden Kinder 610 EUR Unterhalt zahlt. Verrechnet ist er also der Ansicht er muss mir nur noch insgesamt 305 EUR Unterhalt überweisen, was für mich wie eine Milchmädchenrechnung klingt.

Die einfache Frage also: Wer hat Recht?

Mit freundlichen Grüßen und vielen Dank im Voraus!



Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Frage unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes sowie des Einsatzes wie folgt:


Der Vater hat nur im Grundsatz Recht.
Richtig ist, dass demjenigen, der ein Kind betreut und versorgt ein Unterhaltsanspruch zusteht.
Da der Vater nun dem jüngsten Kind Unterkunft etc. gewähren will, hat er sehr wohl einen Unterhaltsanspruch in der entsprechenden Höhe gegen Sie.

Allerdings ist die von ihm vorgenommene Berechnung so nicht möglich.

Grundlage für die Höhe des von Ihnen zu fordernden Unterhalt ist Ihr bereinigtes Nettoeinkommen. Das ist Ihr Nettoeinkommen abzüglich verschiedener Aufwendungen, wie Fahrtkosten zur Arbeit, Alters- und Berufsunfähigkeitsvorsorge, berücksichtigungswürdige Schulden und noch weiteres.

Unterhaltszahlungen, die Sie von dem Vater erhalten werden bei der Bemessung des Nettoeinkommens nicht berücksichtigt, denn dies ist schließlich GElf, welches den Kindern zusteht und nicht Ihnen.

Errechnet man nun also Ihr bereinigtes Nettoeinkommen zieht man davon noch den sogenannten Selbstbehalt ab. Dieser ist unterschiedlich hoch. Gewährt man volljährigen Kindern Unterhalt gilt der sog. große oder angemessene Selbstbehalt. Dieser liegt in etwa zwischen 1000 und 1100 EUR.

Was nun noch zwischen bereinigtem Nettoeinkommen und angemessenen Selbstbehalt übrig bleibt, ist der unterhaltsrelevante Tag.
Da aber bei Ihrem Einkommen nichts übrig bleibt, werden Sie auch zunächst keinen Unterhalt an den Vater für Ihr Kind zahlen müssen.

Der Vater kann sich allerdings sogenannten Unterhaltsvorschuss von der zuständigen Behörde einfordern.

Ich hoffe, Ihnen mit der Beantwortung weitergeholfen zu haben.

An dieser Stelle sei der Hinweis erlaubt, dass diese Internetplattform eine eingehende, rechtliche Beratung nicht ersetzen kann, sondern vielmehr der ersten rechtlichen Orientierung dienen soll.
Das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen kann das Ergebnis der juristischen Bewertung beeinflussen und sogar zu einem völlig gegensätzlichen Ergebnis führen.

Gern können Sie mich bei Rückfragen oder einer gewünschten Interessenvertretung kontaktieren.



Nachfrage vom Fragesteller 31.07.2009 | 11:26

Vielen Dank für Ihre Antwort, diese war soweit hilfreich!

Eines ist mir aber noch unklar, sofern der Vater Unterhaltsvorschuss einfordern würde.

Zitat zum Unterhaltsvorschuss:

"Die Unterhaltsansprüche des Kindes gehen dann in Höhe des gezahlten Unterhaltsvorschusses auf den Staat über, der sich die verauslagten Geldleistungen vom unterhaltspflichtigen Elternteil zurückholt und gegebenenfalls einklagt."

Da ich nach dem derzeitigen Selbsterhalt keine Unterhaltszahlung leisten muss wäre es doch nur ein Umweg über den Unterhaltsvorschuss wenn der Staat die Geldleistung anschließend doch bei mir einfordern würde, und der Selbsterhalt wäre schließlich auch nicht mehr gegeben.

Kann ich davon ausgehen, dass dies nur der Fall ist wenn sich die Einkommenssituation verbessert? Dann könnte ich ja ohnehin selbst für den Unterhalt aufkommen...

Nochmals vielen Dank!
Freundliche Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.07.2009 | 11:36

Sehr geehrte Fragestellerin,

auch für den Staat gelten Ihre Selbstbehaltsgrenzen.
Dieser wird bei IHren jetzigen EInkommenverhältnissen keinen Rückgriff auf Sie nehmen können.

Sollten Sie jedoch in Zukunft mehr verdienen, so kann sich der Staat wiederum an Sie halten.

Derzeit brauchen Sie dies aber nicht befürchten.
Allerdings werden Sie mit Sicherheit um Auskunft über Ihr Einkommen befragt.

mit freundlichen Grüßen
RA Drewelow

Bewertung des Fragestellers 31.07.2009 | 11:38

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