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Unterhalt volljähriges Kind - Prognose über mein Einkommen unmöglich!

15.01.2010 13:30 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Dr. Danjel-Philippe Newerla


Meine Tochter, die bei der Kindsmutter lebt, ist gerade 18 geworden, geht noch zur Schule und hat kein eigenes Einkommen.

Ich möchte nun klären, wie es unterhaltsmäßig weitergeht.

Wenn ich richtig recherchiert habe, bin ich ab jetzt meiner Tochter und nicht mehr der Kindsmutter gegenüber unterhaltspflichtig. Ich würde also ab jetzt direkt an meine Tochter zahlen.

Die Höhe des Unterhaltes berechnet sich nach wie vor nach der Düsseldorfer Tabelle mit dem Unterschied, dass nun die Einkommen beider Parteien zusammengerechnet werden und die Unterhaltspflicht nachher auch im Verhältnis des Anteils an dem so berechneten Gesamteinkommen besteht.
Von dem über diesen Weg berechneten Unterhaltsbetrag wird als Einkommen des Kindes dann noch das Kindergeld abgerechnet bevor im Verhältnis des Einkommenanteils dann der Unterhaltsbetrag der jeweiligen Partei berechnet wird.

Hierzu habe ich folgende Fragen:
Ist der Sachverhalt bis hierher richtig dargestellt?
Spielen folgende Sachverhalte bei der Berechnung der Unterhaltshöhe der jeweiligen Partei eine Rolle?:
- Meine Tochter lebt nach wie vor im Haushalt der Kindsmutter
- Im Haushalt der Kindsmutter lebt noch 1 Kind, in meinem Haushalt 3 Kinder - alle minderjährig

Ich selbst bin seit April 2009 freiberuflich tätig und kann über die Höhe meines Einkommens in 2010 derzeit keinerlei PRognosen treffen. Es kann sein, dass ich 50.000 Euro brutto in diesem Jahr einnehme oder im Laufe des Jahres mich wieder arbeitslos melden muss, da das Geschäft nicht genügend abwirft. Wie kann ich eine Berechnungsgrundlage für die Berechnung des Unterhalts liefern, wenn auch das Jahreseinkommen 2009 letztlich keine Aussagekraft hat, da ich in diesem Jahr noch einige Monate abhängig beschäftigt war?

Für eine Beantwortung dieser Fragen wäre ich dankbar.

mfg

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Sehr geehrter Ratsuchender,

Vielen Dank zunächst für Ihre Anfrage!

Nachfolgend möchte ich gerne unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung zu Ihren Fragen wie folgt Stellung nehmen:


Zu 1.) Wenn ich richtig recherchiert habe, bin ich ab jetzt meiner Tochter und nicht mehr der Kindsmutter gegenüber unterhaltspflichtig. Ich würde also ab jetzt direkt an meine Tochter zahlen.


Unterhaltspflichtig sind Sie nach Ihrer Sachverhaltsschilderung nach wie vor der Tochter gegenüber. Geändert hat sich allerdings, an wen Sie den Unterhalt zahlen müssen. Insoweit haben Sie vollkommen richtig recherchiert. Bis zur Volljährigkeit muss der Unterhalt an die Mutter überwiesen werden, da diese das Kind vertritt.

Ab Eintritt der Volljährigkeit, also im Erwachsenenalter, müssen Sie sich danach richten, was die Tochter wünscht. Möchte Sie, dass der Unterhalt an sie gezahlt wird, so müssen Sie dem Folge leisten.

Wünscht die Tochter hingegen ausdrücklich, dass der Unterhalt weiter an die Mutter für sie gezahlt wird, da müssen Sie diesem grundsätzlich Folge leisten.


Zu 2.) Die Höhe des Unterhaltes berechnet sich nach wie vor nach der Düsseldorfer Tabelle mit dem Unterschied, dass nun die Einkommen beider Parteien zusammengerechnet werden und die Unterhaltspflicht nachher auch im Verhältnis des Anteils an dem so berechneten Gesamteinkommen besteht. Von dem über diesen Weg berechneten Unterhaltsbetrag wird als Einkommen des Kindes dann noch das Kindergeld abgerechnet bevor im Verhältnis des Einkommensanteils dann der Unterhaltsbetrag der jeweiligen Partei berechnet wird.


Die Düsseldorfer Tabelle stellt eine Richtlinie da und hat keinen Gesetzesrang. Daher sind rein rechtlich auch Abweichungen von der Düsseldorfer Tabelle möglich.

Aus Vereinfachungsgründen halten sich aber die meisten Gerichte an die Düsseldorfer Tabelle, sodass eine Berechnung anhand der Düsseldorfer Tabelle am sichersten ist und daher auch so vorgenommen werden sollte.

Auch ist es richtig, dass das Familieneinkommen ermittelt werden muss, also das Einkommen beider Parteien zusammengerechnet wird und die Unterhaltsverpflichteten im Verhältnis ihres Anteils an dem so berechneten Familiengesamteinkommen Unterhalt zahlen müssen.

Sofern das Kind minderjährig ist, steht das Kindergeld grundsätzlich beiden Eltern gemeinschaftlich zu, so dass die Eltern jeweils noch die Hälfte des Kindergeldes vom Unterhaltsbetrag abziehen dürfen.

Ab Volljährigkeit des Kindes steht das Kindergeld dem Kind vollständig zu, sodass das Kindergeld dann vollständig vom Bedarf abgezogen wird (der Bedarf eines volljährigen Kindes beträgt grundsätzlich 640.-€).


Zu 3.) Spielen folgende Sachverhalte bei der Berechnung der Unterhaltshöhe der jeweiligen Partei eine Rolle?:
- Meine Tochter lebt nach wie vor im Haushalt der Kindsmutter
- Im Haushalt der Kindsmutter lebt noch 1 Kind, in meinem Haushalt 3 Kinder - alle minderjährig


Sofern Ihre Tochter nach wie vor im Haushalt der Kindesmutter lebt hat dieses die Auswirkung, dass die Kindesmutter keinen Barunterhalt zahlen muss, da das Kind noch minderjährig ist. Sie leistet also so genannten Naturalunterhalt (Kleidung, Unterkunft, Verpflegung, etc.).

Der Umstand, dass in dem Haushalt noch andere Kinder mitwohnen, hat in Bezug auf die Unterhaltspflicht gegenüber Ihrer Tochter grundsätzlich keine weiteren Auswirkungen.


Zu 4.) Wie kann ich eine Berechnungsgrundlage für die Berechnung des Unterhalts liefern, wenn auch das Jahreseinkommen 2009 letztlich keine Aussagekraft hat, da ich in diesem Jahr noch einige Monate abhängig beschäftigt war?


Zur Ermittlung der monatlichen Durchschnittseinkünfte werden in der Regel die Einkünfte während der letzten 12 Monate zusammengezählt und durch 12 dividiert.

Bei Selbstständigen sind die Einkünfte der letzten drei Jahre zugrunde zu legen. Es müsse bei Ihnen also der Durchschnitt der letzten drei Jahre ermittelt werden (z. B. anhand der Einkommensteuerbescheide etc.).



Ich hoffe Ihnen eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben und wünsche Ihnen viel Erfolg und alles Gute!


Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann. So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben. Sie können mich natürlich gerne im Rahmen der Nachfrageoption auf diesem Portal oder über meine E-Mail-Adresse mit mir Verbindung aufnehmen.


Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Freitagnachmittag und ein erholsames Wochenende!


Mit freundlichem Gruß

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Heilsbergerstr. 16
27580 Bremerhaven
kanzlei.newerla@web.de
Tel. 0471/3088132
Fax: 0471/3088316


Ergänzung vom Anwalt 15.01.2010 | 15:02

Sehr geehrter Ratsuchender,

ich möchte gerne meine Antwort wie folgt ergänzen:

Ich schrieb:

"Sofern Ihre Tochter nach wie vor im Haushalt der Kindesmutter lebt hat dieses die Auswirkung, dass die Kindesmutter keinen Barunterhalt zahlen muss, da das Kind noch minderjährig ist. Sie leistet also so genannten Naturalunterhalt (Kleidung, Unterkunft, Verpflegung, etc.). "

Ihre Tochter ist ja bereits volljährig geworden, sodass die Kindesmutter grundsätzlich auch barunterhaltspflichtig ist.


Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Freitagnachmittag und ein erholsames Wochenende!


Mit freundlichem Gruß

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Heilsbergerstr. 16
27580 Bremerhaven
kanzlei.newerla@web.de
Tel. 0471/3088132
Fax: 0471/3088316


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