Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
503.783
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Unterhalt und Versorgungsausgleich

| 21.04.2010 09:17 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Ehemann 56, Ehefrau 62 beide noch berufstätig Verdienst netto Ehemann ca. 2500 Ehefrau ca. 1000, beide arbeiten etwas verkürzt

1. Wieviel Unterhalt muß im Scheidungsfall bezahlt werden (nach dem Trennungsjahr) ?

2. Wenn die Ehefrau in Rente geht wieviel ist dann zu bezahlen ( Rente ca 950

3. Verringert sich der Unterhalsanspruch wenn der Ehemann seine Arbeitszeit und damit sein Einkommen verringert ?

4. Zählt die Betriebsrente mit zum Versorgungsausgleich und wann wird dieser durchgeführt ?

5. Wieviel % des Rentenanspruchs erhält die Ehefrau ?

Angaben in € oder % genügen !

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Fragen.

1, nachehelicher Unterhalt:

Hinsichtlich des nachehelichen Unterhalts muss ich zunächst vorausschicken, dass nach der Scheidung der Grundsatz der Eigenverantwortung gilt.Dies hat sich durch die Unterhaltsreform vom 01.01.2008 noch weiter verschärft.

Mit der Einführung von § 1578b BGB wurde eine für alle Unterhaltsansprüche gegebene Möglichkeit geschaffen, den nachehelichen Unterhalt herabzusetzen und/oder zeitlich zu begrenzen. Diese Neuregelung ist verschuldensunabhängig ausgestaltet und knüpft an objektive Umstände an.

Mit dem nachehelichen Unterhalt sollen ehebedingte Nachteile ausgeglichen werden.

Derartige berufliche ehebedingte Nachteile , in Form von nicht bestehenden Erwerbsmöglichkeiten oder Einkommenseinbußen, ergeben sich vielfach durch den in Absprache mit dem Ehepartner erfolgten Verzicht auf berufliche Aus- bzw. Weiterbildungs-, Aufstiegs-, Weiterentwicklungs- oder Veränderungsmöglichkeiten sowie durch das zeitweise oder dauerhafte Ausscheiden aus dem Berufsleben.

Je geringer also die oben genannten ehelichen Nachteile sind und desto geringer die wirtschaftliche Abhängigkeit Ihrer Frau von Ihnen ist, desto mehr ist auf den Grundsatz der Eigenverantwortung abzustellen. Das bedeutet der nacheheliche Unterhalt kann befristet und auch der Höhe nach begrenzt werden.

Das Problem dabei ist, dass es für die Frage der Befristung und Bränkung des Unterhalts keine festen Grundsätze gibt sondern es immer einen Einzelfallentscheidung sein wird.

Dies vorausgeschickt ergibt sich folgender RECHNERISCHER Unterhalt nach dem Halbteilungssatz:

Das Einkommen der beiden Ehegatten ist zunächst um die berufsbedingten Aufwendungen (5%) zu bereinigen und es ist bei beiden ein Erwerbstätigenbonus von 10% abzuziehen.

Ausgehend von einem Familieneinkommen von 2993 EUR (bereinigtes Einkommen von Mann und Frau) steht jedem Partner die Hälfte zu: 1497 EUR. Hiervon erzielt Ihre Frau bereinigt 855 EUR, so dass noch rechnerisch 642 EUR an Unterhalt zu zahlen sind um den hälftigen Anteil am Familieneinkommen zu erreichen.

Diese Zahlung schulden Sie (rechnerisch) als Unterhalt

2. Rente der Frau

Die Berechnung kann nur unter Angabe der von Ihnen gemachten 950 EUR erfolgen. Sie müssen jedoch berücksichtigen, dass sich die Rente Ihrer Frau aufgrund des durchzuführenden Versorgungsausgleiches noch erhöhen wird.

Bei Renteneinkünften sind berufsbedingte Aufwendungen und Erwerbstätigenbonus nicht zu berücksichtigen.

Es ist von einem Gesamteinkommen von 3088 EUR auszugehen. Der hälftige Bedarf (wie oben) liegt dann bei 1544 EUR. Nach Abzug des Renteneinkommens Ihrer Frau von 950 EUR (jetzt ungekürzt) Zur Aufsättigung auf den hälftigen Badarf von 1544 BGB sind daher rechnerisch 594 EUR zu bezahlen.

Zur 3. Frage

Rechnerisch verringert sich der Unterhaltsanspruch. Es wird aber ausschlaggebend sein, warum Sie die Arbeitszeit verringern. Geschieht dies mutwillig und allein darum den Unterhaltsanspruch der Frau zu schmälern, so kann Ihnen Ihr altes Einkommen fiktiv zugerechnet werden. Geschieht dies jedoch Krankheitsbedingt oder weil Sie während der Ehe vereinbart haben (gemeinsamer Plan), in Altersteilzeit zu gehen, so ist das geringere Einkommen bei der Unterhaltsbemessung zu brücksichtigen.

Zur 4. Frage

Der Versorgungsausgleich wird im Scheidungsverfahren durchgeführt. Grundsätzlich zählt auch die Betriebsrente zum Versorgungsausgleich.

Zur 5. Frage

Nach dem neuen Recht werden alle Rentenanwartschaften untereinander ausgeglichen. Es werden aber nur die Anwartschaften ausgeglichen, die Sie und Ihre Frau während der Ehezeit erworben haben. Von diesem Teil (und nur von diesem Teil!) der Anwartschaften erhalten beide Ehepartner jeweils 50%.

ch hoffe Ihnen mit meinen Ausführungen einen ersten Überblick in diese komplizierte Materie verschafft zu haben.

Aufgrund meiner Ausführungen erkennen Sie jedoch auch, dass es nicht mehr als ein erster Einblick sein kann. Die Unterhaltsberechnung kann nur rechnerisch und überschlägig erfolgen. Das Unterhaltsrecht ist stark von Billigkeitsgesichtspunkten geprägt so dass sich hier durchaus erhebliche Abweichungen von der mathematischen Berechnung ergeben können. Wie ausgeführt ist eine Begrenzung der Höhe nach und eine Befristung des Unterhalts stets in die Überlegung miteinzubeziehen.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Fachanwalt für Familienrecht


Bewertung des Fragestellers 21.04.2010 | 12:34

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 21.04.2010 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 65086 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Liebe Frau Prochnow, ich danke für Ihre Antwort. Präzise, verständlich, mit allem was ich wissen wollte. Einfach super! Viele Grüße ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnelle ausführliche Antwort! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Eine sehr ausführliche und überaus schnelle Rechtsberatung, trotz des geringen Budgets. Ich empfehle diesen Anwalt uneingeschränkt weiter und werde diesen bei weiterem Bedarf auch für meine Belange hinzuziehen. 5***** ...
FRAGESTELLER