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Unterhalt nach Affäre - uneheliches Kind


01.10.2007 12:15 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte Sie bitten mir eine Orientierung bei der Beantwortung von Unterhaltsfragen zu geben.

Ich lebe mit meiner Frau und zwei Kindern (12,16) in einer selbstgenutzten Inmobilie.
Nachdem die Ehe in eine größere Krise geraten war, hatte ich eine längere Affäre aus der ein weiteres, uneheliches Kind hervorgegangen ist. Die Vaterschaft habe ich in der Zwischenzeit anerkannt.

Nachdem ich die Affäre beendet habe stellt sich nun die Unterhaltsfrage für Kind und Mutter. Die Mutter ist bisher keiner regelmäßigen Tätigkeit nachgegangen. Eine Ausbildung zur Bürokauffrau habe ich Ihr finanziert. Weiterhin habe ich Schulden von Ihr in Höhe von etwa 10000.- Euro getilgt. Um das tun zu können musste ich selbst einen Kredit aufnehmen den ich derzeit mit monatlich 358.- Euro abtrage.

Meine Einkünfte betragen ca. 4600.- Euro pro Monat unter Berücksichtigung von Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld etc.

Bei den Ausgaben sieht es wie folgt aus.

Hypothek 900.-
Kredit 358.-
Autofinanzierung 238.-
Vorsorgeaufwendungen 200.-
Instandhaltungen 100.-
Unterhaltsleistungen für die insgesamt 3 Kinder in Höhe von ?
Selbstbehalt ?


Meine Frage lautet: Wie hoch ist in etwa der Unterhalt den ich Mutter und Kind zahlen muss ? Welche der oben aufgeführten Ausgaben sind abzugsfähig?

Mir ist klar dass eine genaue Berechnung schwierig ist sodass mir orientierende Zahlen für den Moment ausreichen würden zumal ich wahrscheinlich einen Anwalt vor Ort zu gegebener Zeit mit meiner Interessenvertretung betrauen werde. Ich möchte nochmals darauf hinweisen, dass ich mit Ehefrau und unseren Kindern nach wie vor im selben Haushalt lebe.

Mit freundlichen Grüßen,

Piet71



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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für die Einstellung Ihrer Frage.

Zunächst möchte ich Sie darauf hinweisen, dass dieses Forum lediglich eine erste rechtliche Orientierung bieten soll, die in keinem Fall die Beratung durch einen Anwalt / Anwältin ersetzen kann.

Die rechtliche Beurteilung kann unter Umständen anders ausfallen und somit zu einem anderen Ergebnis führen, wenn bestimmte Angaben hinzugefügt oder weggelassen werden.

Ihre Frage beantworte ich aufgrund der von Ihnen gemachten Angaben, wie folgt:

Bezüglich des Kindesunterhalts sind Kosten für die Hausfinanzierung in der Regel nur dann zu berücksichtigen, wenn das Kind auch in der finanzierten Immobilie lebt, was hier nicht der Fall ist. Instandhaltungskosten bezüglich der Immobilie sind demnach auch nicht abzugsfähig.

Der Kredit für die Schuldentilgung der Kindesmutter könnte unter Umständen abgezogen werden. Es gibt keinen Grundsatz, dass Kindesunterhalt generell dem Kindesunterhalt vorgeht. Bestanden die Schulden schon vor Geburt des Kindes kann man von einer Abzugsfähigkeit ausgehen. Dies muss jedoch konkret im Einzelfall geprüft werden. In der weiteren Berechnung werde ich sie allerdings in Abzug bringen.

Bezüglich der Vorsorgeausgaben ist zu prüfen, um welche Art der Absicherung es sich handelt. So dürfen zum Beispiel die Ausgaben für die Rentenversicherung einschließlich Arbeitgeberanteil insgesamt nicht höher sein als 20% des Bruttoeinkommens. Im Bezug auf andere Absicherungen kommt es meist darauf an, ob diese schon bei Geburt des Kindes bestanden. Im Weiteren gehe ich pauschal von einer Abzugsfähigkeit aus.

Grundsätzlich können berufsbedingte Aufwendungen ebenfalls in Abzug gebracht werden. Hierzu zählen auch Fahrtkosten zu Arbeitsstelle, die mit einem Betrag von 0,30 € pro gefahrenem Kilometer veranschlagt werden. Diese decken generell auch die Kosten der Anschaffung eines Fahrzeugs an. In Einzelfällen können auch Finanzierungskosten für ein Auto angesetzt werden. Werden die Raten für einen zur Anschaffung aufgenommenen Kredit berücksichtigt, so verringern sich die anrechnungsfähigen KM-Kosten.

Hinsichtlich des Kindesunterhalts ist der Bedarf nach der Düsseldorfer Tabelle zu ermitteln. Bei einem zu berücksichtigenden Einkommen von etwa 3800 € ergibt sich grundsätzlich der Bedarf nach der 11. Stufe. Da hier jedoch insgesamt fünf Unterhaltsverpflichtete vorhanden sind, ist eine Herabstufung um zwei Stufen, auf Stufe 9, vorzunehmen.
Ich gehe davon aus, dass Ihr außereheliches Kind jünger als fünf Jahre ist und somit der Altersgruppe 0-5 angehört. Hiernach beliefe sich der Bedarf des Kindes auf 324 €. Hiervon ist anteiliges Kindergeld in Höhe von 77 € in Abzug zu bringen, sodass ein Zahlbetrag von 247 € verbliebe.

Gegenüber der Kindesmutter besteht eine Unterhaltsverpflichtung aus § 1615l BGB mindestens für die ersten drei Jahre nach der Geburt des Kindes. Die Höhe des Anspruchs ermittelt sich aus dem Einkommen, dass vor Geburt des Kindes erzielt wurde. War die Kindesmutter nicht berufstätig, so ist zumindest der notwendige Bedarf einzusetzen. Dieser beläuft sich nach der Düsseldorfer Tabelle auf 770 €.

Sie sollten in jedem Fall einen Anwalt aufsuchen um sich eingehend beraten zu lassen. Die Anerkennung der Abzugsfähigkeit bestimmter Ausgaben ist meist einzelfallabhängig. Der Kollege kann bei genauer Kenntnis der Gegebenheiten eine konkretere Berechnung der Unterhaltsansprüche vornehmen.

Ich hoffe ich konnte Ihnen mit der Antwort weiterhelfen. Sollten Sie noch weiteren Klärungsbedarf haben, nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.

Mit freundlichen Grüßen

Christopher Tuillier
Rechtsanwalt

info@rechtsanwalt-tuillier.de
www.rechtsanwalt-tuillier.de
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