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Unterhalt meines Sohnes ab 18 und beim Studium

| 02.05.2016 00:41 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle


Hallo!

Folgende Situation:
Mein Sohn wird jetzt im Mai 18 Jahre.
Zur Zeit zahle ich Unterhalt für meinen Sohn an meine Ex-Frau.
Er macht jetzt sein Abitur(Zeugnisübergabe im Juni).
Ab Herbst möchte er studieren.

Ab seinen 18. Geburtstag zahlen beide Elternteile entsprechend der Düsseldorfer Tabelle und ihrem Einkommen anteilig das Unterhalt in Bar.

Wie kann ich darauf dringen, dass seine Mutter auch entsprechend ihrem Einkommen zahlt, ohne meinen Sohn in diesen Konflikt zu sehr hinein zuziehen?
Was ändert sich mit der Aufnahme des Studiums?
Was mache ich, wenn sie ihr Einkommen nicht offenlegt?
Kann ich das Jugendamt "nötigen" sich um den korrekten Anteil seiner Mutter zu kümmern, ohne dass mein Sohn mir eine Vollmacht erteilt?

Ich möchte nicht, dass ich den wesentlichen Anteil(oder alles) des Unterhalts alleine bezahle. Zur Zeit ist die Situation so, dass seine Mutter eine Feststellung des Unterhaltes über das Jugendamt getätigt hat. Sie hat alle Daten von mir und wird mit hoher Sicherheit ihm Einiges vorenthalten(Verdiensthöhe; Wohnkosten usw.). Auch wird sie durch ih narzistisches Verhalten ihre Zahlung ganz oder teilweise versuchen zu verhindern.

MfG

Sehr geehrter Ratsuchender,

mit Eintritt der Volljährigkeit ist Ihr Sohn gehalten, seine Ansprüche selbständig geltend zu machen. Deswegen ist es so auch nicht möglich, dass Sie ohne Ihren Sohn von der Mutter die dieser obliegenden Unterhaltszahlungen einfordern.

Ihr Anliegen ist verständlich und deswegen sollte zunächst folgende Vorgehnensweise gewählt werden.

Auch wenn der Sohn volljährig ist, kann das Jugendamt immer noch unterstützend tätig werden. Deswegen sollte sich Ihr Sohn an das Jugendamt wenden, denn Ihr Einkommen ist darzulegen,als auch das Einkommen der Mutter und diese würde dann auch zur Auskunft aufgefordert werden. An Hand beider Auskünfte kann auch der Unterhalt berechnet werden.

Das Problem ist, dass Sie sich nicht an das Jugendamt wenden können, da der Sohn volljährig ist.

Eine andere Möglichkeit steht Ihnen noch offen. Sie könnten von sich eine Unterhaltsberechnung veranlassen und in diesem Zusammenhang die Mutter um Auskunft bitten. Ein solcher Auskunftsanspruch ist nicht gesetzlich normiert und wird vielfach aus § 242 BGB abgleitet. Er kann dann bestehen, wenn die Mutter sich strikt weigert Auskunft auch dem Kind oder dem Jugendamt zu erteilen. Es wird somit auf die Situation ankommen.

Sie müssen aber bedenken, dass der letztgenannte Weg nur für die Auskunft maßgeblich ist.

Die Höhe von Unterhaltszahlungen ist hingegen nur mit dem Sohn oder mit dem Jugendamt, wenn der Sohn dort eine Vollmacht erteilt hat, zu klären.

Ihr Sohn muss ab seiner Volljähigkeit mit Ihnen die Höhe des Anspruches klären, nicht die Mutter.

Versuchen Sie zunächst Einvernehmen mit der Mutter zu erzielen, so dass eine konkrete Berechnung durchgeführt werden kann.

Vom Grundsatz ändert sich mit Aufnahme eines Studium nichts, nur die Bedarfberechnung ist eine andere. Es besteht weiter die beiderseitige Barunterhaltspflicht.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle, Oldenburg

Nachfrage vom Fragesteller 30.06.2016 | 00:03

Sehr geehrte Anwältin,
ich habe noch eine Frage zu ihrer Antwort:
Es ist jetzt genau das passiert, was ich befürchtet habe. Mein Sohn sagt mir, dass sie erst einmal (bis zum Studium…) ihm den Unterhalt nicht auszahlt. Dafür bezahlt sie mal so ein paar „Klamotten", mal eine Tankfüllung, Taschengeld usw.(Aussage meines Sohnes – er ist gereizt!).
Nun besteht ja Barunterhaltspflicht und auch ein Anspruch meines Sohnes auf das komplette Kindergeld. Dies ignoriert sie komplett. Ich hatte ja auf ihr narzistisches Verhalten hingewiesen, mit dem sie schon seine beiden Halbbrüder an sich gebunden hatte (oder spreche ich besser von Abhängigkeit). Das war ja besonders einfach, da deren Vater eine Privatinsolvenz hingelegt hatte und sie sich dem Familieneinkommen bediente…
Ich gehe davon aus, dass sich mein Sohn nicht durchsetzen kann, kein Stress und Streit möchte und vergisst, dass später niemand weiß was wirklich mal als Geld in seinem Interesse ausgegeben wurde. Ganz abgesehen von Barunterhalt und Anspruch auf das komplette Kindergeld.
Ich denke mal, dass nach einer Aufforderung von meiner Seite, nichts passieren wird. Somit stelle ich mir vielleicht vor, dass ich das Jugendamt und die Kindergeldstelle auf den Missstand aufmerksam machen sollte mit Einschreiben und Verweis auf die gesetzlichen Regelungen (Welche ?). Können sie mir zu dieser Vorgehensweise noch Tipps, Ratschläge oder Empfehlungen bzw. Formulierungen geben?
Mit freundlichen Grüßen
Ratsuchender

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.06.2016 | 06:38

Sehr geehrter Ratsuchender,

ich danke für Ihre Nachfrage, die deutlich gemacht hat, dass es weniger die Unterhaltshöhe ist, die ein Problem darstellt, sondern die mangelnde Zahlung durch die Mutter.

Zum Vorgehen der Berechnung des Unterhaltes verweise ich auf meine Antwort.

Für die tatsächliche Erbringung des Unterhalts gilt Folgendes:

Sie können Ihren Unterhaltsanteil nicht mehr an die Mutter, sondern an den Sohn direkt zu zahlen. Dieser ist volljährig und hat den Anspruch auf Zahlung an sich.

Es wird nicht deutlich, ob die Zahlungsweise so geändert wurde. Wenn nicht, sollten Sie dieses nachholen. Lassen Sie sich vom Sohn eine Kontoverbindung geben und zahlen Sie Ihren Anteil direkt an diesen und nicht mehr an die Mutter.

Was den Anteil der Mutter angeht, ist diese natürlich barunterhaltspflichtig.

Demgegenüber müssen Sie aber folgendes beachten.

Der Sohn wohnt offenbar bei der Mutter. Das bedeutet, dass diese ihm Unterkunft zur Verfügung stellt, Verpflegung und wie Sie ausdrücken "mal eine Tankfüllung", Taschengeld und mal ein paar Klamotten.

Auch wenn die Barunterhaltspflicht besteht, kann die Mutter, da der Sohn bei ihr wohnt, von ihrem Wahlrecht des § 1612 BGB Gebrauch machen. Dort ist unter anderem geregelt:

"Haben Eltern einem unverheirateten Kind Unterhalt zu gewähren, können sie bestimmen, in welcher Art und für welche Zeit im Voraus der Unterhalt gewährt werden soll, sofern auf die Belange des Kindes die gebotene Rücksicht genommen wird."

Das bedeutet, dass die Mutter ihren Anteil in Naturalunterhalt erbringen kann und davon macht diese Gebrauch. Wenn Sie Ihren Anteil an den Sohn direkt zahlen, kann dieser über dieses Geld verfügen und die Mutter erbringt dann ihren Anteil in Form von Unterkunft etc..

Dann wird auch deutlich, welchen Anteil Sie erbracht haben.

Ich kann Ihnen daher nicht zu einem Vorgehen über Jugendamt und Kindergeldkasse raten.

Die Kindergeldkasse hat ohnehin gar keinen Einfluss auf die Erbringung des Unterhalts. Diese ist auch nicht zuständig, darauf einzuwirken.

Das Jugendamt kann letztlich nur Ihr Sohn einschalten. Wenn Sie diesem einen errechneten Unterhaltsbetrag direkt zahlen, haben Sie keinen Einfluss darauf, wie die Mutter ihren Unterhalt erbringt. Ich verweise auf die oben genannte Vorschrift.

Es muss also, wie schon in meiner Antwort ausgeführt, der Unterhalt berechnet werden. Ihren Anteil zahlen Sie dann direkt an den Sohn, da dieser volljährig ist. Da mit der Berechnung beide Haftungsanteile auch feststehen, weiß auch der Sohn dann, wie hoch dieser für die Mutter ist.


Stehen die Haftungsanteile fest, erbringt die Mutter ihren Anteil in Naturalunterhalt, was sie auch darf. Was das Kindergeld betrifft, muss der Sohn tätig werden. Möchte er davon Abstand nehmen, müssen Sie das akzeptieren.

Spätestens, wenn er nicht mehr bei der Mutter wohnt und studiert, wird er merken, dass er mit einem eigenen Haushalt auf das KIndergeld angewiesen ist und wird es wohl auch einfordern - müssen -.

Auch wenn emotional natürlich viel im Spiel ist, sollten Sie wie ausgeführt vorgehen.

MIt freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin

Sylvia True-Bohle, Oldenburg

Bewertung des Fragestellers 30.06.2016 | 09:16

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"Sehr ausführlich und verständlich.
- Natürlich zahle ich meinen Anteil am Unterhalt an meinen Sohn direkt! -"
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 30.06.2016 5/5,0
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