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Unterhalt im Wechselmodell - ein Elternteil arbeitet nurt Teilzeit

| 26.11.2017 18:55 |
Preis: 51,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


20:05
Hallo, als Eltern mit 2 Kindern (beide in weiterführenden Schulen und noch unter 18 Jahren) parktizieren wir seit 3 Jahren das echte Wechselmodell. Ein Elternteil arbeit voll, das andere in Teilzeit, so war es auch schon vor der Trennung. Der Kindesunterhalt errechnet sich aus der Summe des gemeinsamen Einkommens. Im Ergebnis zahlt nach der Quotierung daher bislang der Vollzeitarbeitende ca. 85% des Unterhalts. Kann nun von dem Teilzeitarbeitenden verlangt werden, auch in Vollzeit zu arbeiten bzw. kann ersatzweise zur Unterhaltsberechnung das fiktives Einkommen einer Vollzeitstelle angenommen werden?
26.11.2017 | 19:42

Antwort

von


(139)
Saalestraße 20
63667 Nidda
Tel: 06043 801 59 60
Web: http://ra-krueckemeyer.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte Ihre Frage auf Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben. Bitte beachten Sie, dass schon geringe Abweichungen im Sachverhalt zu einer anderen rechtlichen Bewertung führen können.

Im echten Wechselmodell sind beide Elternteile zu Barunterhalt verpflichtet. Gem. § 1603 Abs. 2 S. 1 BGB ist die Erwerbsobliegenheit gegenüber Minderjährigen Kindern im Falle der Barunterhaltspflicht gesteigert.
Es können für die Leistungsfähigkeit auch fiktiv Einkünfte hinzugerechnet werden, wenn der Unterhaltsverpflichtete eine ihm mögliche und zumutbare Tätigkeit unterlässt. Erst bei unzureichender Bemühungen um einen (vollen) Arbeitsplatz kann ein fiktives (Vollzeit-) Gehalt angenommen werden.
Entscheidend ist hierfür auch das vor der Trennung gewählte Familienmodell. Bei der klassischen Hausfrauenehe (Er geht arbeiten; Sie kümmert sich um Haus und Kinder) ist hierbei die Ehedauer, das Alter der Hausfrau und die persönliche Eignung (Gesundheit, erlernter Beruf etc.) von entscheidender Bedeutung. Mit zunehmender Dauer der Trennung tritt das einmal gewählte Familienmodell immer weiter in den Hintergrund (je länger die Trennung andauert, desto eher kann man eine Umstellung auf die neuen Verhältnisse erwarten).

Ich hoffe, Ihre Frage umfassend beantwortet zu haben. Sollte dies nicht der Fall sein, nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Krueckemeyer
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 28.11.2017 | 18:44

Vielen Dank soweit!
Ist dies beim Wechselmodell mehr oder weniger unabhängig von der Höhe der jeweiligen Einkommen? Denn man scheint ja nicht mehr für den einzelnen Elternteil den Mindestsatz als Maßgabe nehmen zu können, da ja nur das gemeinsame Einkommen für den Blick in die Düsseldorfer Tabelle relevant ist, oder?
(Im konkreten Falle betragen die bereinigten Einkommen ca. 2.600,- € und 1500,- € - die Quotelung ist also nach Abzug des Selbstbehaltes 77/23)

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.11.2017 | 20:05

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für die Nachfrage.

1. Beim Wechselmodell werden die beiden Einkommen addiert und dann der Unterhaltsbedarf ermittelt.
2.600 € + 1.500 € = 4.100 € Bedarf (mangels Angaben und der Einfachheit halber ein 16 jähriges Kind): 663 €.

2. Hierauf ist ein Mehrbedarf der sich gerade aus dem Wechselmodell ergibt aufzurechnen.

3. Jetzt ist von den Einkommen der jeweilige Selbstbehalt abzurechnen.
2.600 € - 1.080 € = 1.520 €; 1.500 € - 1.080 € = 420 €

4. Nun ist das Verhältnis zu ermitteln.
520 € + 144 € (Ungenauigkeit durch Rundung)

5. Kindergeld: Dazu wird bei demjenigen der das Kindergeld bekommt der hälftige Betrag zugerechnet. Beim Anderen ist der Hälftige Betrag abzuziehen.
520 € - 96 €= 424 €; 144 € + 96 €= 240 €

6. Nun muss ermittelt werden, welcher Elternteil tatsächlich zu zahlen hat. Dies errechnet sich aus der Differenz des Unterhaltsanteils du der Hälfte des Gesamtbedarfs.
424 € - 331,50 €= 92,50 €; 240 € - 331,50 €= -91,50 € (der 1 € resultiert aus der Rundung).

7. Das höhere Gehalt muss an das niedrigere Gehalt 92 € (Unterhalt ist stets in vollen € zu zahlen) zahlen.


Das ist die Berechnung. Das hat zuerst einmal nichts mit dem fiktiven Gehalt zu tun. Rechnet man hier mit einem Gehalt von 3.000 € ergibt sich schon ein ganz anderer Bedarf, sodass nicht einfach von Verrechnungen ausgegangen werden kann.

Ich hoffe, Ihre Frage beantwortet zu haben. Gerne können Sie mich auch via Email kontaktieren. Über eine positive Bewertung würde ich mich freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Krueckemeyer
Rechtsanwalt


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