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Unterhalt im Trennungsjahr - soll ich meine Steuerklasse von 5 auf 1 ändern?

| 22.07.2009 21:25 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas M. Boukai


Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe mich im Juni von meinem Gatten getrennt und bin seit dem 15.7. Mieterin einer 2-Zi-Whg.. Wir haben Gütertrennung seit unserer Hochzeit vor 21 Jahren. Die Kinder sind bald 20 und 16 Jahre alt. Ich bin 50 Jahre alt. Bis zu meinem Sohn habe ich volltags gearbeitet, danach bis zu der Tochter (1993) halbtags. Vor fünf Jahren habe ich einen Minijob (€400,-) angenommen. Ab September 09 könnte ich volltags arbeiten. Mein Mann verdient sage und schreibe € 6.500,- NETTO!!! Er besitzt "unser" Reihenhaus alleine, weil nur ER vor 10 Jahren unterschrieben hat. Das Haus seiner Mutter gehört ihm auch.
Restschuld von dem Reihenhaus beträgt € 99.000,--!
Was kann ich an Unterhalt erwarten in dem Trennungsjahr und soll ich meine Steuerklasse von 5 auf 1 ändern?
Vielen Dank für Ihre Antwort.

Sehr geehrte(r) Fragensteller(in),
aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes beantworte ich Ihre Frage wie folgt.

Grundsätzlich wird der Trennungsunterhalt an der Leistungsfähigkeit des Verpflichteten, der Bedürftigkeit des Berechtigten und den prägenden Lebensverhältnissen zur Ehezeit bemessen. Tabellen mit Richtwerten, etwa wie beim Kindesunterhalt die Düsseldorfer Tabelle existieren nicht.

Dem Unterhaltsverpflichteten muss der Selbstbehalt (seit 2008 1.000,00 €) bleiben. Eine Obliegenheit zur Aufnahme einer Tätigkeit besteht für den Unterhaltsberechtigten Ehegatten im ersten Jahr der Trennung nicht. Da die Kinder bereits Alt genug sind, ist auch die Kindesbetreuung hierzu nicht relevant.
Zur Bestimmung der Höhe des Trennungsunterhaltes sind die Lebensverhältnisse während der Ehezeit maßgebend. Angestrebt wird, dass die Lebensverhältnisse der Ehegatten in der Trennung ähnlich den ehelichen Lebensverhältnissen sind, was natürlich schon alleine durch doppelte Haushaltsführung, etc. meist nicht möglich sein wird. Die Höhe des Anspruch auf Trennungsunterhalt darf nicht dazu führen, dass sich das Einkommen über den hälftigen Anteil nach den ehelichen Verhältnissen erhöht.

Die Berechnung des Unterhaltes erfolgt anhand des jeweils bereinigten Einkommens der Ehegatten (also die Einkünfte von Ihrem Ehemann und die aus Ihrem Minijob). Das bereinigte Einkommen ergibt sich grundsätzlich aus dem Nettoeinkommen abzüglich der Vorsorgeaufwendungen, der berufsbedingten Aufwendungen sowie der berücksichtigungswürdigen Schulden (Ehe prägend wie etwa Zahlungen auf das gemeinsam bewohnte Eigenheim, etc.) und vorrangiger Unterhaltspflichten. In den unterschiedlichen Bundesländern kommen auch unterschiedliche Berechnungen zur Anwendung. Der in Hamburg geltende Halbteilungsgrundsatz wird dort derart eingeschränkt, dass 1/7 Erwerbstätigenbonus vom bereinigten Einkommen abzuziehen sind und nur aus den verbleibenden 6/7 für die Unterhaltsberechnung heranzuziehen sind. Mithin kämen 3/7 in Ansatz unter Berücksichtigung Ihres Einkommens, dass mindernd wirkt.
Unterhaltsberechnungen sind äußerst kompliziert, da eine Vielzahl an Aspekten zu berücksichtigen sind, die im Rahmen der Onlineanfrage nicht abschließend geklärt werden können. Letztlich müssen sämtliche abziehbaren Ausgaben Ihres Ehemannes mit einberechnet werden. Als Unterhaltsberechtigte besteht ein gesetzlicher Auskunftsanspruch. D.h., Ihr Ehemann ist verpflichtet die entsprechenden Auskünfte zu erteilen, die für die Unterhaltsberechnung (Zugewinnausgleich, etc.) erforderlich sind. Ich rate dringend sich an einen familienrechtlich orientierten Kollegen/Kollegin vor Ort zu wenden, um eine umfassende und abschließende Unterhaltsberechnung zu erhalten. Idealerweise nehmen Sie zur Besprechung alle Unterlagen mit, die Ihnen derzeit zur Verfügung stehen. Die Eigentumsverhältnisse an den Immobilien sind zunächst nicht relevant, dem entgegen könnte aber der Wohnvorteil auch bei der Berechung des Unterhaltes eine Rolle spielen. Man müsste hierzu dann auch konkreteres in Erfahrung bringen. Die kann ein Kollege/in vor Ort relativ schnell für Sie erreichen.

Eventuelle Unterhaltszahlungen/verpflichtungen bezüglich der Kinder sind auch zu berücksichtigen. Bei dem minderjährigen Kind stellt sich dann die Frage, wer esw betreut und bei wem es wohnt.

Ich hoffe Ihre Fragen zufrieden stellend beantwortet zu haben.
Bei Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion.
Bitte beachten Sie, dass die Antwort auf Ihren Angaben beruht und sich die rechtliche Beurteilung des Sachverhaltes nur bei Kenntnis aller Details der Sache vollumfänglich und sicher treffen lässt.
Mit freundlichen Grüßen
Andreas M. Boukai
- Rechtsanwalt -


Bewertung des Fragestellers 24.07.2009 | 12:09

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