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Unterhalt fuer volljaehriges priviligiertes Kind


23.11.2006 09:04 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stefan Steininger



Ich bin vor 2 1/2 Jahren mit meinem 2. Ehemann in die USA ausgewandert. Mein Sohn fuer den ich regelmaessig Unterhalt bezahlt habe wurde am 1.November dieses Jahres 18 jahre alt. Er lebt weiterhin mit seinem Vater (meinem 1.Mann)in Deutschland und besucht die 12.Klasse eines Gymnasiums. Ich moechte meinen Sohn solange er zur Schule geht selbstverstaendlich weiterhin unterstuetzen. Ich habe allerdings die Unterhaltszahlungen an seinen Vater eingestellt, da ich bei Recherchen im Internet herausgefunden habe, dass mit der Volljaehrigkeit eines Kindes beide Elternteile zum Barunterhalt verpflichtet sind, da der Gesetzgeber der Ansicht ist, dass die Pflege und Erziehung entfaellt. Ich habe seit ich in den Staaten bin nicht gearbeitet.3 Monate nachdem wir angekommen sind ist meine Schwiegermutter an Krebs erkrankt und ich habe sie bis zu ihrem Tod im Maerz dieses Jahres gepflegt. Anschliessend habe ich mehrere Lehrgaenge besucht, um zu versuchen mir hier eine neue Karierre aufzubauen. Ich bin dabei mich selbstaendig zu machen, habe aber noch kein Einkommen. Seit ich hier bin, hat mein 2.Mann die Unterhaltszahlungen fuer meinen Sohn fuer mich bezahlt. Wie kann ich die neuen Unterhaltszahlungen fuer meinen Sohn berechnen (Welchen Betrag kann ich als fiktives Einkommen fuer mich einsetzen) und ist es rechtlich korrekt den Betrag direkt an meinen Sohn zu ueberweisen und nicht mehr an seinen Vater? Ich habe ausserdem gehoert, dass ich das Kindergeld in Hoehe von 154 Euro komplett vom zu bezahlenden Unterhaltsbetrag abziehen kann, ist das richtig? Was empfehlen sie mir zu tun? Ich habe meinen Sohn ueber alles informiert und er hat kein Problem damit. Er ist aber unter grossem Druck, da er noch im Haus seines Vaters lebt und nun die ganze Frustration ueber den ausbleibenden "Geldsegen" abbekommt. Er hat mir heute eine email geschickt die ziemlich verzweifelt klang. Ich waere fuer jeden Ratschlag dankbar.

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Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Online-Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen summarisch wie folgt beantworten:

Selbstverständlich kann in diesem Forum keine vollständige Berechnung von Unterhalt vorgenommen werden.

Zutreffend gehen Sie davon aus, dass grundsätzlich beide Elternteile zum Barunterhalt verpflichtet sind. Der Volljährige Unterhaltsberechtigte hat einen eigenen Anspruch, weshalb zutreffend ist, den Unterhaltsbetrag an Ihren Sohn direkt zu bezahlen. Eine einvernehmliche andere Vereinbarung wäre selbstverständlich zulässig.

Bei zwei leistungsfähigen Eltern errechnet sich der Unterhalt dem Grunde nach wie folgt:

Beide Einkommen werden zusammengerechnet und der Bedarf nach der Düsseldorfer Tabelle ermittelt. Von diesen Bedarf ist das gezahlte Kindergeld als eigenes Einkommen abzusetzen.

Auf diesen restlichen Bedarf haften beide Eltern anteilig nach ihren Einkommen.

Bei der Berechnung wird vom Einkommen der Eltern der notwendige Selbstbehalt (Euro 890) abgezogen und so das einzusetzende Einkommen berechnet. Das Verhältnis dieser beiden Werte ergibt die anteilige Haftung.

Welches Einkommen bei Ihnen einzusetzen ist, kann hier nicht beurteilt werden. Grundsätzlich besteht eine Erwerbsobliegenheit im Rahmen einer Vollzeittätigkeit. Ob dies hier anzunehmen ist könnte insoweit fraglich sein, als dass sie gerade eine Selbstständigkeit aufbauen und daher zwar vollbeschäftigt sind, jedoch keinen Gewinn erzielen.

Sie teilen nicht mit, ob ein Titel über den zu zahlenden Unterhalt besteht. Wenn dies der Fall ist, könnte dieser im Wege der Abänderungsklage beseitigt werden.

Es fällt schwer, ihn hier einen Rat zu geben.

Zum einen könnten Sie mit dem Argument, Sie seien nicht leistungsfähig, die Unterhaltszahlungen komplett einstellen.

Zum anderen könnten Sie Zahlungen weiterhin direkt an ihren Sohn - auf ausdrücklich freiwilliger Basis - leisten.

Alternativ bestünde die Möglichkeit, mit dem Sohn eine Vereinbarung dahingehend zutreffen, dass sie einen bestimmten Betrag weiterhin freiwillig als Unterhalt zahlen und hiervon einen Teil direkt an den Vater überweisen. Vielleicht ließe sich die Situation insoweit entschärfen.

Ich hoffe, Ihren einen hilfreichen ersten Überblick verschafft zu haben. Für das entgegengebrachte Vertrauen bedanke ich mich recht herzlich. Bitte beachten Sie, dass diese Beratung eine umfassende Prüfung an Hand aller Unterlagen nicht ersetzen kann. Für Rückfragen und die weitere Interessenvertretung stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Steininger
Rechtsanwalt

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