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Unterhalt für volljährige Tochter zwischen Abitur und Studium?


29.10.2006 02:16 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

es geht um den Unterhalt für meine volljährige Tochter. Sie hat ihr Abitur im Sommer 2005 abgelegt. Bis dahin zahlte ich Alimente entsprechend der Vorgabe des Jugendamtes. Nach dem Abitur ging sie für ein Jahr nach Spanien und arbeitete dort als Kindermädchen. Inzwischen ist sie zurück und beabsichtigt, im Frühjahr kommenden Jahres ein Studium aufzunehmen. Seit September dieses Jahres absolviert sie ein sechsmonatiges Praktikum, für das sie allerdings nicht bezahlt wird. Meine Tochter lebt nicht rpt. nicht in meinem Haushalt, sondern bei ihrer Mutter.

Bislang ging ich davon aus, dass sie für die Zeit zwischen Abitur bis zum Beginn des Studium/Ausbildung keinen Anspruch auf Unterhalt hat. Trotzdem zahle ich ihr seit ihrem Abitur - sozusagen als private Übereinkunft - freiwillig 150 Euro monatlich.

Jetzt hat meine Tochter erklärt, sie komme nicht mehr mit ihrem Geld aus und fordert eine höhere Zahlung von mir, die sich an dem später während des Studiums zu zahlenden Unterhalt orientiert - rund 250 Euro.

Meine Fragen:

- Ist es richtig, dass meine Tochter erst wieder Anspruch auf Unterhalt von mir hat, wenn sie mit ihrer Ausbildung/Studium beginnt?

- Ein dreimonatiges Praktikum ist nach den Angaben meiner Tochter Voraussetzung für die Zulassung zu ihrem geplanten Studium. Entsteht für sie dadurch für die Zeit des Praktikums Anspruch auf Unterhalt, der sich an der Höhe des Unterhalts während des Studiums (rund 600 Euro von beiden Eltern plus Kindergeld) orientiert?

- Der Unterhalt während des Studium wird Gerichtsurteilen zufolge auf zehn bis zwölf Semester begrenzt. Muss der Unterhalt für das Praktikum, sofern ein Anspruch besteht, zu dem "Studiendauerunterhalt" hinzuaddiert oder kann er mit ihm verrechnet werden?

- Ist es richtig, dass bis zur Vollendung des 21. Lebensjahrs meiner Tochter das Jugendamt ihren Unterhaltsanspruch durchsetzen kann?

- Bin ich verpflichtet, bis zu diesem Zeitpunkt dem Jugendamt Angaben über meine Einkommensverhältnisse offen zu legen, obwohl noch kein formaler Anspruch meiner Tochter auf Unterhalt existiert?

Ich möchte betonen, dass mir nicht an Streit gelegen ist und ich den rechtmäßigen Anspruch meiner Tochter auch erfüllen will.

Mit bestem Gruß.
osham

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Sehr geehrter Ratsuchender,

1.
Die Zeit zwischen dem Abitur und dem Studium Ihrer Tochter werden Sie nur finanzieren müssen, soweit sie sich in dieser Zeit konkret um eine Ausbildung bemüht, die auch ihren Fähigkeiten und Neigungen entspricht.
Für die „Auszeit“ in Spanien muss Ihre Tochter also selbst aufkommen, bis sie wieder in Ausbildung ist. Hinsichtlich des Praktikums kann es aber nach Ihren Angaben durchaus sein, dass Sie bereits weiter unterhaltspflichtig sind, jedenfalls dann, wenn das Praktikum in der Tat unabdingbar für den von Ihrer Tochter angestrebten Studiengang ist, sofern es sich hierbei um eine begabungsgemäße und insofern aussichtsreiche Ausbildung handelt.

2.
Die Begrenzung auf eine bestimmte Anzahl von Semestern ist durchaus dehnbar, wenn es im Laufe des Studiums zu Verzögerungen kommt, die von der Unterhaltsberechtigten nicht verschuldet sind, etwa aufgrund einer begründeten vernünftigen Neuorientierung oder z.B. krankheitsbedingt. Zur Orientierung wird aber grundsätzlich zunächst die für den jeweiligen Studiengang nach der offiziellen Ausbildungsordnung vorgesehene Regelstudienzeit herangezogen, um die Unterhaltspflicht nach § 1610 Abs. 2 BGB zeitlich zu begrenzen.

3.
Das Jugendamt kann in eigener Befugnis nur solche Ansprüche geltend machen, die auf die Behörde aufgrund eigener Leistungen übergegangen sind. Ansonsten fungiert das Jugendamt lediglich als Verfahrensbeteiligter in einem möglichen Unterhaltsprozess. Dies gilt zunächst unabhängig von dem Alter Ihrer Tochter. Soweit die Unterhaltsberechtigte – wie hier – zwar volljährig ist, aber noch im Haushalt eines der Elternteile lebt, stehen dem Jugendamt aber derzeit noch stärkere Mitspracherechte zu.

4.
Unabhängig von dem tatsächlichen Bestehen von Unterhaltsansprüchen müssen Sie auf Verlangen – in der Regel alle zwei Jahre – Ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse offen legen. Denn der Auskunftsanspruch dient ja gerade der Feststellung eines möglichen Unterhaltsanspruchs.


Gerne können Sie zu den einzelnen Punkten noch rückfragen, soweit meine Ausführungen für Sie nicht ausreichend waren.

Mit freundlichen Grüßen


Wolfram Geyer
Rechtsanwalt
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