Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
479.629
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Unterhalt für ehemalige Lebensgefährtin


| 23.12.2011 11:38 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe Fragen bezüglich Unterhaltsverpflichtungen.
Eine nichteheliche Lebensgemeinschaft, aus der ein mittlerweile 1jähriges Kind geboren wurde respektive hervorgegangen ist, ist aktuell beendet.
Ich bin geschieden und zahle für ein Kind aus dieser Ehe Unterhalt gem. der DDT. Ich verdiene ca. 3000.-€ netto.
Meine ehemalige Lebensgefährtin war vor der Schwangerschaft voll berufstätig und verdiente ca. 2300.-€ netto im Monat.
Seit diesem Monat arbeitet sie Teilzeit und verdient damit ca. 1200.-€ netto.
Nach vollzogener Trennung wird sie die Halbtagsstelle fortsetzen.
Bin ich ihr gegenüber bis zur Vollendung des 3. Lebensjahres des Kindes unterhaltsverpflichtet?
Aus dem § 1615 BGB entnehme ich eine solche Verpflichtung. Aus verschiedenen Kommentaren zu dieser Vorschrift sowie aus Antworten zu Fragen anderer User im Forum werde ich jedoch für meinen Fall nicht schlau. Liegt also eine Bedürftigkeit seitens der Kindsmutter vor und ich muss dafür aufkommen? Wenn ja, welcher Betrag (nur circa und natürlich ohne Gewähr) käme auf mich zu?

Die oben genannten Verdienste sind recht genau und daher als Arbeitszahlen tauglich.

Mit freundlich Grüßen

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Ratsuchender,

zutreffend verweisen Sie bereits auf § 1615 l BGB. Das ist die Anspruchsgrundlage für den Unterhaltsanspruch der Kindesmutter.

Das Maß des zu zahlenden Unterhaltes bestimmt sich nach der Lebensstellung der Mutter. War diese, wie in Ihrem Fall vor der Geburt des Kindes erwerbstätig, ist ihr bis zur Geburt des Kindes erzieltes Einkommen für die Höhe des jetzigen Unterhaltes maßgebend.

Die Kindesmutter hat vor der Geburt ca. 2.300,00 EUR verdient. Das wäre der Unterhaltsbedarf. Darauf anzurechnen wäre natürlich das jetzt erzielte Einkommen. Der ungedeckte Bedarf wäre daher ca. 1.100,00 EUR.

ABER diesen Betrag müssen Sie NICHT zahlen. Grundsätzlich ist der Anspruch der Kindesmutter begrenzt auf den Betrag, der zu zahlen wäre, wenn sie verheiratet gewesen wären. Ihre Unterhaltspflicht ist somit begrenzt durch den Halbteilungsgrundsatz auf den Betrag, der sich im Falle einer Heirat als Unterhalt ergäbe.

Die Berechnung kann leider nur sehr überschlägig vorgenommen werden, da hier nicht bekannt ist, welchen Unterhaltsbetrag Sie für Ihr Kind aus Ihrer Ehe zahlen.

Im Rahmen der Unterhaltsberechnung ist zunächst Ihr Einkommen um berufsbedingte Aufwendungen zu korrigieren. Diese sind mit 5% in Abzug gebsacht worden; hier 150,00 EUR. Dann sind die Beträge abzuziehen, die Sie für den Kindesunterhalt aufwenden müssen. Für das Kind aus der jetzt beendeten Beziehung ist ein Unterhaltsbetrag in Höhe von 289,00 EUR ( Einkomensstufe 5 ) anzunehmen. Weiter abzuziehen ist der Unterhaltsbetrag für Ihr anderes Kind. Bei meiner Berechnung habe ich dieses der 2 Altersstufe zugeordnet und habe zunächst einen Abzugsbetrag in Höhe von 345,00 EUR angenommen.

Wären Sie verheiratete gewesen, hätte die Kindesmutter einen Unterhaltsanspruch in Höhe ca. 415,00 EUR. Dieser ergibt sich unter Berücksichtigung des Halbteilungsgrundsatzes, so dass auch nur dieser Betrag zu zahlen wäre.

Bitte berücksichtigen, dass dieses wirklich nur eine annährende Berechnung sein kann, da insbesondere der Kinderunterhaltsbetrag für Ihr erstes Kind nur geschätzt werden konnte.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle
Damm 2
26135 Oldenburg

Tel: 0441 / 26 7 26
Fax: 0441 / 26 8 92
mail: ra-bohle@rechtsanwalt-bohle.de
http://www.rechtsanwalt-bohle.de/index.php?tarcont=content/e-mail.inc.php

Nachfrage vom Fragesteller 23.12.2011 | 17:59

Sehr geehrte Frau True-Bohle,
zunächst Danke für Ihre umgehende Antwort! Ihre überschlägigen Zahlen entsprechen fast den Tatsachen. Ich zahle für das 1. Kind, welches in der Altersstufe 12-17 ist, 381.-€ (davon wurde das halbe Kindergeld bereits abgezogen).
Gehe ich recht in der Annahme, dass die Kindsmutter (des 2. Kindes) mit ihren Ansprüchen an mich herantreten muss - ich also nicht verpflichtet bin "Hurra" zu rufen bzw. "schlafende Hunde zu wecken (den moralischen Apsekt mal außen vor gelassen)?
Erhebt sie -aus welchen Gründen auch immer (vielleicht will sie kein Geld von mir)- keine Ansprüche: gibt des hier Verjährungsfristen? Oder kann sie theoretisch bis einen Tag vor dem 3. Geburtstag des Kindes die Ansprüche rückwirkend geltend machen - womit ich rückwirkend dann die Gesamtrechnung zu tragen hätte?
Für Ihre Antwort im voraus besten Dank und frohes Fest. M.f.G

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.12.2011 | 18:32

Sehr geehrter Ratsuchender,

da die Kindesunterhaltszahlung für das 1. Kind höher, als von mir angenommen ist, erhöht sich demgemäß der Abzugsbetrag von Ihrem Einkommen. Im Ergebnis ergäbe sich dann ein Unterhaltsbetrag in Höhe von ca. 390,00 EUR.

Die Kindesmutter muss an Sie herantreten.

Sie sind erst ab dem Zeitpunkt verpflichtet Unterhalt zu zahlen, in welchem Sie sich Verzug befinden. Das ist der Zeitpunkt, in welchem Sie von der Kindesmutter entweder zur Zahlung eines Betrages X aufgefordert oder aber auch nur zur Auskunft über Ihre Einkommensverhältnisse aufgefordert werden, damit ein Anspruch berechnet werden kann.

Die Kindesmutter kann demzufolge nicht rückwirkend drei Jahre Unterhalt geltend machen, wenn ihr dieses vor dem 3. Geburtstag einfallen sollte.

Auch ich wünsche Ihnen frohe und besinnliche Festtage und verbleibe mit

freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle
Damm 2
26135 Oldenburg

Tel: 0441 / 26 7 26
Fax: 0441 / 26 8 92
mail: ra-bohle@rechtsanwalt-bohle.de
http://www.rechtsanwalt-bohle.de/index.php?tarcont=content/e-mail.inc.php

Bewertung des Fragestellers 23.12.2011 | 19:46


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

FRAGESTELLER 23.12.2011 4,8/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 59978 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr schnelle, ausführliche und ich hoffe auch kompetente Antworten. So richtig weiß man das ja erst später, wenn es zum Streitfall kommt. Jedenfalls weiß ich jetzt viel mehr wie ich weiter vorgehen sollte im Streitfall mit ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antwort ist klar verständlich, ausführlich und zeugt von fachlicher Kompetenz. Besser geht's nicht. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Super sehr schnelle Antwort.preislich günstig. ...
FRAGESTELLER