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Unterhalt für Volljährige Tochter


06.02.2006 09:32 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stefan Steininger



Sehr geehrter Anwalt,
ich versuche folgendes stichpunktartig zu schildern, falls nötig kann ich auch noch Zusatzinformationen liefern:

Mein Mann ist geschieden und Vater von 5 Kindern. Mit seiner Exfrau hat er einen Titel, dass er für den Unterhalt der Kinder zuständig ist solange sie unterhaltsberechtigt sind.

Drei der Kinder leben bei uns, davon einer (19) in Ausbildung.

Die Tochter(19) ist vor 1,5 Jahren ausgezogen. Bis zum Abschluss ihrer Realschulausbildung hat sie vom Vater Unterhalt + Kindergeld erhalten. Eine Ausbildung wollte sie nicht machen, sondern sie macht jetzt ein FsJ. Dort bekommt sie 300€+Verpflegung +Kindergeld+150 freiwillig von ihrer Mutter. Es folgte eine Klage auf Unterhalt, da sie nicht bei Ihrem Vater wohnen will(Haus ist gross genug, Zimmer steht frei), mit der Begründung, dass sie das nicht aushalten kann. Die Klage wurde abgewiesen, da das FsJ nicht als Ausbildungsvorbereitung anerkannt ist.

Im Herbst wird sie nun auf eine teure Privatschule für Erzieherinnen gehen. Die Schule kostet für 2 Jahre 3000€ ohne Unterkunft, Fahrtkosten, Bücher und Verpflegung, wobei sie ihre Wohnung behalten möchte um am WE heim zu fahren .Die Schule ist ca. 200km entfernt. Danach folgt ein Anerkennungsjahr. Sie möchte nun, dass der Vater für die vollen Kosten dieser Ausbildung aufkommt. Mit der Begründung er müsse dass (von wegen Ausbildung und Unterhaltsberechtigt laut Titel s.o.), ihre Mutter habe dagegen keinerlei rechtliche Verpflichtung.
Ich muss dazusagen, dass hier am Ort auch die Möglichkeit besteht, eine Ausbildung zur Erzieherin an einer Schule zu absolvieren und zwar kostenfrei. Man sagte uns dort, es bestehe auch die Möglichkeit Bafög zu beantragen. Das wird aber von Mutter und Tochter kategorisch abgelehnt mit der Begründung, das wäre nicht so anerkannt wie diese Privatschule.

Dazu kommt, dass sie jetzt den vom Gericht abgewiesenen Unterhalt nachgezahlt haben will, weil behauptet wird, dass FsJ gehöre nun plötzlich doch zur Ausbildung. Zudem habe sie sich ein psychologisches Gutachten anfertigen lassen, dass besagt, dass sie nicht beim Vater wohnen kann, weil sie angeblich sonst schon tot wäre. (Der Gutachter ist ein Bekannter der Mutter).

Bevor wir nun wieder ein Verfahren angehängt bekommen meine Fragen:

Müssen wir diese teure Ausbildung tragen?

Müssen wir den Unterhalt nachzahlen?

Müssen wir das Gutachten so hinnehmen?

Vielen Dank für Ihre Antwort

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Sehr geehrte Fragestellerin,
sehr geehrter Fragensteller,

Ihre Online-Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen wie folgt beantworten:

Nach einer Entscheidung des OLG Hamm (FamRZ 1997, 960) können die Kosten einer Privatschule in der Ausbildung den Unterhaltsbedarf entsprechend erhöhen. Dieser muss jedoch notwendig sein. Nach dieser Entscheidung hätte sich das Kind erst bei allen staatlichen Schulen (bundesweit) bewerben müssen. Erst bei entsprechenden Ablehnungen hätte sie von ihrem Vater den Mehrbedarf für die Kosten einer Privatschule verlangen können. Danach halte ich Ihre Unterhaltspflicht im Rahmen der summarischen Prüfung durchaus für fraglich – zumal ja auch am Ort nicht unbedingt bei Vater gewohnt werden müsste. Das Argument mit der Anerkennung kann hier nicht beurteilt werden, insgesamt erscheint es mir aber doch sehr schwach.

Wenn, was ich Ihrer Schilderung so entnehme, das Gericht für das FSJ Unterhalt versagt hat, dann haben Sie hier eine rechtskräftige Entscheidung. Aus dem selben Grund kann dann nicht noch mal Unterhalt gefordert werden.

Dem Volljährigen Kind steht ohnehin frei, sich eine eigene Wohnung zu suchen. Die Notwendigkeit des Gutachtens erschließt sich nicht unbedingt. In einem gerichtlichen Verfahren werden Sie es aber, wenn überhaupt von Bedeutung, anzweifeln und überprüfen lassen könne.

Ich hoffe, Ihre Frage hinreichend beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Für evtl. Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Steininger
Rechtsanwalt

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