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Unterhalt für Tochter ab 18 Jahre

06.07.2015 14:23 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Ich habe zwei Töchter. die jüngere ist 15, die ältere wird im September 18 Jahre.
Sie leben beide bei meinem Ex-Mann. Es gibt einen Unterhaltstitel, in dem ich verpflichtet bin Euro 540,- monatlich für meine Töchter zu zahlen. Das tue ich seit ca. 4 Jahren.
Mein Netto Einkommen liegt bei Euro 1600,-. Es gibt einen Auto-Kredit, den ich monatlich mit Euro 160,- abbezahle.
Mein Arbeitsweg liegt 15 km entfernt.
Die Kaltmiete meiner Wohnung beträgt Euro 390,-, Nebenkosten ca. Euro 100,-

Meine ältere Tochter geht noch 2 Jahre zur Schule und macht ihr Abitur. Sie wird in dieser Zeit bei meinem Ex-Mann wohnen bleiben.

Ändert sich etwas am Unterhaltsanspruch, wenn sie 18 wird?

Mein Ex-Mann verdient ca. Euro 1900,- netto. Monatliche Belastungen für Haus und evtl. Auto kenne ich nicht.
Er bekommt das Kindergeld.

Die langjährige Lebenspartnerin meines Ex-Mannes lebt die meiste Zeit mit im Haushalt. Sie arbeitet weiter entfernt.

1. Wie wird der Unterhalt berechnet, wenn meine Tochter 18 ist?
2. Demnächst werden sämtliche Rücklagen, die ich aus der Auszahlung des ehemals gemeinsamen Hauses bekommen hatte, für das Aufbringen des Unterhaltes verbraucht sein. Ist der Betrag von Euro 540,- Unterhalt überhaupt korrekt oder müsste ich weniger zahlen?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Wie wird der Unterhalt berechnet, wenn meine Tochter 18 ist?

Wenn Ihre Tochter 18 wird, ändert sich die Unterhaltsverpflichtung dahingehend, dass nicht mehr nur Sie, sondern auch Ihr Ex-Mann barunterhaltspflichtig wird.

Sie beide müssen dann also für den Unterhalt Ihrer Tochter in bar aufkommen und zwar anteilig nach der Höhe Ihres Einkommens. Zur Unterhaltsberechnung ist daher auch das Netto-Einkommen Ihres Mannes erforderlich.

Das Netto-Einkommen muss zunächst bereinigt werden. Maßgeblich für Ihren Wohnort sind die Unterhaltsrechtlichen Leitlinien des OLG Braunschweig (http://www.dfgt.de/resources/LL_Braunschweig_2013.pdf). Abzugsfähig sind berufsbedingte Aufwendungen. Hier kann entweder eine Pauschale von 5 % des Netto-Einkommens, mindestens 50 € und höchstens 150 € oder eine Kilometer-Pauschale von 0,30 € / km angesetzt werden. Setzt man die Kilomenter-Pauschale ab, sind darin auch die Anschaffungskosten, also der Kredit für das Auto mit enthalten.

Um die Haftungsquoten zu ermitteln, wird zunächst bei beiden Elternteilen vom bereinigten Nettoeinkommen der Selbstbehalt abgezogen. Dieser beträgt gegenüber volljährigen privilegierten Kindern (volljährige Kinder, die noch zur Schule gehen und noch bei einem Elternteil wohnen) 1.080 €. Hinsichtlich des dann übrigen Einkommens werden die Haftungsquoten ermittelt. Haben Sie z.B. ein Einkommen von 1.500 € und Ihr Mann 3.000 €, ergibt sich folgende Rechnung: 1.500 € - 1.080 € = 420 €; 3.000 € - 1.080 € = 1.920 €; zusammen verbleibt dann ein Einkommen von 2.340 €, an dem Sie einen Anteil von ca. 18 % und Ihr Ex-Mann 82 % haben.

Im Selbstbehalt ist bereits ein Betrag für Warmmiete mit enthalten, so dass die Miete nicht gesondert abzugsfähig ist.

Anschließend ist zu ermitteln, ob bei Ihrer Tochter noch ein ungedeckter Bedarf verbleibt. Dieser richtet sich, solange sie noch bei Ihrem Ex-Mann wohnt, nach der Düsseldorfer Tabelle und zwar nach der 4. Altersstufe. Maßgeblich für die Einkommensstufe ist das gesamte bereinigte Netto-Einkommen beider Eltern.

Von dem dann aus der Tabelle ermittelten Bedarf ist das volle Kindergeld in Höhe von 184 € abzuziehen. Über Einkommen verfügt Ihre Tochter nach Ihren Angaben nicht. Der dann verbleibende Bedarf ist anteilig nach der obigen Berechnung von Ihnen beiden durch Zahlung auszugleichen.

2. Demnächst werden sämtliche Rücklagen, die ich aus der Auszahlung des ehemals gemeinsamen Hauses bekommen hatte, für das Aufbringen des Unterhaltes verbraucht sein. Ist der Betrag von Euro 540,- Unterhalt überhaupt korrekt oder müsste ich weniger zahlen?

Nach grober Berechnung dürften Sie in der 1. Einkommensgruppe liegen. Für beide Kinder richtet sich der Bedarf derzeit nach der 3. Altersstufe (12-17 Jahre). Pro Kind sind dann 426 € Unterhalt zu zahlen. Hiervon ist jeweils die Hälfte des Kindergeldes abzuziehen, so dass 2 x 334 € und damit insgesamt 668 € verbleiben. Auch hier beträgt der Selbstbehalt 1.080 €. Nur der darüber hinaus verbleibende Betrag ist von Ihnen als Unterhalt zu zahlen. Hierzu müsste noch eine genaue Berechnung erfolgen. Da Sie aber über ein bereinigtes Netto-Einkommen von voraussichtlich unter 1.500 € verfügen, verbleiben Ihnen in keinem Fall 540 € über dem Selbstbehalt.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.


Mit freundlichen Grüßen
A. Krüger-Fehlau
Rechtsanwältin

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