Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Unterhalt für Studium


| 07.12.2005 10:54 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Sehr geehrte Rechtsanwälte,

ich benötige rechtlichen Rat bezüglich meines Unterhaltsanspruchs gegenüber meinen Eltern.

Ich bin seit Anfang November 28 Jahre alt und studiere Medizin. Mein Studium habe ich unmittelbar im Anschluss an meinen Zivildienst und im mittelbar dikrekten Anschluss an mein Abitur aufgenommen. Ich studiere momentan im 13. Hochschul- und 10. Fachsemester.

Ich habe die Ärztliche Vorprüfung und den ersten Teil der Ärztlichen Prüfung jeweils nach der Mindeststudiendauer abgelegt. Zwei Semester habe ich für die Arbeiten zur Anfertigung meiner Dissertation aufgewendet, die jedoch trotzem noch nicht zur Einreichung fertig geworden ist. Ein weiteres Semester musste ich aufwenden, da mir die Zulassung zum 2. Teil der ärztlichen Prüfung versagt worden ist. Ich habe einen notwendigen Leistungsnachweis erst so spät erbeten, dass ich ihn nicht mehr fristgerecht einreichen konnte. Dies habe ich auch so zu vertreten.

Den 2. Teil der ärztlichen Prüfung werde ich im März ablegen, momentan befinde ich mich in den Prüfungsvorbereitungen.

Meine Eltern leisten Unterhalt in höhe von rund 640 €, mein Vater in Höhe von rund 300 €.

Mit meinem 28. Geburtstag hat mein Vater nun seine Unterhalszahlungen eingestellt, weil er seine Unterhaltsverpflichtung als erledigt ansieht.

Ich sehe jedoch nicht, wie ich für meinen Lebensunterhalt während der Prüfungsvorbereitungen selber aufkommen sollte. Nochweniger, wie sich dies während meines Praktischen Jahres gestalten soll, das sich an meine Prüfung anschließt. Ich werde hierbei täglich und unentgeldlich im Krankenhaus arbeiten, etwa im selben Rahmen, wie ein angestellter Arzt. Zusätzlich fallen hier auch wieder Prüfungsvorbereitungen für den dritten Teil der ärztlichen Prüfung an.

In meinen Augen schulden meine Eltern mir eine angemessene Berufsausbildung, die jedoch noch nicht abgeschlossen ist. Das Medizinstudium lässt sich auch nicht in weniger als 13 Semestern abschließen.
Habe ich durch die Zeit für meine Dissertation oder mein Versäumnis bei der Prüfungsanmeldung dazu beigetragen, meinen Unterhaltsanspruch zu verwirken?

Vielen Dank für Ihre Beantwortung.

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Ratsuchender,

Bezugnehmend auf Ihre Anfrage kann ich Ihnen folgendes mitteilen:

Grundsätzlich läuft der Ausbildungsunterhalt bis zum Ende der Regelstudienzeit.Bei Verzögerungen und Unterbrechungen ist es von entscheidender Bedeutung, wer dafür verantwortlich ist, also ob die Risikosphäre des Unterhaltspflichtigen oder -berechigten betroffen ist.

1. Eine Promotion gehört in der Regel nicht zur Ausbildung, selbst wenn sie in dem betreffenden Studienfach üblich ist. Damit hatten Sie während der Promotionszeit keinen Anspruch auf Ausbildungsunterhalt gem. § 1610 Abs.2 BGB. Ihre Promotion wurde auch nicht fertiggestellt.Damit liegt diese Verzögerung in Ihrer Risikosphäre, da Sie dafür verantwortlich sind, es sei denn, es liegen Gründe vor, die außerhalb Ihrer Einflußmöglichkeiten lagen.

2. Das Versäumnis Ihrer Prüfungsanmeldung und die daraus resutlierende Verzögerung haben Sie zu verantworten.

Im Fall der Arztausbildung zählt jedoch das praktische Jahr ebenfalls zur Ausbildung,da Sie erst danach den dritten Teil der ärztlichen Prüfung ablegen können und Ihre Ausbildung abgeschlossen ist.
Daher ist Ihr Vater verpflichtet, bis zum Regelabschluss Unterhalt zu zahlen.

Wenn Sie sich also noch in dieser befinden, haben Sie einen Anspruch auf Unterhalt.

Ich hoffe, dass ich Ihnen eine erste rechtliche Orientierung geben konnte.
Falls Sie noch Fragen haben sollten, können Sie sich gerne jederzeit an mich wenden.
Viel Glück für Ihre Zukunft.

Mit freundlichen Grüßen

Christine Gerlach
Rechtsanwältin


Nachfrage vom Fragesteller 07.12.2005 | 12:33

Sehr geehrte Frau Gerlach,

Ich bedanke mich für Ihre aufschlussreiche Auskunft.

Zu Ihren Ausführungen möchte ich jedoch folgenden Sachverhalt ergänzen:
Ich bin durchgehend seit Aufnahme meines Studiums als Student meiner Hochschule immatrikuliert und habe auch durchgehend Lehrveranstaltungen besucht. Auch während meiner Promotion sowie im gegenwärtigen Semester habe ich Lehrveranstaltungen belegt. Auch wenn ich diese Lehrveranstaltungen nicht zwingend besuchen muss um zur Ärztlichen Prüfung zugelassen zu werden, dienen diese ja meiner Ausbildung.
Alle zur Anmeldung für den zweiten Teil der ärztlichen Prüfung zwingend erforderlichenLeistungsnachweise habe ich allerdings bereits vor spätestens zwei Semestern erbracht gehabt.

Was Sie mit dem Begriff "Regelabschluss" bezeichnen, erschließt sich mir nicht sofort. Den regulären Ausbildungsabschluss (3.Teil d.Ä.P.) oder den Abschluss der Regelstudienzeit (12 Semester und 3 Monate)?
Für die vergangene Zeit ist ja Unterhalt geleistet worden. Kann dieser ggf. auch zurückgefordert werden, wenn ich ihn während meiner Promotionszeit keinen Anspruch auf Unterhaltsleistungen hatte?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.12.2005 | 14:23

Sehr geehrter Ratsuchender,

1.Sie müssen sich keine Sorgen machen. Eine Rückforderung kommt nicht in Betracht. bei Unterhaltsleistungen geht man davon aus, dass diese vollends verbraucht wurden und Sie somit nach § 818 Abs. 3 BGB entreichert sind.

2. Das praktische Jahr wird im letzten Jahr des Studiums durchgeführt. Damit gehört es noch zu der Ausbildung.

Ich hoffe, dass ich Ihnen helfen konnte.

Mit freundlichen Grüßen

Christine Gerlach
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort, sie haben mich damit einigermaßen beruhigt und mir sehr weitergeholfen. "
FRAGESTELLER 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER