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Unterhalt für Kind im Ausland


25.07.2007 21:21 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Guten Tag,

folgender Sachverhalt: vor etwa 10 Jahren hatte ich eine Affäre mit einer Frau. Es fand auch ungeschützter Verkehr statt weil die Frau mir sagte sie könne keine Kinder bekommen.

Nach etwa 2 Jahren nahm sie telefonisch Kontakt zu mir auf und sagte mir das sie damals schwanger geworden war und ich der Vater des geborenen Kindes sei. Sie sagte sie habe mich nicht als Vater angegeben und wolle auch keinen Unterhalt von mir. Daraufhin besuchte ich Mutter und Kind einmal. Wir besprachen uns damals aber nicht klar wie wir mit der Situation umgehen möchten. Auf einen Vaterschaftstest habe ich damals nicht bestanden und bis zum heutigen Tag habe ich keinen eingefordert, bin also immer noch im unklaren darüber ob ich tatsächlich der Vater bin.
Über die Jahre hatten wir sporadisch schriftlichen Kontakt. Im letzten Brief den ich vor etwa 11/2 Jahren erhielt teilte sie mir mit das sie jetzt in Frankreich leben.

Ich möchte mich mit der Frau in Verbindung setzen um die unklare Vaterschaft anhand eines Vaterschaftstest endgültig zu klären.

Bevor ich diesen Schritt mache möchte ich wissen welche Konsequenzen sich ergeben können, sollte ich der Vater sein.

meine Fragen:

1. Habe ich das Recht/Anspruch auf einen Vaterschaftstest?

2. Wenn ich der Vater bin, ändert dann der Umstand, das die Frau mich "irreführte", indem sie mir versicherte, sie könne keine Kinder bekommen etwas an meiner Unterhaltspflicht sofern diese eingeklagt wird.

3. Besteht rückwirkend Anspruch auf Unterhaltszahlungen?

4. Wie wird der Unterhalt für nicht in Deutschland lebende Kinder, in meinem Fall Frankreich , errechnet. Sind die deutschen oder französischen Stellen zuständig (beide haben einen deutschen Pass)?

Danke für die Beantwortung meiner Fragen

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Sehr geehrter Ratsuchender,

einen durchsetzbaren Anspruch gegen die Kindesmutter haben Sie ( zur Zeit noch ) nicht. Eine geplante Gesetzesänderung will dieses ändern.

Sie sind daher zur Zeit auf die Entscheidung eines Gerichts angewiesen. Sie haben die Möglichkeit in einem Gerichtsverfahren festzustellen, dass Sie nicht der Vater sind.

Dieses Verfahren ist natürlich auch mit Kosten verbunden. Unter Umständen können Sie die Kindesmutter überzeugen einvernehmlich einen Vaterschaftstest durchzuführen.

Sind Sie der Vater spielt es im Verhältnis zum Kind keine Rolle, dass es zu einer ungewollten Schwangerschaft wegen der fehlerhaften Angaben der Kindesmutter gekommen ist.

Rückwirkender Unterhalt wird hier voraussichtlich nicht in Betracht kommen, da die Kindesmutter den Anspruch nie geltend gemacht hat. Insoweit greift hier nach dem Grundsatz von Treu und Glauben die sogenannte Verwirkung.

ABER, da dieses allein die richterliche Entscheidung ist und es im Streitfall auch auf die tatsächlichen Umstände und die Beweisbarkeit Ihrer Angaben ( Kindesmutter wollte keinen Unterhalt etc.) und die Wertung des Gerichts ankommt, kann ich nicht ganz ausschließen, dass auch rückwirkender Unterthalt in Betracht kommen könnte.

Der Unterhalt nach französischem Recht richtet sich nach dem Einkommen der der Eltern. Es gibt keine Unterhaltstabellen und somit ist die Unterhaltshöhe nach den Einzelumständen festzulegen. Er muss ausreichend sein für die Erziehung und die Unterhaltung des Kindes.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle
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