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Unterhalt für AZUBI mit Einkommen

| 25.09.2008 10:35 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab


Hallo,

meine 19 jährige Tochter, für welche ich bis jetzt Kindesunterhalt an die Mutter zahlte, befindet sich seit dem 01.09.08 in der Ausbildung. Sie erhält 750 EURO Auszubildenengehalt (Netto ca. 590 Euro). Weiterhin erhält sie das Kindergeld in Höhe von 154 EURO.
Somit hat sie Netto zuzügl. Kindergeld: 744 Euro monatlich.
Sie hat am Ausbildungsort (Hamburg) eine Wohnung. Die Miete teilt sie sich mit ihrem Freund. Ihr Anteil liegt bei ca. 200 Euro warm. Weitere Ausgaben hat sie durch Fahrtkosten von der Wohnung zur Betriebsstätte und am Wochenende zu ihrem Hauptwohnsitz (Rostock)
Was muss ihr unterm Strich bleiben? Was muss alles berücksichtigt werden bei ihren Ausgaben (Werbungskosten etc.)? Bin ich verpflichtet noch Unterhalt zu zahlen?
Ihre Mutter hat mir eine Mahnung per Einschreiben zukommen lassen, da ich die Unterhaltszahlung im September 2008 eingestellt habe.
Muss ich auf den Brief reagieren? Unterhaltsberechtigt ist doch jetzt die Tochter selbst und nicht die Kindesmutter.
Sehe ich das richtig?
Vielen Dank.

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:

1.

Da Ihre Tochter volljährig ist, bemißt sich der Unterhalt nach den Einkünften, die Sie und die Kindesmutter erzielen. D.h., der Unterhalt wird grundsätzlich anders berechnet als bei minderjährigen Kindern, da die Unterhaltsleistung durch Betreuung entfällt. Mit anderen Worten: Die Eltern schulden beide - unter Berücksichtigung ihrer Einkünfte - Barunterhalt.

2.

Ihre Tochter hat einen eigenen Hausstand und bezieht eigene Einkünfte, nämlich die Ausbildungsvergütung in Höhe von ca. 590,00 EUR netto sowie das Kindergeld von 154,00 EUR, insgesamt monatlich etwa 744,00 EUR. Diese Einkünfte sind um einen ausbildungsbedingten Mehrbedarf, der sich pauschal auf 90,00 EUR beläuft, zu reduzieren. Damit ergibt sich ein bereinigtes „Einkommen" Ihrer Tochter in Höhe von monatlich ca. 654,00 EUR. Dieses bereinigte Nettoeinkommen Ihrer Tochter mindert deren Unterhaltsbedarf in der Weise, daß dieses bereinigte Nettoeinkommen (654,00 EUR) vom Unterhaltsbedarf abzuziehen ist.

Der Mindestbedarf eines volljährigen Kindes bei eigener Lebensstellung beläuft sich nach der Düsseldorfer Tabelle auf 770,00 EUR. Damit ist das bereinigte Nettoeinkommen Ihrer Tochter von 654,00 EUR von dem Mindestbedarf von 770,00 EUR abzuziehen, so daß Ihre Tochter noch einen Unterhaltsanspruch gegen die Eltern in Höhe von 116,00 EUR hat.

3.

Ihre Tochter muß die Unterhaltsansprüche - da sie volljährig ist - selbst geltend machen. Die Mutter ist nicht berechtigt, Sie zu Unterhaltszahlungen aufzufordern, da die Kindesmutter mit Eintritt der Volljährigkeit der Tochter nicht mehr aktivlegitimiert ist.

Wie oben schon erwähnt, ist bei der Unterhaltsberechnung zu berücksichtigen, daß die Einkünfte der Eltern heranzuziehen sind und nicht nur, wie es in Ihrem Fall gewesen zu sein scheint, Ihre Einkünfte.


Mit freundlichen Grüßen


Gerhard Raab
(Rechtsanwalt)

Nachfrage vom Fragesteller 25.09.2008 | 11:54

Sehr geehrter Herr Raab,

Sie haben mir, mit Ihrer Auskunft, schon sehr geholfen.

Die Kindesmutter lebt mit einem Lebenspartner zusammen, welcher im öff. Dienst halbwegs gut verdient.

Die Kindesmutter (mit einem Nebenjob von monatlich 340 Euro)wäre ja nicht zahlungsfähig.
Spielt ihr langjähriger Lebenspartner eine Rolle, oder richtet sich ihre Zahlungsfähigkeit nur nach ihrem eigenen Einkommen.

Die Kindesmutter mit Lebenspartner, als Bedarfsgemeinschaft, ist gemeinsam ja wieder zahlungsfähig. Meine Tochter ist in dieser Lebensgeméinschaft aufgewachsen.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.09.2008 | 14:05

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Nachfrage nehme ich wie folgt Stellung:

Unterhaltspflichtig für Ihre Tochter sind ausschließlich die Eltern, d.h. Sie und die Kindesmutter.

Der Freund der Kindesmutter ist Ihrer Tochter gegenüber nicht unterhaltspflichtig, mit der Folge, daß sein Einkommen keine Rolle spielt.


Mit freundlichen Grüßen


Gerhard Raab
(Rechtsanwalt)

Ergänzung vom Anwalt 25.09.2008 | 16:14

Sehr geehrter Fragesteller,

leider ist uns bei der Angabe des Bedarfs für ein volljähriges Kind mit eigenem Hausstand ein Fehler unterlaufen, den wir hiermit korrigieren.

Der Bedarf beläuft sich auf 640,00 € lt. Düsseldorfer Tabelle (und nicht 770,00 €).

Das Einkommen (bereinigt) beträgt 654,00 € mit der Folge, daß die Einkünfte höher als der Bedarf sind.

Das wiederum heißt, daß Sie an Ihre Tochter keinen Unterhalt zu zahlen brauchen.

Unser Versehen bitte ich zu entschuldigen.

Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

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