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Unterhalt für 18 jährigen Sohn bei erneuter Vaterschaft


| 06.08.2007 00:39 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Sehr geehrte Damen und Herren,

die Familien-Situation stellt sich folgendermassen dar:
Die Eltern seit 2005 geschieden - 2 Kinder (jetzt 16 und 18) bei der Mutter - Seitdem Unterhalt in Höhe von gesammt 540,-€ für beide Kinder - Das nur zum Teil abbezahlte sehr alte Haus, zu dessen Finanzierung das Erbe der Mutter eingesetzt wurde, ist auf die Mutter überschrieben, dafür hat sie auf alle Ehegatten-Unterhaltsansprüche verzichtet. Um die Familie über Wasser zu halten, hat diese ihre Selbständigkeit aufgegeben, nach vier Jahren eine Festanstellung im öffentlichen Dienst erreicht und einen Kredit zur Grund-Sanierung des Hauses aufgenommen. Der Vater hat direkt im Anschluss an die Trennung ein Haus mit seiner neuen Lebensgefährtin gekauft (auf den Namen der Frau). Nun haben die beiden geheiratet und im Januar Nachwuchs bekommen.
Da der Sohn nun seit Februar 18 Jahre alt geworden ist, macht der Vater mich nun darauf aufmerksam, dass nun der Unterhalt von beien Elternteilen in bar zu leisten ist, und ich wegen höherem Einkommen weniger von ihm bekommen würde. Zumal das Elterngeld der Frau irgendwann ausläuft, und er dann für weitere zwei Personen unterhaltspflichtig sei.
Er schlägt vor, mit dem Sohn gemeinsam zum Jugendamt zu gehen um uns dort ausrechnen zu lassen, wer was zu zahlen hat.

Im Vorfeld möchte ich sagen, dass diese Termine immer sehr belastend sind, und ich den Kindern diese Loyalitätskonflikte ersparen wollte, soweit es ging. Dennoch würde ich dem nun zustimmen, möchte mich aber im Vorfeld so gut wie möglich informieren.
Durch meine finanzielle Belastung, die das alte Haus mit sich bringt, bin ich auf die Zahlungen des Vaters angewiesen. Im Übrigen habe ich keine Eltern oder sonstige Unterstützung.
Seine neue Frau hat wohlhabende Eltern und vor kurzer Zeit hat er selbst eine Erbschaft gemacht.
Erste Frage: Findet die allgemeine Lebenssituation, die nicht in einer Gehaltsabrechnung zu sehen ist, irgendwie Berücksichtigung?
Was ist wenn mein Sohn auszieht? Er ist sehr begabt, und ich möchte ihm ein Studium auch in einer anderen Stadt nicht verwehren. Wie kann man ihn unterstützen ohne selbst alles wieder aufgeben zu müssen?
Welche Ansprüche hat er an mich. Ist der Vater zur Unterstützung verpflichtet, wenn er ein weiteres Kind zu versorgen hat?
Wie berechnet sich der Unterhalt für die 16 jährige Tochter?
Für schnelle Hilfe wäre ich dankbar.

Mit freundlichem Gruß



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Sehr geehrte Ratsuchende,

der Kindesvater hat Recht, dass Sie anteilig nach den Einkommensverhältnissen zum Unterhalt verpflichtet sind. In welcher Höhe, kann nur an Hand der beiden Einkommen und darauf vorzunehmende Abzüge berechnet werden.

Die allgemeine Lebenssituation findet nur indirekt Berücksichtigung. So wären zum Beispiel auf Seiten des Kindesvaters aus der Erbschaft erzielte Zinseinkünfte zu berücksichtigen. Wenn der Kindesvater aufgrund der Ehe in sehr guten finziellen Verhältnissen lebt, könnte dieses bei dem sogenannten Selbstbehalt eine Rolle spielen. Erspart der Kindesvater wesentliche Aufwendungen, kann daran gedacht werden, seinen Selbstbehalt herabzusetzen.

Letztendlich wird dieses aber genau zu überprüfen sein. Ohne Einkommensbescheinigungen und genauen Angaben über sämtliche Ausgaben und Darlehensverpflichtungen, kann eine genaue Berechnung nicht vorgenommen werden.

Wenn der Sohn auszieht, hat er auch die Möglichkeit Leistungen nach den BaföG zu beantragen. In welcher Höhe und ob er Leistungen beziehen kann, hängt aber von der Einkommenssituation der Eltern und den sich daraus ergebenden Unterhaltsansprüchen, ab. Das sollte erst einmal geprüft werden.


Grundsätzlich ist der Vater auch weiterhin zum Unterhalt verpflichet. Da aber ein weiteres Kind hinzugekommen ist, ist dieses in die Berechnung mit aufzunehmen.

Gleiches gilt auch nach wie vor für die noch minderjährige Tochter. Deren Unterhaltsanspruch richtet sich hingegen allein nach den Einkünften des Kindesvaters.

Ihr Sohn kann, wenn sämtliche Einkünfte des Kindevaters bekannt sind, im Vorfeld eine Unterhaltsberechnung durch einen Anwalt vornehmen lassen. Das ist zwar mit zusätzlichen Kosten verbunden, gibt Ihrem Sohn aber die Möglichkeit vorbereitet in die Verhandlungen zu gehen. Gleichzeitig gibt es die Möglichkeit, die Berechnung des Jugendamtes zu überprüfen.

Auch wenn Sie Ihrem Sohn keinem Loyalitätskonflikt aussetzten wollen, muss dieser mit Eintritt der Volljährigkeit seine Ansprüche allein geltend machen. Er wird also auch Kontakt zum Jugendamt aufnehmen müssen.

Es wird auch nicht mit einem Termin beim Jugendamt getan sein. Das Jugendamt wird alle Einkommensnachweise erhalten müssen, um überhaupt eine Berechnung vornehmen zu können.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 06.08.2007 | 21:43

Vielen Dank für Ihre Auskunft.
Ich werde meinen Sohn bitten beim Jugendamt anzufragen, was er alles braucht, damit das Jugendamt im Vorfeld rechnen kann, bevor ein solcher Termin zustandekommt.

Allerdings habe ich noch eine Nachfrage:
Bisher habe ich meine Unterhaltsverpflichtungen als der Elternteil, bei dem das Kind lebt, in Form von Naturalien (Wohnraum, Kleidung, Nahrung ...) geleistet. Wie sieht es denn in Zukunft aus, solange der Sohn noch bei mir wohnt?
Muss ich nun einen Miet-und Versrgungsvertrag mit ihm machen, um meine an Ihn zu zahlenden Unterhaltsgelder wieder in die Haushaltskasse fliessen zu lassen?
Wie ist das geregelt oder üblich?

Vielen Dank und mit freundlichem Gruß

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.08.2007 | 19:12

Sehr geehrte Ratsuchende,

Sie brauchen keine Verträge.

Sie haben gemäß §1612 BGB das Bestimmungsrecht auch weiterhin Ihren Unterhalt in Form von Naturalleistungen zu erbringen. Insoweit wird sich für Sie nicht viel ändern. Das ist auch üblich. Der Elternteil, bei dem das Kind lebt, erbringt bei Volljährigen den Unterhalt weiterhin in Naturalleistungen.

Bedenken Sie auch, dass der Sohn den Unterhalt vom Vater nicht "verprassen" darf. Er ist auch verpflichtet diesen für seinen Unterhaltsbedarf aufzuwenden (z.B Bekleidung, Handyverträge etc.).

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

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