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Unterhalt bei schulischer Ausbildung und Auszug in eigene Wohnung

| 24.01.2019 13:31 |
Preis: 35,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


Hallo,

ich habe folgende Frage:

Ich habe bis zum vollendeten 18.Lebensjahr meiner Tochter den vollen Regelsatz bezahlt. Nach Abschluss der Schule (2017) wurden 2 Lehrstellen ( eine als Verkäuferin sowie eine als Einzelhandelskauffrau) begonnen und innerhalb der Probezeit von den Ausbildungsbetrieben gekündigt. Seit September 2018 macht sie eine schulische Ausbildung zum Sozialassistenten auf einer Privatschule und bekommt von mir laut Bafögstelle seither 231€ Unterhalt. Sie wohnt derzeit bei ihrer Mutter aber möchte sich alsbald eine eigene Wohnung nehmen. Hat sie Anspruch darauf, wenn sie zum einen keine 25 ist und in keinem "zerüttetem" Elternhaus wohnt? Sie hat ja ausser dem Kindergeld und dem Unterhalt von mir keine weiteren Einnahmen. Sie geht zwar auch lt eigener Aussage pauschal arbeiten aber das ist weder plan- noch belegbar. Sie hat sich auch zu Beginn der schulischen Ausbildung einen Bildungskredit "aufgehalst" und schafft es nicht mal regelmässig das Schulgeld zu zahlen. Was also möchte sie mit einer eigenen Wohnung? Sie kann doch auch weiterhin bei ihrer Mutter wohnen, wo auch der "Schulweg" vertretbar ist oder auch bei mir, selbst wenn ich deswegen in eine grössere Wohnung ziehen müsste. Wieviel Unterhalt steht ihr zu, wenn sie weiterhin bei ihrer Mutter wohnt oder sie doch rebellisch versucht eine eigene Wohnung zu finden? Lt Düsseldorfer Tabelle wären bei meinem Einkommen
580-97=483€ anrechenbar und wenn sie eine eigenen Wohnug hätte 735-194=541 anteilig je Elternteil. Bei meiner Ex käme in der untersten Stufe erschwerend dazu das sie noch Unterhalt für ihren minderjährigen Sohn Unterhalt zu zahlen hat. In Summe würden wir zusammengerechnet in der Stufe bleiben oder ggf eine höher fallen. Was müssen wir als Eltern wenn unsere Tochter weiterhin bei ihrer Mutter wohnt? Was würde sich ändern wenn sie doch eine eigene Wohnung zugesprochen bekommen sollte oder widererwartend das Ausbildungsverhältnis gekündigt wird?
24.01.2019 | 15:02

Antwort

von


(408)
HInter der Twiete 28
22851 Norderstedt
Tel: 040-41186796
E-Mail:
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich ist Ihrer Tochter nicht zu verwehren, in eine eigene Wohnung zu zieen, da sie volljährig ist.
Allerdings muss die Wohnung finanziert werden und dies eben in erster Linie nicht durch die Eltern.

Die Düsseldorfer Tabelle geht von folgendem Sachverhalt aus:

1. Bei volljährigen Kindern, die noch im Haushalt der Eltern oder eines Elternteils wohnen, bemisst sich der
Unterhalt nach der 4. Altersstufe der Tabelle.
Dies wäre die Einstufung, wenn Ihre Tochter entweder bei Mutter oder Vater wohnen bleibt. Der Unterhaltsbetrag wäre dann anteilig zu zahlen. Kindergeld in Höhe von derzeit 194€ würde voll angerechnet werden.

2. Der angemessene Gesamtunterhaltsbedarf eines Studierenden, der nicht bei seinen Eltern oder einem Elternteil wohnt, beträgt in der Regel monatlich 735 EUR. Hierin sind bis 300 EUR für Unterkunft einschließlich umlagefähiger Nebenkosten und Heizung (Warmmiete) enthalten. Dieser Bedarfssatz kann auch für ein Kind mit eigenem Haushalt angesetzt werden.

In Ihrem Fall wäre hiervon das Kindergeld ( wie vor) abzuziehen. Der verbleibende Betrag wäre dann anteilig von den Eltern zu zahlen.
Eine detaillierte Verteilung kann nur vorgenommen werden im Rahmen einer Unterhaltsberechnung.

Wird das Ausbildungsverhältnis gekündigt, so muss sich Ihre Tochter selbst um einen Job und damit um ihren Unterhalt bemühen. Ein volljähriges Kind ist nur dann unterhaltsberechtigt, wenn es einen möglichst "nahtlosen" Ausbildungsweg bis zum ersten Berufsabschluss nachweisen kann.

Wird dieser durch Zutun des Kindes unterbrochen oder aber nicht zielstrebig weitergeführt, so kann das Kind den Unterhaltsanspruch verwirken.

Sie sollten Ihre Tochter hier nochmals dringend auf die Folgen des Auszuges und einer möglicherweise weiteren gescheiterten Ausbildung hinweisen.

Ihre Tochter muss den Unterhalt bei Ihnen und der Mutter geltend machen. Auch bereits jetzt ist die Kindesmutter grds. zur Zahlung von Unterhalt verpflichtet. ich gehe jedoch zugunsten der Mutter davon aus, dass der Unterhaltsanspruch der Tochter gegenüber der Mutter mit etwaigen Ansprüchen auf Zahlung von Miete und Lebenshaltungskosten der Mutter gegenüber der Tochter verrechne wird.

Sollten Sie weitere Fragen haben, so stellen Sie diese gerne im Rahmen der Nachfragefunktion.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Wibke Türk

Nachfrage vom Fragesteller 24.01.2019 | 15:47

Vielen Dank für die Antwort. Die beiden vorherigen Lehrstellen wurden "nahtlos" begonnen aber dennoch durch Zutun des Kindes unterbrochen. Bin ich daher überhaupt noch verpflichtet Unterhalt zu zahlen? Es heißt ja meist bis zum erfolgreichen Abschluss der Ausbildung. Derzeit unternimmt sie den dritten Anlauf um sich zu orientieren und habe es in Ihren Ausführungen so verstanden das es im Falle einer weiteren Kündigung der Unterhaltsanspruch verwirkt wird. Derzeit zahle ich „nur" den von der BAföG Stelle empfohlenen Satz von 231€. Zusätzlich bekommt sie das Kindergeld sowie Kost und Logis von der Mutter. Laut Düsseldorfer Tabelle ständen ihr aber 386€ zu. Ich gehe aber davon aus, dass der restliche Betrag von der Mutter durch Kost und Logis ergänzt wird. Sollte sich meine Tochter doch widererwartend auf Wohnungssuche begeben ständen ihr 541€ zu. In der Einkommensstufe bis 1900€ und abzüglich des minderjährigen Sohns in der 3. Altersstufe wird die Zahlungspflicht der Mutter in Summe sehr gering ausfallen und ich somit fast allein den Unterhalt bestreiten kann.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.01.2019 | 15:53

Sehr geehrter Ratsuchender,

sofern Sie schreiben, dass Ihre Tochter hier "Zutun" geleistet hat zur Kündigung der Ausbildungen, so stellt sich tatsächlich bereits die Frage des weiterhin bestehenden Unterhaltsanspruches.

Ich bin mir nicht sicher, ob Sie bislang das Elterneinkommen korrekt berechnet haben.

Tatsächlich wären Sie, sofern die Kindesmutter aufgrund weiterer Unterhaltsverpflichtungen nur zu einem geringen Anteil an der Unterhaltsverpflichtung herangezogen werden kann, nur bis zu dem Betrag verpflichtet zu zahlen, den Sie allein nach Ihrem Einkommen zahlen müssten. Sie haben darüberhinaus nicht die eigentliche Unterhaltsverpflichtung der Mutter zu übernehmen.

Ich hoffe, Ihre Frage beantwortet zu haben

Gerne stehe ich Ihnen im Rahmen der Mandatierung weiterhin zur Verfügung.

Bitte kontaktieren Sie mich sodann über die hinterlegten Kanzleidaten.

Bewertung des Fragestellers 27.01.2019 | 15:18

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