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Unterhalt bei privilegiert Volljährigen

27.06.2007 23:20 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Wolfram Geyer


Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Sohn 18 Jahre, macht voraussichtlich 2008 sein Abitur. Er wohnt bei mir, ich zahle die Fahrtkosten zur Schule, die private Krankenkasse, Schulbücher, Krankenkasse, Klassenfahrten......etc!

Muss der Vater bei gleichen Lebensverhältnisse nun seit der Volljährigkeit weniger bezahlen?
Bisher zahlte er ca. 360 €, ich bekomme das Kindergeld, verdiene ähnlich wie er. Mit meinen Unterhaltsleistungen käme mein Sohn also auf 720 €, bedeutet das, dass der Kindsvater weniger bezahlen muss, oder sind seine Leistungen unabhängig von meinem Gehalt?

Sehr geehrte Ratsuchende,


nach Ziff. 13 der hier anwendbaren unterhaltrechtlichen Leitlinien der Familiensenate in Süddeutschland (SüdL ) bemisst sich der Bedarf des volljährigen Kindes in der Tat nach dem zusammengerechneten Einkommen der Eltern auf der Basis der vierten Altersstufe der Düsseldorfer Tabelle .

Im Unterschied zur Unterhaltspflicht gegenüber minderjährigen unverheirateten Kindern können Sie sich jetzt, nach dem Eintritt der Volljährigkeit nicht mehr darauf berufen, Ihren Beitrag bereits durch Pflege und Erziehung zu leisten, vgl. § 1606 Abs. 3 Satz 2 BGB , sondern sind anteilig nach Ihren Einkommens- und Vermögensverhältnisses neben dem Vater zum Barunterhalt verpflichtet.

Hieraus kann sich grundsätzlich ergeben, dass der Vater auch bei ansonsten unveränderten Verhältnissen weniger zahlen muss als vorher. Allerdings ist insofern zu Ihren Gunsten zu berücksichtigen, dass Sie bereits einige Zahlungen zur Deckung des Bedarfs übernommen haben, an denen sich der Vater nach seiner Leistungsfähigkeit beteiligen muss.

Soweit, wie Sie schildern, das Einkommen und die bisher geleisteten Beiträge beider Elternteile untereinander in Etwa gleich sind, tritt also mit der Volljährigkeit keine Veränderung ein.

Im Übrigen ist der Unterhaltsanspruch Ihres Sohnes gegen Sie allerdings - wie zuvor auch - gemäß § 1612b Abs. 1, Abs. 2 BGB um die Hälfte des von Ihnen erhaltenen Kindergeldes erhöht und der Anspruch gegen den Vater um diesen Betrag vermindert.


Eine genauere Berechnung ist vorliegend nicht möglich. Ich hoffe aber, Ihnen mit meiner Auskunft eine hilfreiche Orientierung gegeben zu haben. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen


Wolfram Geyer
Rechtsanwalt

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