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Unterhalt an volljährigen Sohn


| 20.12.2005 00:02 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Schwartmann



Sehr geehrte Damen und Herren,
Ich schildere zu erst den Sachverhalt.
Ich zahle regelmässig seit vielen Jahren Unterhalt für meinen Sohn - die Höhe wird lt Düsseldorfer Tabelle errechnet. Meine Ex-Frau hat alleiniger Sorgerecht und mein Sohn lebt bei Ihr. Im Juni 2005 ist mein Sohn volljährig geworden.
Er hat 9 Klassen der Hauptschule abgeschlossen und hat sich danach für eine Ausbildng entschieden. Ich wollte vor kurzem also Klarheit , wie sieht es aus mit seiner Bildung und Zeugnissen. Da durfte ich erfahren, dass er die erste Ausbildung im Bereich Metaltechnik nach einem Semester abgebrochen hat (9 Fächer: 4 mangelhaft und 4 ausreichend). Danach hat er sich für eine neue Ausbildung als Kinderpfleger entschieden, mit ziemlich misserablem Erfolg (nach dem zweiten Semester - 13 Fächer: 7 mangelhaft und 4 ausreichend). Und er hat die zweite Ausbildung auch abgebrochen. Jetzt ist er als Arbeitslose gemeldet und bekommt monatliche Leistungen (Bedarf: 345€). Jetzt möchte er die 10-te Klasse der Hauptschule und danach den Realschulabschluss nachholen. Hier noch sein schulische Werdegang in Übersicht:
07.2003 - Abschluss der Hauptschule (9-te Klasse)
09.2003. - 02.2004 - erste Halbjahr der ersten Ausbildung (Metalltechnik)- danach Abbruch
02.2004. - 07.2004 - zweite Halbjahr keine Angaben, keine Zeugnisse (vermutlich zu Hause gesessen !)
08.2004. - 06.2005 - zwei Semester - zweite Ausbildung zur Kinderpfleger (Abbruch wegen Fehlender Leistungen)
ab 08.2005 bis zu erst 01.2006 - Tageskurs Hauptschulabschluss 10 Klasse (danach Realschulabschluss voraussichtlich bis Mitte 2007).

Meine Fragen:
1) Muss ich weiterhin das Unterhalt an meinen Sohn zahlen?
2) Wie viele Ausbildungen muss ich noch finanzieren? Bei diesen Leistungen kann es sein, dass er noch weitere 10 Jahre Ausbildungen "besuchen" wird.

Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.

Unterhaltszahler

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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Mit Eintritt der Volljährigkeit des Kindes schulden zunächst beide Elternteile nur gemeinsamen Barunterhalt, so daß nun auch die Mutter zur Unterhaltszahlung heranzuziehen wäre. Das Arbeitslosengeld wird er sich ebenfalls auf jeden Fall anrechnen lassen müssen.

Nach § 1610 BGB schulden die Eltern eines Kindes diesem aber nur eine Berufsausbildung, die der Begabung und der Fähigkeit des Kindes, seinem Leistungswillen und seinen beachtenswerten Neigungen am besten entspricht und deren Finanzierung sich in den Grenzen der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Eltern hält. Geschuldet wird die den Eltern wirtschaftlich zumutbare Finanzierung einer optimalen begabungsbezogenen und den beachtenswerten Neigungen des Kindes entsprechende Berufsausbildung.

Im Normalfall besteht aber nur der Anspruch auf Ausbildung in einem Beruf. Die Eltern sind deshalb nicht verpflichtet, die Kosten einer zweiten Ausbildung zu tragen.

Eine Ausnahme macht die Rechtsprechung aber, wenn das Kind erkennt, daß der eingeschlagene Weg nicht der richtige ist und nicht seinen Neigungen und Fähigkeiten entspricht. Allerdings hat das Kind auch die Obliegenheit, seine Ausbildung zielstrebig zu absolvieren und insbesondere eine Ausbildung zu beginnen, die seinen Fähigkeiten entspricht. Nach Ihrer Schilderung ist Ihr Sohn dieser Obliegenheitspflicht nicht in ausreichendem Maße nachgekommen. Es hat den Eindruck, daß er öfters mal ein neues Gebiet "antestet", was aber nicht von Ihnen unterstützt werden muß.

Es spricht daher vieles dafür, daß Sie Ihrem Sohn keinen weiteren Unterhalt mehr schulden. Im Streitfall wird darüber zwar das Familiengericht zu entscheiden haben. Es lässt sich m.E. aber mit gutem Gewissen vertreten, daß Sie die Experimente Ihres Sohnes nicht weiter unterstützen müssen.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt




--
Rechtsanwalt A. Schwartmann
Gleueler Str. 249 D-50935 Köln
Tel: (0221) 355 9205 / Fax: (0221) 355 9206 / Mobil: (0170) 380 5395

www.andreas-schwartmann.de

Nachfrage vom Fragesteller 23.12.2005 | 21:46

Vielen Dank für Ihre schnelle und ausführliche Antwort.
Bevor ich mich an Sie gewendet habe, habe ich meinen Sohn um alle Unterlagen und Zeugnisse gebeten. Daraufhin bekam ich einen Brief mit seinen Unterlagen und gleich eine Aufforderung von seinen Anwälten , alle meine Einkunfte zu belegen (letzte 12 Monate)- unter Drohung der Stufenklage. Ich werde aber die Unterhaltszahlung ab 01.01.06. einstellen.
Muss ich trotzdem dieser Einkommenauskunft erteilen?
mit freundlichen Grüßen

Unterhaltszahler

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.12.2005 | 21:59

Nein. Wenn Sie nicht mehr zum Unterhalt verpflichtet sind, müssen Sie auch keine Auskunft erteilen.

Allerdings gehen Sie das Risiko einer Klage ein, aber das wird sich nur vermeiden lassen, wenn Sie "klein bei geben." Ich sehe aber gute Chancen für Sie, eine Klage zu gewinnen. Eine Garantie gibt es leider nicht - ein Restrisiko wird leider bleiben.

Mit freundlichen Grüßen
A. Schwartmann

Bewertung des Fragestellers |


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