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Unterhalt an vollährige Auszubildende


| 03.05.2018 22:20 |
Preis: 51,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung: Unterhaltsberechnung bei Volljährigen mit eigenem Haushalt.


Guten Tag,

unsere Tochter ist mittlerweile 22 Jahre alt und ist nun - nach einer dreijährigen schulischen Ausbildung zur Kinderpflegerin, die erfolglos beendet wurde - ab Sommer im 3. Lehrjahr als Floristin.

Da sie nun ausziehen möchte, wüsste ich gerne, wie viel Unterhalt auf uns zukommt.

Sowohl mein Mann wie auch ich verdienen jeweils knapp 1900,00 Euro netto. Meine Tochter verdienst 490,00 Euro (netto). Das Kindergeld würde ihr nach ihrem Auszug ausgezahlt.

Soviel ich weiß, liegt der Grundbedarf bei 735,00 Euro. Zieht man Kindergeld und Ausbildungsvergütung (abzüglich 90,00 Euro) ab, verbleibt ein Restbedarf von 141,00 Euro.

ist meine Berechnung richtig?

Ferner habe ich zurzeit noch einen Nebenjob, der 400,00 Euro einbringt. Hier bin ich jedoch dabei, den Nebenjob zu reduzieren bzw. ganz aufzugeben. Wird der Nebenjob mit angerechnet?

Vielen Dank für Ihre Mühe!
MfG
03.05.2018 | 23:36

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ihr Rechenweg ist grundsätzlich richtig. Der Bedarf Ihrer Tochter ermittelt sich aus dem zusammengerechneten Einkommen beider Eltern. Bei 1900 € wären das 3800 €. Das gilt aber nur wenn das Kind noch bei einem Elternteil lebt. Da Ihre Tochter auszieht, wäre der Bedarf nach Tabelle fix bei 735 €. Davon zieht man das Kindergeld bei Volljährigen voll ab, Sie müssen es natürlich weiterleiten. Bei Volljährigen wird auch die Ausbildungsvergütung voll angerechnet, ggf. gekürzt um ausbildungsbedingte Aufwendungen. Die 90 €, jetzt seit 2018, 100 € muss man nicht pauschal abziehen, vielmehr muss man bei Volljährigen mit eigenem Haushalt individuell ermitteln wie hoch die Aufwendungen, also etwa Fahrtkosten, sind. Ihr Rechenweg ist aber ansonsten richtig, so dass sicher nur ein relativ geringer Restbedarf besteht. Bei Nebenjobs hängt es immer von den Umständen des Einzelfalles ab, ob man das Einkommen anrechnet. Bei Volljährigen gilt keine gesteigerte Erwerbsobliegenheit mehr. Sie könnten den Nebenjob jederzeit beenden. Im Zweifel würde man Ihr Nebenjob wohl zur Hälfte anrechnen. Allerdings ändert sich dadurch die Berechnung nicht, weil der Bedarf Ihrer Tochter bei 735 € liegt, egal ob Sie die 400 € mehr verdienen oder nicht. Die Leistungsfähigkeit wäre bei Ihnen auch mit je 1900 € gegeben. Es kommt also nicht darauf an.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Wöhler, Rechtsanwalt und Notar, Fachanwalt für Familienrecht und Arbeitsrecht



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