Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Unterhalt an Ehefrau und Kinder


| 26.10.2005 14:36 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bitte um Antworten auf folgende Unterhaltsfragen:

Meine Frau und ich leben getrennt.
Wir haben 3 gemeinsame Kinder (11/11/18).

Im 1.Quartal ist unser Sohn in eine eigene Wohnung gezogen.
Zu diesem Zeitpunkt hat er sich noch in Berufsausbildung befunden und verdiente rd. 525,- € netto.
Ich habe bisher 154,- € KG + 50,- € Unterhalt monatlich an ihn ausgezahlt.
Seit Oktober wohnt unser Sohn wieder bei seiner Mutter und hat zudem seine Ausbildung (aus freien Stücken) abgebrochen.
Zu seinem weiteren beruflichen Vorgehen kann/möchte er sich z.Zt. nicht äußern.

Mein monatliches Nettoeinkommen beträgt derzeit rd. 2.790,- € (inkl. 13.Monatsgehalt) + 462,- € KG.
Meine Frau hat eine halbtags Arbeitsstelle und ein Einkommen von rd. 460,- € netto.

Frage 1: Wie hoch ist der derzeitige (nicht geschieden) angemessene/ordnungsgemäße Unterhalt für meine Ehefrau und die beiden Kinder (11 Jahre)?

Frage 2: In wie fern ändert sich der Unterhalt nach einer Scheidung?

Frage 3: Wie hoch ist der Unterhalt für meinen Sohn (18 J.) und bin ich unter den genannten Voraussetzungen (s.o.) derzeit überhaupt verpflichtet weiterhin Unterhalt an ihn zu zahlen bzw. wie lange muss ich Unterhalt bezahlen obwohl er keine neue Ausbildung/Schule beginnt?

Ich bedanke ich für Ihre Antwort.
26.10.2005 | 15:39

Antwort

von


221 Bewertungen
Eiermarkt 2
30938 Burgwedel
Tel: 05139 - 9 70 333 4
Web: www.hellmannundpaetsch.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

herzlichen Dank für Ihre Online-Anfrage, die ich sogleich unter Berücksichtigung Ihrer Angaben summarisch beantworten möchte. Da Unterhaltsrecht höchst kompliziert ist und von vielen Fragen und Gerichtsurteilen Ihrer zuständigen OLG-Senate im Einzelfall abhängt, was im Rahmen einer summarischen Prüfung naturgemäß nicht abschließend erörtert werden kann, möchte Ihnen nur nahe legen, unbedingt einen RA Ihres Vertrauens mit der abschließenden Behandlung der Unterhaltsansprüche zu betrauen.

Aufgrund der vorzunehmenden vorrangigen Berechnung des Kindesunterhalts erlaube ich mir, die Fragen geringfügig umzustellen bzw. zu ergänzen, da dies dem Verständnis dient und für die Lösung angebracht erscheint.

1. Kindesunterhalt
Zu berücksichtigen ist zunächst eine Unterhaltsverpflichtung an alle Kinder.
Für die elfjährigen Kinder wird jeweils ein Tabellenunterhalt von 371,-- € geschuldet (Gruppe 7 der Düsseldorfer Tabelle). Davon ist aber jeweils das hälftige Kindergeld (pro Kind=77,--) abzuziehen. Somit ist eine Unterhaltsleistung für die beiden Kinder in Höhe von jeweils 294,-- € zu leisten.

2. Volljährigenunterhalt
Bei einem Volljährigen, der daheim lebt, ist grundsätzlich Unterhalt nach der Volljährigenstufe der DT zu leisten. Da mit Volljährigkeit auch beide Elternteile barunterhaltspflichtig werden, werden dabei grds. die Elterneinkommen zusammen veranlagt.

Daraus ergibt sich hier ein bereinigtes Netto (auch um berufsbedingte Mehraufwendungen von jew. 5 % gekürzt) von insgesamt 3047,50. Aus der Gruppe 9 der DT wird ein Volljährigenunterhalt von insgesamt 536,-- € geschuldet. Sie müssten anteilig in etwa 5/6 davon tragen, also in etwa 446, wiederum ohne Kindergeldanteil, also 369,--. Allerdings müsste Ihr Sohn sich insoweit die Ausbildungsvergütung anrechnen lassen, sodass im Zweifel der Anspruch bei null läge. Allerdings ist der Sohn für eine Erstausbildung unterhaltsberechtigt. Wenn er diese nicht zielstrebig fortführt oder durchführt, entfällt (bis zur Fortsetzung der Erstausbildung evtl.) der Unterhaltsanspruch. Dies scheint hier der Fall zu sein und ist jedenfalls nach einer Orientierungsphase von 3-4 Monaten anzunehmen. Sollte die Erstausbildung dann endgültig abgebrochen sein, entfällt ein Anspruch auf Unterhalt für jedwede Zweitausbildung!

Damit ergibt sich derzeit im Zweifel kein Unterhaltsanspruch des vollj. Sohnes.


3. Trennungsunterhalt

Eheprägender Bedarf (ermittelt anhand beider Einkommen) liegt hier wie folgt vor: 3087, 50,-- € (bereinigt) * 6/7 = 2646, davon abgezogen werden die Unterhaltslasten von insgesamt 588,-- €. Damit liegt der Bedarf dann bei 2058.
Dies dividiert durch Zwei ergibt den Bedarf pro Ehepartner=1029.

Aufgrund des eigenen Einkommens ist die Bedürftigkeit der Frau bei (1029 – 462 * 6/7) 633,-- €. Da insoweit Ihr eigener Selbstbehalt und damit der Halbteilungsgrundsatz gewahrt sind, bleibt es bei diesem Anspruch.

Gewisse Abschläge wegen möglicher Betreuungstätigkeit(Stichwort: Betreuungsbonus pp.) der Mutter sind im Rahmen der summarischen Prüfung zu vernachlässigen (da Tatfrage und von Gericht zu Gericht anders gehandhabt).

4. Nachehelicher Unterhalt
Dieser ist grds. in derselben Höhe zu veranschlagen (derzeit). Maßgeblich ist zur Berechnung dabei grds. die Einkommenssituation zum Zeitpunkt der Scheidung. Freilich wird der Anspruch, bei bedeutsamen Änderungen in den Einkommensverhältnissen, die in der ehelichen Lebensgemeinschaft bereits begründet waren oder generell zu einer reduzierten Leistungsfähigkeit führen, berücksichtigt.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Prüfung der Rechtslage eine hilfreiche, erste Orientierung gegeben zu haben. Gerne stehe ich auch für die weitere Vertretung zur Verfügung. Kontaktieren Sie mich dazu einfach über den untenstehenden link!

Mit freundlichen Grüßen
Hans-Christoph Hellmann
-Rechtsanwalt-

<A href="http://www.anwaltskanzlei-hellmann.de">www.anwaltskanzlei-hellmann.de</A>
<A href="mailto:mail@anwaltskanzlei-hellmann.de">E-Mail an Rechtsanwalt Hellmann</A>


Rechtsanwalt Hans-Christoph Hellmann

Nachfrage vom Fragesteller 26.10.2005 | 16:44

Sehr geehrter Herr Hellmann,

Vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort.

Bzgl. der Orientierungsphase (3-4 Monate):
Dies hieße im konkreten Fall, die Ausbildung wurde am 1.10.
beendet und falls ab dem 01.02. keine neue Ausbildung begonnen wird, würde der Unterhaltsanspruch entfallen?
Gilt dies auch wenn in dieser Phase z.b. Zivildienst angetreten würde oder schiebt dieser den Anspruch auf erste Ausbildung hinaus?

Bzgl. des KG für den volljährigen Sohn:
Stand ihm für die Zeit, in der er nicht im Haushalt der Mutter lebte, das volle KG zu oder ebenfalls nur die Hälfte da ich ja gleichzeitig Unterhalt an ihn gezahlt hatte?

Vielen Dank für Ihre Mühe.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.10.2005 | 21:18

Sehr geehrter Fragesteller,

anbei meine Antwort auf Ihre Nachfrage.

1.
Ja, in etwa das ist der Fall. Generell schulden Sie für die zweite Ausbildung, wie bereits ausgeführt, keinen Unterhalt, wenn nicht extrem nachvollziehbare Gründe (z. B. wenn der Sohn in die erste Ausbildung gedrängt wurde, gesundheitliche Gründe) vorliegen. Der Zivildienst kann den Anspruch aufschieben, soweit nicht eine zumutbare Rückstellung beantragt hätte werden können.

2.
Das Kindergeld steht grds. den Eltern zu, nicht dem Kind. Jedenfalls hätten Sie in der betreffenden Zeit das hälftige Kindergeld einbehalten können; so sieht es die DT vor.

Hochachtungsvoll

RA Hellmann

Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Vielen Dank. Schnelle, eindeutige Antwort/Erklärungen. "
Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Hans-Christoph Hellmann »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER
5/5.0

Vielen Dank. Schnelle, eindeutige Antwort/Erklärungen.


ANTWORT VON

221 Bewertungen

Eiermarkt 2
30938 Burgwedel
Tel: 05139 - 9 70 333 4
Web: www.hellmannundpaetsch.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Versicherungsrecht, Verkehrsrecht, Arbeitsrecht, Strafrecht, Miet und Pachtrecht, Erbrecht