Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.336
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Unterhalt an Ehefrau


| 13.02.2007 16:08 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Gutan Tag,
folgender Sachverhalt:
Nach elf Jahren Ehe will ich mich von meiner Frau scheiden lassen. Ich verdiene pro Monat 3.400 Euro netto, meine Frau 400 Euro + 150 Euro Spesen. Unser 10 Jahre altes Reiheneckhaus hat damals umgerechnet 215.000 Euro gekostet, von denen im Moment noch 35.000 Euro an Kredit offen sind. Monatliche Belastung ca. 250 Euro. Das Haus werde ich bewohnen, da meine Frau auswandern will. Gemeinsame Kinder gibt es keine.
Meine Fragen:
- Wieviel Unterhalt werde ich zahlen müssen und wie lange in Anbetracht der Tatsache, dass meine Frau »voll berufsfähig« ist?
- Wie wird das Haus verrechnet? Wird das auf den Unterhalt draufgeschlagen oder muss ich die anteilige Hälfte sofort an meine Frau ausbezahlen?

Vielen Dank
Mit freundlichen Grüßen
S.

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragesteller,

den möglichen Unterhaltsanspruch Ihrer Ehefrau im Falle einer Ehescheidung konkret zu ermitteln, ist in diesem Rahmen praktisch unmöglich. Dazu bedarf es detailierter Informationen, die man abschließend nur im persönlichen Gespräch klären kann.

Ohne jede Gewähr für die Richtigkeit und überschlagsmäßig anhand Ihrer zur Verfügung gestellten Informationen berechnet, käme jedoch in etwa ein Unterhaltsanspruch in Höhe von 1200,- € in Betracht.

Fraglich ist allerdings, ob Ihre Frau überhaupt Ihnen gegenüber einen Unterhaltsanspruch besitzt. Grundsätzlich ist jeder Ehegatte für sich selber und seinen Unterhalt verantwortlich. Hiervon gibt es natürlich Ausnahmen, wenn z.B. minderjährige Kinder vorhanden sind, falls Ihre Frau krank oder gebrechlich ist, etc..

Natürlich kann sie von Ihrem derzeitigen Einkommen Ihren Lebensunterhalt wohl kaum bestreiten.

Kann sie nicht mehr arbeiten, weil sie keine Arbeit findet, sind Sie ggf., zumindest vorübergehend, auch zu Unterhaltzahlungen verpflichtet.

Ist es Ihrer Frau jedoch möglich und zumutbar, eine neue adäquate (Vollzeit-) Anstellung zu finden, so ist Sie hierzu auch verpflichtet und Sie werden entsprechend von Ihrer Unterhaltspflicht frei.

Zu bachten ist jedoch noch, dass im Rahmen des Scheidungsverfahren ein Zugewinnausgleich und vermutlich auch ein Versorgungsausgleich stattfinden wird.

D.h. im Falle der Scheidung steht Ihrer Frau die Hälfte dessen, was an Vermögen (Geld, Grundbesitz, etc.) während der Ehe geschaffen wurde, zu, ebenso wie Ihnen natürlich auch. Dabei ist zu ermitteln, ob ein Zugewinn vorliegt und wenn ja bei welchem Ehegatten. Dieser hat dem anderen dann die Hälfte des Zugewinns auszuzahlen.

Ebenso werden die Versorgungsansprüche an den gesetzl. oder auch privaten (betriebl.) Rentenversicherer entsprechend ausgeglichen.

Die Einzelheiten dazu sind jedoch recht komplex und sollten mit einem Rechtsanwalt vor Ort besprochen werden. Da Sie zur Stellung des Scheidungsantrages ohnehin durch einen Rechtsanwalt vertreten sein müssen, sollten Sie einen entsprechenden Kollegen so schnell wie möglich zu Rate ziehen.

Ggf. macht es auch Sinn, vorab, d.h. vor Stellung des Scheidungsantrages, eine notarielle Scheidungsfolgevereinbarung abzuschließen, in welcher bereits alle wesentlichen Dinge, wie z.B. Unterhalt, Zugewinn, Hausrat, etc. vorab verbindlich geregelt weren.

Ich hoffe ich konnte Ihnen eine erste rechtliche Orientierung liefern und verbleibe,

mit freundlichen Grüßen

Oliver Keller
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 13.02.2007 | 17:21

Sehr geehrter Herr Keller,
vielen Dank für Ihre Antwort. Eine Nachfrage hätte ich noch: Muss ich Ihre Ausführungen in Bezug auf den Zugewinn so verstehen, dass - allgemein gesagt - der halbe Wert des Hauses sofort an meine Frau auszuzahlen ist? Denn in dem Fall müsste natürlich das Haus verkauft oder ein dementsprechender Kredit aufgenommen werden - zusätzlich zum Unterhalt.
Vielen Dank
MfG
S.

Ergänzung vom Anwalt 13.02.2007 | 19:04

Ihre Nachfrage möchte ich gerne wie folgt beantworten:

Ihr derzeitiges Vermögen wird nicht einfach geteilt.

Es wird zunächst ein Anfangsvermögen berechnet. Also das Vermögen, welches beide Ehegatten bei Eheschließung besaßen, stellt das Anfangsvermögen dar, natürlich abzüglich entsprechender Verbindlichkeiten. Sofern bei Eheschließung lediglich Verbindlichkeiten (Schulden) bestanden oder bei Aufrechnung ein negativer Saldo entsteht, ist das Anfangsvermögen = 0,- €, d.h. es gibt kein negatives Anfangsvermögen.

Demgegenüber muss dann das Endvermögen errechnet werden; gleiche Prozedur wie oben.

Die Differenz zwischen Anfangs- und Endvermögen stellt den Zugewinn dar. Gerade bei Grundbesitz gestalltet sich die Bewertung des Endvermögens schwierig. Während der Grundbesitzerwerb noch relativ einfach anhand des Kaufpreises bewertet, bzw. orientiert werden kann, ist zu beachten, dass der Wert im Laufe der Zeit natürlich abnimmt, sofern nicht Modernisierungsmaßnahmen erfolgt sind.

Wie ich aber bereits angedeutet habe, macht es in den meisten Fällen Sinn, sich vorab einvernehmlich auch über einen möglichen Zugewinn zu einigen und ggf. eine verbindliche notarielle Scheidungsfolgevereinbarung zu schließen. Diese ist auch "verhältnissmäßig" "günstig" (in doppelter Hinsicht), zumal bei einer einvernehmlichen Scheidung mit vorheriger notarieller Scheidungsfolgevereinbarung nur derjenige, welcher den Scheidungsantrag stellt anwaltlich vertreten sein muss. Sollte der Zugewinn (streitig) gerichtlich geklärt werden müssen, wäre vermutlich im Hinblick auf das Haus ein (teures) Sachverständigengutachten nötig.

Sie sollten die Einzelheiten aber am besten mit einem Rechtsanwalt vor Ort klären. Sollten Sie einen Rechtsanwalt beauftragen, könnte dieser Sie beraten und gleichzeitig später den Scheidungsantrag stellen. Das käme Ihnen ebenfalls kostenmäßig entgegen, da die Beratung in diesem Fall nicht gesondert berechnet wird.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen zunächst eine erste rechtliche Orientierung liefern.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt Keller
Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Vielen Dank. Die Antwort hat mir eine sehr gute erste Orientierung verschafft. "
FRAGESTELLER 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60143 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr schnelle und hilfreiche Antworten. Kompetent und freundlich. So wünscht man es sich als Mandant. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr hilfreiche Informationen. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für die schnelle und ausführliche, sehr gute Antwort. ...
FRAGESTELLER