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Unterhalt an 18-jähriges Kind

11.09.2016 00:13 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Notar und Rechtsanwalt Oliver Wöhler


Zusammenfassung: Zusammentreffen von Unterhaltsansprüchen im Rahmen von § 1615 l BGB.

Guten Tag,

Kind wird im Oktober 2016 18 Jahre alt. Kind ist in der 8. Woche schwanger.

Kind ist mit 17 in eine WG gezogen. ALG 2 wird bezogen, ich zahle aktuell Kindesunterhalt in Höhe von € 450,00. Differenz zum Lebensbedarf inkl. Miete zahlt ALG 2.

Lehrstelle wurde in 11/2015 während der Probezeit vom Arbeitgeber gekündigt. Kind war zu oft krank. Anschließend in klinischer Behandlung. Entlassen im Juni 2016 mit Empfehlung auf Langzeittherapie.

Es wurde sich nicht auf einen Therapieplatz beworben. Bewerbungen für einen Ausbildungsplatz für 2016 oder 2017 werden nicht geschrieben.

Kind ist wie oben erwähnt schwanger. Der Kindsvater hat Ausbildung verloren, da Ausbildungsbetrieb pleite gegangen ist. Kindsvater versucht eine andere Ausbildung zu beginnen oder zur Bundeswehr zu gehen. Alter des Kindsvater ist 21.

1. was ist zu tun, dass der Kindsvater auch die Vaterschaft anerkennt?
2. Ab wann kann er dieses tun?

3. wie verhält es sich mit meiner Unterhaltspflicht?
A.) ist es richtig, dass ich ab 18 den Kindesunterhalt einstellen kann, da sich das Kind aktuell nicht in einer Erstausbildung befindet?
B.) Vermutung liegt Nahe, dass Kindsvater nicht leistungsfähig für Mutter und Kind sein wird/kann. Muss Mutter über unterhaltsvorschusskasse gehen? Bekommt sie dann den vollen ALG 2 Satz ohne meinen Unterhaltsanteil? Oder bin ich immer noch Barunterhaltsverpflichtet?

C) trifft die Erwerbsobliegenheit trotz Schwangerschaft?

Vielen Dank für Ihre Unterstützung.

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Der Vater kann schon vor der Geburt die Vaterschaft durch Erklärung vor dm Jugendamt anerkennen. Dies geht natürlich auch nach Geburt. Tut er das nicht wäre die Kindesmutter gehalten den Vater auf Vaterschaftsfestellug gerichtlich in Anspruch zu nehmen.
Man sollte dem Vater klar machen das die gerichtliche Feststellung teuer wird wegen der hohen Gutachterkosten.

2. Wie gesagt kann man nach § 1594 Nr. 4 BGB auch schon vor Geburt die Vaterschaft anerkennen.



3. Die generelle Rechtslage ist aufgrund von § 1615 l Abs. III S. 2 BGB klar, der Unterhaltsanspruch gegen den Vater des nichtehelichen Kindes geht dem Anspruch gegen die Eltern vor. Allerdings setzt dieser Unterhalt erst 6 Wochen vor der Geburt ein, es sei denn es besteht vorher eine Erkrankung aufgrund der Schwangerschaft die eine Erwerbstätigkeit unmöglich macht.

a. Richtig, ab 18 ist Unterhalt nur geschuldet wenn das Kind sich in einer Schul- oder Berufsausbildung befindet, oder aber in einer Übergangsphase zwischen Ausbildungsabschnitten. Auch wenn trotz intensiver Bemühungen kein Ausbildungsplatz und auch für den Übergang keine sonstige Stelle gefunden wird, kann Unterhalt geschuldet sein. Das ist hier aufgrund der fehlenden Bewerbungen sicher nicht der Fall.

b. Für das Kind können UVG Leistungen bezogen werden wenn der Vater nicht leistungsfähig ist. Sie bekommt dann auch den vollen ALG II Satz, wobei die UVG Leistungen als Einkommen angerechnet werden. Der Bezug von SGB II hat nichts mit dem Unterhaltsanspruch gegen Sie zu tun, dieser besteht oder besteht nicht. Problm ist nur das der Anspruch durch Zahlung auf das Job Center übergeht wenn er denn besteht. Das Job Center versucht es in der Praxis häufig Unterhalt zu verlagen, ein Anspruch besteht aber nicht denn Ihre Tochter ist 18 und könnte arbeiten zumindest auf 450 € Basis.

c. Ja, es sei denn es wäre ein Risiko. Aber auch dann müssten Sie keinen Unterhalt zahlen sondern das Job Center muss die Leistungen erbringen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Wöhler, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Familien- und Arbeitsrecht


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