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Unterhalt ab 18 (noch schulpflichtig)

13.04.2005 12:40 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Schwartmann


Hallo,

ich habe folgende Frage. Ich habe eine Tochter, die in diesem Jahr 18 wird, aber noch 2 Jahre zum Gymnasium geht, um dann das Abitur abzulegen. Sie wohnt in meinem Haushalt, ich komme also für die Kosten des täglichen Lebens auf.
Der Vater zahlt Unterhalt, nach seinen Angaben verdient er nur bis 1000 Euro netto, so dass er in der untersten Gruppe liegt und einen Unterhalt von 262 Euro zu zahlen hat.
Wie verhält sich die Unterhaltsberechnung, wenn meine Tochter jetzt 18 wird, aber wie gesagt noch 2 Jahre in der Schulausbildung steht. Wird bereits dann, ab ihrem 18. Geburtstag, auch mein Einkommen für eine neue Unterhaltsberechnung herangezogen? Ich lese aus der Berliner Tabelle, dass mein Einkommen erst mit herangezogen wird, wenn das Kind nach dem Schulabschluss eine Ausbildung oder eine Studium aufnimmt. Ist das korrekt? Oder wird mein Einkommen tatsächlich ab ihrem 18. Geburtstag auch hinzugezogen und wie würde sich dann der Unterhalt für sie errechnen. Ich verdiene etwa 1750 Euro netto.
Können Sie mir bitte an diesem Beispiel die Rechung aufzeigen. Und würde dass dann auch heißen, dass der Vater ab dem 18. Geburtstag weniger an Unterhalt zahlen musste oder bleibt der Satz bei 262. Euro.
Vielen Dank vorab für Ihre Hilfe.

Sehr geehrte Ratsuchende,


vielen Dank für Ihre Anfrage.


Mit dem Eintritt der Volljährigkeit sind grundsätzlich beide Elternteile, auch wenn das Kind noch im Haushalt eines Elternteiles lebt und sich noch in der allgemeinen Schulausbildung befindet, barunterhaltspflichtig. Das bedeutet, daß zur Berechnung des Unterhaltes das Einkommen beider Elternteile herangezogen wird.

Das bedeutet in Ihrem Fall folgendes:

Der Unterhaltsbedarf Ihrer Tochter errechnet sich, sofern Unterhaltsgläubiger und Unterhaltsschuldner im Beitrittsgebiet wohnen, nach der Berliner Tabelle.

Bei Zugrundelegung des Gesamtnetteinkommens von ca. 2750 EUR ergäbe sich demnach ein Bedarf von monatlich 426 EUR (Gruppe 8).

Für diesen Bedarf haften Sie nach Abzug des nach der Berliner Tabelle angemessenen Selbstbehaltes von 775 EUR wie folgt:

426 EUR x (1750-775=) 975 : (1750-775 + 1000-775 =) 1200 = 346,12 EUR.

Dementsprechend wird sich der Unterhalt des Vaters entsprechend auf den Restunterhalt reduzieren.

Darauf ist ggf. noch Kindergeld hälftig anzurechnen.


Ich hoffe, Ihre Fragen hinreichend beantwortet zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 13.04.2005 | 13:54

vielen dank für ihre schnelle antwort. aber was heisst das konkret?
der bedarf ist also 426 euro, ich muss davon dann 346 euro tragen, obwohl das kind bei mir lebt? und der vater muss ab dem 18. geburtstag nur noch die differenz zu den 426 euro, also 80 euro an unterhalt insgesamt je monat zahlen (statt bislang 262 euro)?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.04.2005 | 16:03

Grundsätzlich ist eine genaue und verbindliche Berechnung des Unterhaltes an dieser Stelle natürlich nicht möglich, da im Einzelfall ein höherer Selbstbehalt möglich ist. Da Sie aber über ein höheres Einkommen als der Vater des Kindes verfügen, werden Sie leider den Löwenanteil des Unterhalts zahlen müssen. Zwar können Sie mit Ihrer Tochter vereinbaren, daß Sie auch weiterhin Ihren Unterhalt als Versorgung bzw. Betreuung leisten. Das setzt aber das Einverständnis der Tochter voraus. Die Unterhaltszahlungen des Vaters werden sich aber, da auch Ihr Einkommen nun zu berücksichtigen ist, wie beschrieben vermindern.

Mit freundlichen Grüßen
A. Schwartmann

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