Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.170
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Unterhalt ab 18 Jahren


| 18.09.2007 13:07 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe bereits im vergangenen Jahr schon mal Ihre Hilfe in Anspruch genommen. Es geht um folgendes: Ich habe als Vormund einen 2-jährigen aus der Familie angenommen da seine Mutter verstarb. Sein Vater zahlte Unterhalt, nicht immer so, wie er sollte, jedoch mit Anwälten wurde es bis zum 18.Geburtstag geregelt. Im vorigen Jahr wurde nunmehr mein Sohn 18 Jahre und bekam das erste Mal Post von seinem Vater, indem er ihm mitteilte, daß er ja nun volljährig sei und demzufolge weniger zu zahlen sei. Festgelegt war bisher ein Unterhalt in doppelter Höhe der Tabelle (Stufe 13) , abzüglich der Halbwaisenrente und des Kindergeldes.
Ab 01.07.2006 war er nur noch zu einem einfachem Regelsatz lt. Tabelle in Höhe von 582,00 € minus der Halbwaisenrente und des hälftigen KIndergeldes bereit zu zahlen, obwohl mein Junge noch bis zum 31.07.2007 ein Fachgymnasium besuchte. Nach Rücksprache mit den bisherigen Anwalt in der Unterhaltssache, wäre es rechtens und wir haben es nicht weiter verfolgt. Zufrieden waren wir aber nicht, da es ja nunmehr so aussah, daß der Kindesvater durch den Tod der Kindesmutter noch belohnt wurde, indem er niedrigeren Unterhalt zahlen muß.
Da mein Junge nun ein Studium im Oktober beginnt, dies dem Vater mitgeteilt wurde, bekam er wiederum einen Brief, wo wiederum der Unterhalt gekürzt wurde. Und zwar wie folgt: Naumburger Tabelle ( soll Stand 01.07.07 sein!) Altersstufe 3, Stufe 13- 576,00 € abzgl. Halbwaisenrente und abzüglich Kindergeld in voller Höhe. Das kann doch nicht rechtens sein. Zum, anderen denke ich sollte doch die Düsseldorfer Tabelle als Grundlage gelten, da der Vater sicher auch den Selbsterhalt dieser Tabelle zugrunde legt und in den alten Ländern lebt.
Mit freundlichen Grüßen

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Ratsuchender,

vorbehaltich einer genaueren Prüfung halte ich den angenommen Bedarf des Sohnes nicht für zutreffend.

Er befindet sich mit Beginn des Studiums nicht mehr in der Schulausbildung, so dass hier nicht mehr die dritte Alterststufe anzuwenden ist. Diese gilt nur für Kinder, die "sich in der allgemeinden Schulausbildung" befinden. Das ist mit Aufnahme des Studiums nicht mehr der Fall.

Demgemäß beträgt der Bedarf dann nach der Düsseldorfer Tabelle 662,00 EUR. Hierauf ist jedoch das Kindergeld und die Halbwaisenrente in voller Höhe anzurechnen.

NICHT in diesem Betrag enthalten sind Studiengebühren und Beiträge für Krankenkasse und Pflegeversicherung. Diese sind noch gesondert zu zahlen.

Etwas anderes gilt dann, wenn der Sohn nicht mehr bei Ihnen lebt. Dann beträgt sein Bedarf nach der Düsseldorfer Tabelle 640,00 EUR. Die Anrechnung Kindergeld/Halbwaisenrente erfolgt ebenfalls in voller Höhe. Der Bedarf kann ausnahmsweise höher sein, wenn der Sohn dieses darlegen kann.

Die Düsseldorfer Tabelle ist hier anzuwenden, weil die Naumburger Tabelle keine Regelung für Volljährige enthält, mit Ausnahme derer, die sich noch in der Schulausbildung befinden. Da dieses nicht der Fall ist, ist auf die Düsseldorfer Tabelle zurückzugreifen.

Für den Fall, dass der Sohn noch bei Ihnen lebt, sollte aber geprüft werden, ob nicht ein noch höhere Unterhaltsbetrag anzunehmen ist. Offensichtlich lebt der Vater in guten finanziellen Verhältnissen. Unter Umständen übersteigt sein Einkommen auch die 13. Stufe, so dass ein höherer Betrag angenommen werden könnte.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 20.09.2007 | 10:51

Sehr geehrte Fau True-Bohle,
ich bedanke mich für Ihre Antwort, die für mich auch plausibel klingt. Was daraus zu machen ist, werden wir sehen. Frage: Wieso ist der Bedarf bei eigenem Haushalt geringer, als wenn man noch zu Haus lebt? Wir sind der Meinung, daß es ja eher umgekehrt sein müsste, da der Bedarf ja eigentlich dann höher ist.


Mit freundlichen Grüßen, grüßen Sioe mir Oldenburg

Peter Brosche

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.09.2007 | 11:28

Sehr geehrter Ratsuchender,

ich hatte in meiner Beantwortung bereits angesprochen, dass der Bedarf auch für den Studenten erhöht werden kann.

Der genannte Bedarf bei dem Volljährigen mit eigenem Hausstand umfasst einen Warmmietanteil, der 270,00 EUR beträgt. In der Düsseldorfer Tabelle heißt es auch insoweit, der Bedarf ist in "der Regel" 640,00 EUR.

Um die von Ihnen angesprochene "Ungerechtigkeit" auszugleichen, könnte folgende Berechnung durchgeführt werden:

In den Tabellensätzen sind 20% Wohnkosten enthalten. Bei 662,00 EUR beträgt dieser 132,40 EUR. Der Volljährige, der noch im Haushalt lebt, hat dann noch einen Betrag in Höhe von 529,60 EUR zur Verfügung. Der Student hätte nur 370,00 EUR.

Es wird daher teilweise die Auffassung vertreten bei dieser Konstellation den Bedarf zu erhöhen, indem zu den 592,60 EUR die 270,00 EUR Wohnkosten hinzugerechnet werden. Es würde sich dann ein Bedarf in Höhe von gerundet 800,00 EUR ergeben.

Mit dieser Rechnung würde man zu einer gleichwertigen Betrachtung kommen. Diese Erhöung kann sich auch mit der offensichtlich guten wirtschaftlichen Situation des Vaters begründen lassen.

Es wird aber immer auf den Einzelfall ankommen. Zumindest könnte diese Berechnung als Verhandlungsgrundlage dienen.

Grüße nach Oldenburg nehme ich gerne entgegen.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle


Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Bin sehr zufrieden mit der Antwort und versuche nun das Beste für meinen Jungen zu machen. "
FRAGESTELLER 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60124 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Meine Frage wurde verständlich und ausführlich beantwortet. Vielen herzlichen Dank! ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Klar und unumwunden im Ganzen zu empfehlen ! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antworten auf meine Fragen waren ausführlich und verständlich. ...
FRAGESTELLER