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Unterhalt Student Eltern geschieden

| 21.03.2013 13:25 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


14:38

Zusammenfassung:

Zur Berechnung der Haftungsanteile der Eltern bei einem volljährigen Kind, insbesondere unter Berücksichtigung von Wohnvorteil, fiktiven Einkünften und Immobiliendarlehn.

Ich bin seit kurzem geschieden. Laut einem Notarvertrag zahlt mein Ex-Mann mir unbefristet 1300 Euro nachehelichen Unterhalt.
Unser Sohn (20) ist Student und wird ab September aufgrund Uni-Wechsels auswärts ein Studentenzimmer beziehen. An den Wochenenden wird er weiterhin bei mir (Mutter) in seinem Zimmer wohnen und ich werde ihn versorgen (Essen, Wäsche usw). Dafür belässt er mir das Kindergeld.
Mein Ex-Mann verdient (im Durchschnitt von 13,2 Gehältern/Jahr) monatlich ca. 3800 Euro netto. Nun verlangt er daß ich von meinem Ehegattenunterhalt anteilig Unterhalt an unseren Sohn zahlen soll. Er rechnet hier fiktive 600 Euro Wohnwert zu den 1300 Euro dazu (ich lebe in der Eigentumswohnung - das ist aber alles notariell - mietfrei) geklärt. Ausserdem rechnet er mir einen Minijob von 400 Euro an, den ich nicht habe!
Ich muss von den 1300 Euro nun 220 Euro eigene Krankenversicherung zahlen. Mir verbleiben also 1080 von diesem "Einkommen" - damit komme ich gerade aus. Zählt Ehegattenunterhalt überhaupt als Einkommen von welchem man Kindesunterhalt zahlen muss?
Bei seinem Einkommen zieht er berufsbedingte Kosten von 290 € ab, obwohl er ein Jobticket seiner Firma nutzt (20 €/Monat) Außerdem zieht er den Wohnungskredit von 447 Euro ab, welcher aber bald ausläuft sowie eine private Rentenversicherung und meinen Unterhalt. Er meint nun er müsse nur noch 38 % und ich 62 % des Unterhaltes für unseren Sohn zahlen.
Wie erkläre ich ihm rechtlich daß er völlig falsch liegt? Er ist uneinsichtig und ich möchte verhindern daß unser Sohn gegen seinen Vater klagen müsste.
Der Sohn hat momentan einen Minijob - kann sein Vater davon etwas beim Unterhalt kürzen?

Einsatz editiert am 21.03.2013 13:37:24

21.03.2013 | 14:03

Antwort

von


(570)
Hagenburger Str. 54A
31515 Wunstorf
Tel: 05031/951013
Web: http://www.anwaeltin-holzapfel.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich zählt auch Ehegattenunterhalt als Einkommen, so dass diese Zahlung für die Berechnung des Unterhalts heranzuziehen ist. Etwas anderes gilt nur dann, wenn in der ursprünglichen Berechnung Ihres Unterhalts bereits zugrunde gelegt wurde, dass der Vater (vorab) den Kindesunterhalt zahlt. Die Kosten für die Krankenkasse sind allerdings abzugsfähig. Weiterhin wird beim volljährigen Kind normalerweise kein fiktives Einkommen der Mutter hinzugerechnet.

Ihr Einkommen beläuft sich dann auf 1080 € zuzüglich Wohnvorteil. Ob der objektive Mietwert von Ihrem geschiedenen Mann richtig angegeben wurde, kann ich nicht beurteilen.

Beim Einkommen Ihres Mannes sind 5% berufsbedingte Aufwendungen pauschal abzugsfähig, maximal aber 150 €.

Der Wohnkredit ist, selbstverständlich nur, solange er noch gezahlt wird, nur mit dem Zinsanteil abzugsfähig, die Tilgung allenfalls im Rahmen einer zusätzlichen Altersvorsorge. Die private Altersvorsorge darf insgesamt nicht mehr als 4% vom Vorjahresbrutto betragen. Hinzuzurechnen ist aber - wie bei Ihnen - der Wohnvorteil, abzuziehen ist Ihr Unterhalt.

Soweit Ihr Sohn neben seinem Studium arbeitet, sind die Einkünfte in aller Regel teilweise anzurechnen. Die Rechtsprechung ist hier nicht einheitlich, überwiegend belässt sie dem Studenten ca. 50% anrechnungsfrei.

Sie oder Ihr Sohn sollten eine anwaltliche Beratung vor Ort in Anspruch nehmen. Insbesondere die Frage, welcher Wohnvorteil bei beiden Elternteilen anzurechnen ist und in welcher Höhe der Kredit des Vaters abzugsfähig ist, kann von hier aus nicht beurteilt werden.

Nach meiner ersten Einschätzung werden Sie sich am Unterhalt beteiligen müssen. Das kann durchaus in Absprache mit Ihrem Sohn auch durch Naturalunterhalt in Form von Versorgung am Wochenende geschehen. Vermutlich ist Ihr Anteil aber bei weitem nicht so hoch, wie Ihr geschiedener Mann Ihnen vorrechnet. Ich komme hier (grob überschlagen!) eher zu einer Quote von einem Drittel Ihrerseits, wenn ich bei Ihrem geschiedenen Mann ebenfalls einen Wohnvorteil unterstelle.

Bitte beachten Sie, dass dieses Forum eine erste Orientierung bieten, nicht aber die persönliche Beratung ersetzen kann. Häufig ergeben sich dabei Details, die zu einer anderen Bewertung führen.

Dennoch hoffe ich, dass Ihnen meine Antwort weiterhilft.

Mit freundlichen Grüßen

Anja Holzapfel


Rückfrage vom Fragesteller 21.03.2013 | 14:20

Der Wohnungskredit wird vermutlich nun von mir vorzeitig abgelöst und mein Mann dann aus dem Grundbuch gestrichen. Mein Ex-Mann wohnt anderweitig zur Miete (500 warm)
Wohnwert? Das kostenfreie Wohnen bestand bereits bei Abschluß des Notarvertrages vor der Trennung (12(2010). Nach Gerichtsurteil (war ein Streitpunkt vor der Scheidung, da er versuchte den vertrag anzufechten, ist aber eindeutig geklärt) ist ein fiktiver Wohnwert nicht anrechenbar da dieser Zustand sich nicht verändert hat. Damals verlangte die Gegenseite 370 Euro "Wohnwertanrechnung" - was abgelehnt wurde.
Ich hoffte, von ihnen Zahlen genannt zu bekommen:
3800 Einkommen Vater - Kredit, - 1300 Unterhalt, - berufsbed. Aufwendungen, - Rentenversicherung - gegenüber meinen Einkünften von 1300 Euro Unterhalt , - Krankenversicherung 220 €

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 21.03.2013 | 14:38

Sehr geehrte Fragestellerin,

ich hatte Ihren Sachverhalt so verstanden, dass Ihr geschiedener Mann eigenes (selbst bewohntes Eigentum) abzahlt. Wenn er zur Miete wohnt, ist bei ihm kein Wohnwert anzusetzen.

Sobald Sie den Kredit ablösen, stehen ihm rund 2350 € (abzgl. Altersvorsorge) zur Verfügung, Ihnen 1680 €, wenn der Wohnwert zutreffen angegeben ist. Auch wenn er beim Ehegattenunterhalt nicht berücksichtigt wurde, wäre er beim Kindesunterhalt anzurechnen.

Nach Ablösung des Kredites gehe ich von einer Quote Ihrerseits von ca. einem Drittel des ungedeckten Bedarfs Ihres Sohnes aus, bis dahin müssen Sie etwas mehr zahlen, ca. 40%.

Ihrem Sohn stehen 670 € nach seinem Auszug zu, anzurechnen ist das Kindergeld, das unterhaltsrechtlich dem Kind zusteht. Damit liegt der ungedeckte Bedarf bei 486 €, von denen Sie nach Abzahlung des Kredits ca. 160 € übernehmen müssten. Bis dahin liegt Ihre Quote bei rund 195 €. Den Minijob Ihres Sohnes habe ich dabei nicht berücksichtigt. Bitte verstehen Sie das als überschlägige Berechnung, zumal ich keine Angaben über die Höhe der privaten Altersvorsorge Ihres geschiedenen Mannes habe.

Ob Sie mit Ihrem Sohn eine Vereinbarung darüber treffen, dass er auf Zahlung eines Unterhaltsbetrages verzichtet, wenn Sie ihn am Wochenende versorgen, betrifft nur Sie und Ihren Sohn. Vom Vater kann er allerdings deshalb keinen höheren Betrag als rund 330 € nach Abzahlung des Kredits bzw. rund 290 vorher verlangen. Zusätzlich steht ihm das Kindergeld zu.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste Orientierung bieten, möchte aber noch einmal darauf hinweisen, dass eine ganz genaue Unterhaltsberechnung nur nach Vorlage aller Unterlagen möglich ist.

Mit freundlichen Grüßen aus Wunstorf

Anja Holzapfel






Bewertung des Fragestellers 23.03.2013 | 10:44

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Leider half mir die Beratung nicht wirklich weiter. Es wurde nicht auf die Freibeträge eingegangen und ich wurde nicht darauf hingewiesen daß beim "Wohnwert" auch Erhaltungskosten ect. abgezogen werden können. Ich erhielt dann beim Googeln ausführlichere Informationen und hätte mir diese 45 Euro sparen können.

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Stellungnahme vom Anwalt:

Die Freibeträge wurden im Rahmen der Unterhaltsberechnung berücksichtigt, wenn auch nicht ausdrücklich ausgewiesen. Erhaltungsaufwendungen können nur konkret, nicht aber pauschal berücksichtigt werden. Die Fragestellerin teilte keinerlei Kosten für Erhaltungsaufwand in ihrer Sachverhaltsdarstellung mit. Mehr als eine überschlägige Berechnung - und darauf wurde hingewiesen - ist ohne Einsicht in alle Daten und Unterlagen nicht möglich.

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Leider half mir die Beratung nicht wirklich weiter. Es wurde nicht auf die Freibeträge eingegangen und ich wurde nicht darauf hingewiesen daß beim "Wohnwert" auch Erhaltungskosten ect. abgezogen werden können. Ich erhielt dann beim Googeln ausführlichere Informationen und hätte mir diese 45 Euro sparen können.


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