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Unterhalt Minderjähriger in Ausbildung

| 19.10.2006 10:10 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle


Ich verdiene derzeit 1.100 EUR netto und zahle Unterhalt für meine minderjährige Tochter (16 Jahre) in Höhe von 141 EUR und für meinen volljährigen Sohn (18 Jahre) ebenfalls 141 EUR. Die Unterhaltsleistungen für meinen Sohn werden jetzt aufgrund seines eigenen Einkommens wegfallen. Für meine Tochter besteht Beistandschaft über das Jugendamt. Meine Tochter hat nun ebenfalls eine Ausbildung als Zahnarzthelferin begonnen. Leider wurde mir von der Kindesmutter bislang die Information vorenthalten, was meine Tochter verdient. Lt. Tarifvertrag für Zahnarzthelferinnen in Ausbildung beträgt das Ausbildungsentgelt im ersten Jahr 490 EUR monatlich. Nun meine Fragen: 1.) Bin ich verpflichtet, das Jugendamt über den Wegfall der Unterhaltszahlungen für den Sohn zu informieren? 2.)Kann bzw. wird dann auch bei minderjährigen Kindern das Ausbildungsentgelt zur Berechnung des Unterhalts berücksichtigt werden? 3.) Wie hoch wäre der Unterhaltsanspruch meiner minderjährigen Tochter, wenn die Ausbildungsvergütung 490 EUR beträgt?

Sehr geehrter Ratsuchender,

Sie sind gehalten die wesentlichen Änderungen dem Jugendamt gegenüber mitzuteilen.

In diesem Zusammenhang sollten Sie auch gleich dem Jugendamt mitteilen, dass eine Neuberechnung für die Tochter zu erfolgen hat, da diese über eigene Einkünfte verfügt.

Vom Jugendamt sollten Sie dann auch die Einkommensnachweise der Tochter anfordern, mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass die Kindesmutter diese trotz Aufforderung nicht überreicht hat.

Die Ausbildungsvergütung wirkt sich auf den Unterhaltsanspruch wie folgt aus:

Nach Ihrer Schilderung gehe ich zunächst davon aus, dass Sie nun nur noch der Tochter zum Unterhalt verpflichtet sind. Dadurch kann es zu einer Höherstufung in der Berliner Tabelle führen, wenn die Tochter den gleichen Wohnort hat wie Sie. Der Unterhaltsbetrag wäre bei Höherstufung 291,00 EUR.

Hierauf ist die Nettovergütung (ich gehe bei Ihrer Angabe von der Bruttovergütung aus), die ich hier überschlägig mit 419,00 EUR errechnet habe, wie folgt anzurechnen. Nach Abzug des ausbildungsbedingten Mehrbedarfes in Höhe von 90,00 EUR ist die hälftige Ausbildungsvergütung anzurechnen. Es ergibt sich ein Anspruch in Höhe von 126,50 EUR.

Sollte Ihre Tochter nicht den gleichen Wohnsitz haben, nutzen Sie bitte die Nachfragefunktion, da sich dann die Berechnung ändert.

Sie sollten mit dem Jugendamt unverzüglich in Verbindung treten und eine Abänderung des bestehenden Unterhaltstitels erreichen. Ist das Jugendamt mit einer Herabsetzung nicht einverstanden, müssen Sie Abänderungsklage erheben, da die Abänderung nur für die Zukunft wirkt.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

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