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Unterhalt Kind und Frau

05.05.2021 15:53 |
Preis: 51,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


18:40

Guten Tag,

ich, Vater eines Sohnes 7 Jahre, verheiratet seit Sommer 2013, habe mich im Februar 2018 von meiner Frau getrennt und wir sind in unterschiedliche Wohnungen gezogen.
Das Kind ist bei ihr geblieben, war aber regelmäßig ca. 2-4 Tage die Woche bei mir.
Die Scheidung ist seit diesem Jahr in Gange, und aktuell wird alles ausgerechnet, ohne Familiengericht.
Sie hat einen Anwalt, der mehr oder weniger neutral ist. Sie bezieht seit der Trennung 1.000€ monatlich von mir. Mein aktuelles netto 2.500€ Festgehalt + ca. 1.000€ aus freien Tätigkeiten (variiert).
Sie arbeitet zur Zeit in Teilzeit, ich denke Ihr Gehalt wird ca. 1.200€ netto sein zzgl. Kindergeld.
Ab nächste Woche haben wir uns geeinigt, werden wir das Kind genau 50:50 teilen.

Meine Frage ist, in welcher Höhe und wie weit / lange bin ich durch das Wechselmodel noch Unterhaltspflichtig gegenüber meiner Frau und dem Kind?

05.05.2021 | 16:45

Antwort

von


(1213)
Aachener Strasse 585
50226 Frechen-Königsdorf
Tel: 02234-63990
Web: http://www.ra-raab.de
E-Mail:
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Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Sie schreiben, Ihre Ehefrau habe einen Rechtsanwalt beauftragt, der aber „mehr oder weniger neutral" sei.

Hier unterliegen sie einem Irrtum: Der Rechtsanwalt vertritt allein seinem Mandanten, in diesem Fall also Ihre Ehefrau. Es mag Ihnen zwar so erscheinen, als sei der Rechtsanwalt Ihrer Ehefrau neutral, jedoch ist es die Aufgabe eines Rechtsanwalts, ausschließlich die Interessen seines Mandanten zu vertreten.

Im Ergebnis heißt das, Ihre Ehefrau wird rechtlich beraten, während Sie keine rechtliche Unterstützung haben.

Dieser Situation müssen Sie sich bewusst sein. Ihre Ehefrau hat also Ihnen gegenüber durch die Einschaltung eines Rechtsanwalts einen Vorteil.


2.

Um eine Unterhaltsberechnung vornehmen zu können, benötigt man genaue Zahlen. Maßgebend ist, wenn man im Angestelltenverhältnis tätig ist, das Einkommen der letzten zwölf Monate. Bei freiberuflicher Tätigkeit wird im Regelfall das Einkommen der letzten drei Jahre herangezogen.

Das heißt also, aufgrund Ihrer Angaben kann man keine korrekte Unterhaltsberechnung vornehmen, vielmehr hat die Zugrundelegung der von Ihnen genannten Zahlen eher den Charakter einer Schätzung.


3.

Auf der Grundlage Ihrer Angaben, die, und das betone ich nochmals, keine genaue Unterhaltsberechnung zulassen, wäre Trennungsunterhalt an Ihre Ehefrau von monatlich 801,00 € und Kindesunterhalt von 106,75 € zu zahlen. Dabei habe ich bezüglich des Kindesunterhalts berücksichtigt, dass ein Wechselmodell 50:50 praktiziert wird.


4.

Gegenüber dem Kind sind sie unterhaltsverpflichtet, bis Ihr Kind eine Ausbildung abgeschlossen hat.

Eine Unterhaltspflicht gegenüber Ihrer Ehefrau besteht grundsätzlich während der Zeit der Trennung, also bis zur Rechtskraft der Scheidung. In Anbetracht des Alters des Kindes wird die Ehefrau unter Umständen auch noch einen Anspruch auf nachehelichen Unterhalt, also auf Unterhaltszahlungen nach rechtskräftiger Scheidung, haben.

Diese Frage des nachehelichen Unterhalts lässt sich aber anhand Ihrer Schilderung nicht abschließend beurteilt. Auch muss berücksichtigt werden, dass die Gerichte den Anspruch auf nachehelichen Unterhalt, hier wegen Kindeserziehung, sehr unterschiedlich beurteilen.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt


Rückfrage vom Fragesteller 05.05.2021 | 18:09

Hallo Herr Raab,

wieso bin ich auch nach der Scheidung meiner Ex-Frau noch Unterhaltspflichtig in Bezug auf das Alter des Kindes, obwohl wir das 50:50 Model praktizieren?
Sie wäre dann ja auch wieder in der Lage in Vollzeit zu arbeiten, sowie ich es ja auch tue.

Im Falle, dass sie einen neuen Partner findet und mit diesem zusammenzieht (danach sieht es derzeit aus),
fällt dann der Unterhalt meiner Frau gegenüber weg und es bleibt nur beim Unterhalt dem Kind gegenüber?

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 05.05.2021 | 18:40

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Nachfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Es gibt verschiedene Tatbestände, wonach nachehelicher Unterhalt geschuldet wird. Ein Unterhaltsanspruch wegen Kindesbetreuung kann sich aus § 1570 BGB ergeben.

Dabei kommt es auf den konkreten Einzelfall an.

Allein die Tatsache, dass ein Wechselmodell praktiziert wird, muss nachehelichen Unterhalt nicht zwingend ausschließen.

Nach dem Gesetz ist jeder Ehegatte nach Rechtskraft der Scheidung verpflichtet, selbst für seinen Unterhalt zu sorgen. Von diesem Grundsatz gibt es aber eine Reihe von Ausnahmen, zum Beispiel auch Ehegattenunterhalt wegen Betreuung eines Kindes.

Vereinfacht formuliert kann man als Richtlinie sagen, dass Ihre Ehefrau nicht zwingend nach der Rechtskraft der Scheidung in Vollzeit arbeiten muss. Das gilt beispielsweise dann, wenn bezüglich des Kindes ein besonderer Betreuungsbedarf besteht.

Das sind allerdings Fragen, die auf den Einzelfall bezogen geklärt werden müssen und die man daher nicht allgemein beantworten kann.

Kann Ihre Frau vollzeitig arbeiten und benötigt das Kind keine besondere Betreuung, kann man durchaus zu dem Ergebnis kommen, dass nachehelicher Unterhalt nicht geschuldet werde. Vielfach wird der nacheheliche Unterhalt auch auf einen bestimmten Zeitraum befristet.

Wie ich in meiner Antwort schon gesagt hatte, ist die Rechtsprechung diesbezüglich sehr uneinheitlich. Deshalb ist die Problematik des nachehelichen Unterhalts bei Kindesbetreuung häufig Gegenstand eines Rechtsstreits.


2.

Angenommen, es bestünde ein Anspruch auf nachehelichen Unterhalt und Ihre Ehefrau zieht mit einem neuen Partner zusammen, würde ein Unterhaltsanspruch der Ehefrau, diesen als gegeben unterstellt, erst entfallen, wenn die Partnerschaft als gefestigt anzusehen ist. Als gefestigt sieht die Rechtsprechung eine Partnerschaft nach etwa 2-3 Jahren an.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

ANTWORT VON

(1213)

Aachener Strasse 585
50226 Frechen-Königsdorf
Tel: 02234-63990
Web: http://www.ra-raab.de
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