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Unterhalt / Anrechnung von Haus

09.06.2009 13:01 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Meine Frau und ich sind seit Februar diesen Jahres getrennt, haben aber noch bis Ende Mai im eigenem Haus zusammen gelebt. Seit Anfang Juni bin ich (M) nun ausgezogen. Wir haben zwei Kinder (12/17). Das Haus wird derzeit von meiner Frau und den beiden Kindern bewohnt, die Kosten dafür (Zinsen/Tilgung/Verbrauchskosten) trage ich zu 100 % (=1600€).
Meine Frau hat derzeit ein EInkommen von 400 € im Monat. Des weiteren erhält sie das Kindergeld und einen Ausgleichsbetrag von 600 € von mir. Die "Summe" ihrer Einkünfte liegt somit bei ca. 1300 €.

Mein Nettoeinkommen liegt bei derzeit 4500 €. Nach Abzug aller Kosten (Haus , LV, Bausparverträge etc.) verbleiben noch ca.
1200 € netto, abzüglich der zukünftigen Mietkosten.

Meine Fragen :

Inwieweit kann ich die monatlichen Kosten für das "mietfreie" Wohnen auf den Unterhalt mit anrechnen (vergleichbares Objekt liegt in der Warmmiete bei ca. 1600 €) ?

Bin ich verpflichtet ihre LV weiter zu bezahlen (250€) ?

Die Kinder sind 12/17, ist meiner Frau trotzdem "nur" ein Teilzeitjob zumutbar ?

Bin ich gegenüber meiner Frau zu weiteren Unterhaltszahlungen verpflichtet (Dauer der Ehe = 16 Jahre)?


Wie wird sich ungefähr der Unterhaltsanspruch nach der Scheidung darstellen (Trend !) ?

Kindesunterhalt nach Düsseldorfer Tabelle ist verständlich, aber welche weiteren, laufenden
Ansprüche habe ich zu berücksichtigen ?



Bedanke mich schon jetzt für die Beantwortung der Fragen

Sehr geehrter Fragesteller,

auf Grund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und insbesondere unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Frage zusammenfassend wie folgt:

Der Wohnvorteil wird grundsätzlich als Einkommen Ihrer Frau angesehen. Hierbei liegt ein Wohnvorteil nur vor, soweit er den zu berücksichtigenden Schuldendienst, d.h. Zinsen und im Einzelfall auch die Tilgung und die verbrauchsunabhängigen Kosten, mit denen ein Mieter üblicherweise belastet wird, übersteigt.
In der Trennungszeit ist der Wohnwert jedoch höchstens mit der Miete zu berechnen, die für eine dem ehelichen Lebensstandard entsprechende angemessene kleinere Wohnung auf dem örtlichen Wohnungsmarkt zu zahlen wäre.

Die Lebensversicherung ist grundsätzlich eine Leistung für Ihre Frau und daher von ihr aus dem erhaltenen Unterhalt zu zahlen. Es wäre hier jedoch sinnvoll, eine vorübergehende Lösung zu finden, z.B. eine Weiterzahlung Ihrerseits und Kürzung der Zahlung an Ihre Frau um den gleichen Betrag. Hier müsste jedoch der Einzelfall betrachtet werden, insbesondere ob Ihre Frau die Lebensversicherung aufrechterhalten will.

Bei den Erwerbsbemühungen Ihrer Frau muss zwischen dem Trennungsunterhalt und dem Unterhalt nach Scheidung unterschieden werden.
Die Trennungsphase soll den Ehegatten noch die Möglichkeit der Versöhnung bieten und daher sollen die ehelichen Lebensverhältnisse soweit wie möglich aufrechterhalten bleiben.

Nach der Scheidung wird die Eigenverantwortlichkeit der Parteien mehr in den Vordergrund gestellt.

Grundsätzlich besteht ein Unterhaltsanspruch wegen Kindesbetreuung nur bis zur Vollendung des 3. Lebensjahres eines Kindes. Danach besteht ein Unterhaltsanspruch der Ehefrau nur noch dann und insoweit, als die persönliche Betreuung des Kindes notwendig ist oder die Aufnahme oder Ausweitung einer Berufstätigkeit ausnahmsweise aus anderen Gründen nicht möglich ist.

Hierbei muss, insbesondere bei der Berechnung des Trennungsunterhaltes, berücksichtigt werden, wie von Ihrer Ehefrau nach ihren persönlichen Verhältnissen unter Berücksichtigung einer früheren Erwerbstätigkeit erwartet werden kann, ihren Bedarf selbständig zu decken.
Hier spielen auch die Dauer der Ehe, die ehelichen Verhältnisse und die Lebensplanung eine Rolle. Hier käme dann möglicherweise auch ein Aufstockungsunterhalt für eine gewisse Übergangszeit in Betracht.

Auch wenn nach der Unterhaltsreform die Eigenverantwortlichkeit nach der Scheidung mehr in den Vordergrund gestellt werden soll, kommt es immer noch auf den genauen Einzelfall an, so dass bei dem Alter Ihrer Kinder zwar fraglich sein wird, ob Ihre Frau Unterhaltszahlungen von Ihnen bekommt, ein Trend kann jedoch nicht verlässlich aufgestellt werden.

Ich rate Ihnen an, sich an einen Anwalt vor Ort zu wenden und ein genaue Unterhaltsberechnung durchführen zu lassen. Auch im Hinblick auf eine wohl anstehende Scheidung und die Auseinandersetzung um das Haus sollte juristische Hilfe in Anspruch genommen werden.

Ich hoffe, dass meine Antworten für Sie hilfreich gewesen sind und darf zusätzlich auf die kostenfreie Nachfragefunktion verweisen. Gerne stehe ich Ihnen auch für die weitere Wahrnehmung Ihrer Interessen zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Florian Müller
(Rechtsanwalt)


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