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Unterhalt 23 jähriger Tochter mit 2 Ausbildungen

| 19.04.2013 21:25 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Zusammenfassung: Eltern schulden volljährigen Kindern eine erste angemessene Berufsausbildung. In bestimmten Fällen kann ein Anspruch auf Unterhalt auch bei einer Zweitausbildung bestehen.
Der Volljährige muss die Ausbildung gewissenhaft und zielstrebig absolvieren.

Ich habe 4 Kinder aus erster Ehe. Für die jüngste (17) Zahle ich noch monatlichen Unterhalt an meine Exfrau. Eine meiner Töchter ist mittlerweile 23 und hat selbst zwei Kinder. Sie hat zwei Ausbildungen und möchte nun eine dritte Ausbildung durchführen und ich soll Unterhalt bezahlen.
Ich bin in zweiter Ehe verheiratet. Auch meine Frau arbeitet Vollzeit und hat einen 18 jährigen Sohn aus ihrer ersten Ehe welcher noch auf der Schule ist.
Ich habe einen vollstreckbaren Titel wegen Geld was diese Tochter mir auf betrügerische Art schuldet. 3 Ausbildungen hat sie hingeworfen bevor sie eine Doppelausbildung erfolgreich abgeschlossen hat und nun zwei Berufe besitzt. Auch ein Freund/Lebenspartner ist vorhanden. Kontakt zu meiner Tochter besteht schon seit Jahren nicht mehr, es sei denn sie möchte/braucht etwas von mir.
Muss ich für meine Tochter noch Unterhalt bezahlen?

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts beantworten möchte:


Zunächst muss man sagen, dass ohne weitere Informationen, unter anderem über die Art der Ausbildung der Tochter, keine abschließende Meinung abgeben kann.

Es spricht aber alles dafür, dass kein Unterhaltsanspruch Ihrer Tochter besteht.

Zunächst müsste man prüfen, ob nicht Ihre Tochter gegen den Vater der Kinder einen Unterhaltsanspruch nach § 1615 l BGB hat, dieser geht nach § 1615 l III S. 2 BGB, dem Unterhaltsanspruch gegen die Eltern vor.

Hier käme es darauf an, wie alt die Kinder Ihrer Tochter sind und ob es eventuell Gründe gäbe ihr einen Unterhaltsanspruch gegen den Vater auch über das dritte Lebensjahr hinaus zuzusprechen.

Hierauf kommt es aber ziemlich sicher nicht an. Ausbildungsunterhalt nach § 1610 II BGB wird nur bis zum Abschluss einer Berufsausbildung geschuldet. Es muss sich um eine anerkannte Ausbildung handeln, die es dem volljährigen Kind ermöglicht selbst einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Ob das Kind einen Arbeitsplatz hat oder finden kann, spielt keine Rolle. Vor dem Abschluss gilt, dass eine Ausbildung zügig und nach besten Kräften zu absolvieren ist. Für den Abbruch einer Ausbildung muss es nachvollziehbare Gründe geben, wie etwa gesundheitliche Probleme. Auch eine Umorientierung muss im Einzelfall hingenommen werden.
Ihre Tochter hat bereits 3 Ausbildungen abgebrochen, wobei die Gründe mir nicht bekannt sind. Es spricht aber einiges dafür, dass bereits danach der Unterhaltsanspruch erloschen war. Da aber ohnehin eine Doppelausbildung erfolgreich abgeschlossen worden ist, schulden Sie definitiv keinen weiteren Unterhalt. Etwas anderes wäre es nur, wenn es eine Vereinbarung zwischen Ihnen und der Tochter gegeben hätte, in der Sie sich verpflichtet hätten eine weitere Ausbildung zu tragen.

Nur am Rande sei erwähnt, dass man bei einer Berechnung des Unterhalts die Zahlung an die jüngste Tochter vorab abziehen müsste. Auf konkrete Fragen der Berechnung dürfte es aber nicht ankommen. Es gilt das Gegenseitigkeitsprinzip aus § 1618 a BGB, es wird also auch das Verhalten des Kindes bei der Prüfung der Angemessenheit bewertet.

Im Ergebnis hat Ihre Tochter keinen Anspruch.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Oliver Wöhler, Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 21.04.2013 | 16:35

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 21.04.2013 5/5,0
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